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Debatte über Windkraft in Trebitz / Lieberoser Abgeordnete beschließen Vertrag mit Investoren

Über den Dächern kreisen die Rotoren

Rhythmisches Fauchen: Die Trebitzer müssen jetzt schon zahlreiche Windräder direkt vor ihrer Haustüre verkraften.
Rhythmisches Fauchen: Die Trebitzer müssen jetzt schon zahlreiche Windräder direkt vor ihrer Haustüre verkraften. © Foto: MOZ
Jörg Kühl / 10.05.2017, 07:42 Uhr
Trebitz (MOZ) Die jüngste Stadtverordnetenversammlung von Lieberose wurde am Montag im Ortsteil Trebitz abgehalten. Hintergrund ist, dass derzeit ein Bebauungsplan vorbereitet wird, der den Ausbau des Windeignungsgebiets Trebitz vorsieht. Dafür wurde ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Lieberose und drei Windanlagenbauern aufgesetzt, für den die Abgeordneten nun mehrheitlich ihre Zustimmung gegeben haben. Inhaltlich sieht der Vertrag vor, dass sämtliche Planungskosten von den Investoren übernommen werden. Im Rahmen des Bebauungsplans, der jetzt erarbeitet werden kann, soll unter anderem festgeschrieben werden, wo die Stadt Lieberose im Ortsteil Trebitz Potentialflächen für neue Windkraftanlagen sieht, und wo keine neuen Anlagen errichtet werden sollen.

Der Bebauungsplan wurde notwendig, weil die zuständige übergeordnete Regionalplanungsbehörde Lausitz-Spreewald einen Teilregionalplan Windkraft erarbeitet hat, der ein Windeignungsgebiet bei Trebitz vorsieht, das westlich und östlich über den bestehenden Windpark hinausragt. Im Klartext: Mehr Windräder im sichtbaren Bereich. Dies weicht von den Vorstellungen des Amts Lieberose/Oberspreewald und von Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung ab, die bereits 2012 eine eigene Windkraftplanung erarbeitet hatten. Diese sieht eine Erweiterung lediglich in Richtung Norden, also an der dem Dorf abgewandten Seite vor. Mit einem Bebauungsplan will das Amt und die Kommune ein Mitspracherecht beim Ausbau der Windkraft erwirken.

Vor der Abstimmung über den städtebaulichen Vertrag gab es in der Einwohnerfragestunde eine kurze, aber heftige Diskussion über das in Trebitz leidige Thema. Die ehemalige Stadtverordnete Sabine Dreher forderte, dass mehr Geld aus der Windkraft dem betroffenen Ort zukommen solle, zum Beispiel für die Sanierung von Straßen. In der Vergangenheit waren Gelder, die die Betreiber des bestehenden Windparks der Stadt überwiesen hatten, für Projekte in der Lieberoser Kernstadt verwendet worden. Ein großer Teil davon, daran erinnerte Amtsdirektor Bernd Boschan, ist in die Ausgestaltung des Bürgerzentrums Darre geflossen.

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