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Junge Menschen und der Fleischverzicht

Marie Albrecht (15) / 10.05.2017, 05:21 Uhr
Neuentempel (MOZ) Gesund leben, dazu gehört auch eine bewusste Ernährung. Aber wie wirkt sich mein Leben auf die Umwelt aus?

Diese Frage stellen sich auch junge Menschen immer häufiger. Ernährungsformen wie Veganismus oder Vegetarismus sind in den meisten Küchen und Restaurants schon längst kein Fremdwort mehr. So auch bei der fünfzehnjährigen Fürstenwalderin Gina Lewerenz, die sich schon seit mehreren Jahren vegetarisch ernährt. ,,Irgendwann habe ich mich mehr dafür interessiert, woher mein Essen kommt", erklärt sie. Ebenfalls erzählt die Neuntklässlerin, dass ihr Vater auch Vegetarier sei und ihr dies, ohne das Einwirken ihrer Familie, einen Denkanstoß gab. Durch Videos von Tierschutzorganisationen wie PETA wurde die Gymnasiastin auf die in der Fleischindustrie dominierende Massentierhaltung aufmerksam und entschloss sich, diese nicht unterstützen zu wollen. Ähnlich entschied sich die achtzehnjährige Abiturientin Jennifer Liersch. Die Neuentemplerin stieß, als sie vor zweieinhalb Monaten ihre Ernährung änderte, anfänglich zwar nicht auf Begeisterung seitens ihrer Familie, allerdings gewöhnte diese sich relativ schnell an die neue Einstellung zum eigenen Fleischkonsum. ,,Es ist wichtig die Meinung der Person gegenüber zu akzeptieren", so nicht nur die Meinung der beiden Vegetarierinnen, sondern auch die des Nicht-Vegetariers Nils West. Er persönlich ist zwar kein Freund der Massentierhaltung. Er erzählt jedoch: "Ich esse und koche viel zu gern fleischhaltig, um darauf verzichten zu können."

Der ebenfalls in Fürstenwalde lebende Vierzehnjährige erläutert, dass er mit den Gedanken an die Schlachtung von Rindern, Schweinen und sonstigen typischen Verkaufstieren an sich keine Probleme hätte, da es sich in seinen Augen um Nutztiere handelt. Für ihn ist ausschlaggebend, wie die Haltung der Tiere gestaltet ist. Aus diesem Grund achtet er auf die Herkunft des Fleisches und kauft mit seiner Familie bewusst Bio-Fleisch.

"Dass man sich Gedanken über die Nahrung macht, ist wichtig", meint die vierzehnjährige Gina abschließend. Dass dies auch möglich ist, ohne Vegetarier zu werden, sollte man nicht außer Acht lassen. Laut einer Studie des WWF enden allein in Deutschland jährlich etwa 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel, darunter ebenfalls mehrere Tonnen Fleisch, im Müll.

Bei Haushalten, die zwar etwas Gutes für die Umwelt tun, allerdings die gewohnten Essgewohnheiten beibehalten wollen, reicht bereits eine Veränderung in der Kalkulation beim Lebensmitteleinkauf. Umweltbewusst zu leben kann, aber muss also nicht unbedingt gleichzeitig Verzicht heißen. Manchmal reicht ein Umdenken, vielleicht ein Besuch auf einem der Bauernhöfe in der Region oder ein Blick in andere Kulturen, um sich Anregungen für neue, andere Gerichte zu holen.

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