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Waldgesetz erlaubt Fällungen / Eigenheime an dieser Stelle nicht vorgesehen

Zühlsdorfer Kahlschlag sorgt für Gerüchte

Liegen zum Abholen bereit: Bis vor wenigen Wochen gehörten diese Kiefern noch zu einem prächtigen Wald an der Zühlsdorfer Bahnhofstraße. Dass der Waldeigentümer die Bäume fällen ließ, finden Zühlsdorfer wie Ortsvorsteherin Ursel Liekweg "unmöglich".
Liegen zum Abholen bereit: Bis vor wenigen Wochen gehörten diese Kiefern noch zu einem prächtigen Wald an der Zühlsdorfer Bahnhofstraße. Dass der Waldeigentümer die Bäume fällen ließ, finden Zühlsdorfer wie Ortsvorsteherin Ursel Liekweg "unmöglich". © Foto: OGA
Hans Still / 25.04.2017, 19:55 Uhr
Zühlsdorf (OGA) Ein Kahlschlag mitten im Ort sorgt in Zühlsdorf für Gesprächsstoff und wütende Kommentare: An der Bahnhofstraße ließ ein Waldbesitzer geschätzt 4 000 Quadratmeter Kiefernwald fällen. Anfangs wurde das Areal durchgeforstet, was im Sinne einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung durchaus als vernünftig gilt. Als dann aber die Sägen angesetzt wurden und sämtliche Bäume fielen, mehrten sich Proteste. Nunmehr liegt das Holz zum Abholen bereit.

Für die Zühlsdorfer Ortsvorsteherin Ursel Liekweg (SPD) ein Beispiel, wie das Brandenburger Waldgesetz trotz früherer Proteste noch immer Freiräume schafft, die mit Nachhaltigkeit mitunter wenig zu tun haben. "Auch wenn es nur eine kleinere Fläche ist - ich finde diesen Kahlschlag unmöglich. Nachhaltige Waldwirtschaft sieht für mich anders aus", reagierte sie am Dienstag.

Zugleich räumte sie mit dem Gerücht auf, demnächst würden Häuslebauer auf dieser Fläche zum Zuge kommen. Davon könne aktuell keine Rede sein. Wie sie sagt, sei die Fläche auch künftig, im derzeit diskutierten neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde, als Waldgebiet vorgesehen. "Richtig ist, dass wir in Zühlsdorf drei Standorte diskutieren, die für einen Discounter infrage kommen könnten. In der Nähe des Bahnhofes befindet sich eine Fläche. Aber selbst für den Fall, dass wir einen Interessenten hätten, müsste zuvor über einen Bebauungsplan Planungsrecht geschaffen werden."

Hanns-Werner Labitzky, Fachbereichsleiter Bauen in der Gemeinde Mühlenbecker Land, bestätigt diese Aussagen mit Nachdruck. Demnach erlaubt der Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg der Gemeinde 6,9 Hektar Wohnbaufläche außerhalb von Siedlungsgebieten. Wenn davon ein Drittel Erschließungsfläche abgezogen wird, bleiben quasi 50 000 Quadratmeter Fläche für den Bau von Eigenheimen übrig. "Das macht geschätzt hundert Eigenheime, die wir auf vier Ortsteile verteilen können. Insofern haben wir ein enges Korsett bei der Inanspruchnahme neuer Flächen", so Labitzky. Sollten also neue Bauflächen ausgewiesen werden, würden diese laut Labitzky wohl kaum in Waldgebiete oder Wälder mit dem Status Landschaftsschutzgebiet gelegt werden.

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