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Raubtiere erzeugen in Trebitz große Schäden an Geflügelbeständen / Bejagung erst ab Sommer möglich

Füchse scharf auf junge Vögel

Jörg Kühl / 17.05.2017, 19:55 Uhr
Trebitz (MOZ) In Trebitz treibt derzeit mindestens ein Fuchs sein Unwesen. Ein Tier, das von Zeugen als stattlich und vergleichsweise wenig scheu beschrieben wird, hat vielen Geflügelhaltern im Dorf bereits Schaden zugefügt.

Vom Hof der Familie Woitschützke sind seit Anfang des Monats acht Broiler und drei Enten vom Fuchs gestohlen worden. Und das, obwohl die Tiere durch einen 1,50 Meter hohen Zaun geschützt waren. Rund 70 Euro Schaden sei durch den Beutezug entstanden, schätzt Ilona Woitschützke. Mit großem Aufwand hat ihr Mann Andreas inzwischen den Zaun auf 2,50 Meter erhöht. "Wir haben uns auch wieder acht junge Broiler angeschafft", so die Trebitzerin. Seit dem ist erstmal Ruhe. Erstmal. Denn Ilona Woitschützke rechnet damit, dass es sich um ein Fuchspärchen handelt, das wahrscheinlich gerade Junge aufpäppelt. Der Proteinbedarf der Reinekes werde mit Sicherheit in den nächsten Monaten weiter zunehmen. "Ein solches Jahr mithaben wir bisher noch nicht erlebt", so die Geflügelhalterin.

Auch Geflügelzüchter Hans-Joachim Horn musste fuchsbedingt Federn lassen. Sechs Hühner und zwei Gänse habe der Fuchs bereits von seinem Grundstück geholt. Den Schaden schätzt Horn auf rund 50 Euro pro Zuchthuhn. Horn ist fasziniert von dem Fuchs, der offenbar wenig Scheu an den Tag legt. "Erst neulich blieb der Fuchs fünf Meter von mir entfernt stehen. "Ein stattliches Tier, es sieht sehr schön aus." Der pensionierte Förster vermutet einen Fuchsbau in der Nähe des Kuhstalls als Unterschlupf der Beutejäger.

Den Behörden seien keine dramatischen Berichte über Nutzgeflügelrisse durch Füchse bekannt, teilt die Untere Jagdbehörde Dahme-Spreewald in Lübben auf Anfrage mit. Allerdings habe sich die Zahl der im Kreis erlegten Füchse seit 2013 von jährlich 1543 auf 1909 erhöht. Dies könne ein Indiz dafür sein, dass der Fuchsbestand angewachsen ist. "Allgemein ist bekannt, dass derzeit die Aufzucht der Jungfüchse dazu führt, dass die Füchse sehr aktiv auf Beutesuche sind", so Sachbearbeiter Norbert Hill. Der Fuchs sei immer auf der Suche nach möglichst leichter Beute. Werde es ihm schwierig gemacht an die Hühner oder Enten zu gelangen, so lasse er in der Regel schnell davon ab und suche sich einfache Beute. "Gelingt es ihm jedoch einmal ein Huhn zu erwischen, drohen weitere Besuche."

Wie Hill weiter ausführt, kann der Fuchs prinzipiell ganzjährig bejagt werden (außer zur Aufzucht notwendige Elterntiere). Derzeit können demnach Jungfüchse bejagt werden, wenn es sein muss auch in Ortsnähe, sofern eine gefahrlose Schussabgabe oder der Fallenfang möglich sind.

Die Nutztierhalter seien generell verpflichtet, ihre Tiere zu schützen und entsprechend einzuzäunen. Eine gesetzliche Wildschadensersatzpflicht, wie bei Schäden durch Wildschweine im Mais, gibt es für die Schäden durch Füchse nicht. Füchse dürfen vom Grundeigentümer oder Nutzer verscheucht oder vergrämt werden, zum Beispiel durch im Handel erhältliche Duftstoffe. Eine Bejagung in Gärten oder auf Betriebsgeländen, ist laut dem Jagdgesetz für das Land Brandenburg verboten. "Man ist als Geflügelhalter stets beraten, sich bei Problemen mit Füchsen an den örtlichen Jäger zu wenden, sofern ein Abhalten des Fuchses durch Vergrämung nicht gelingt", so Hill.

Peter Rother, Ansprechpartner der örtlichen Jäger und Obmann der Jagdpächter in Trebitz, hat als Reaktion auf die Fuchsschäden zwei Lebendfallen an Sachkundige im Dorf verteilt. So sei gewährleistet, dass man Elterntiere wieder frei lassen könne. Frühestens ab Juli/August, wenn die Welpen selbstständig sind, könne man gezielt bejagen. "Wir bemühen uns, die Bestände zu beschränken", verspricht der Jäger. Den Fuchs verteufeln wolle er nicht: "Das Raubtier ist in der Natur so eine Art Gesundheitspolizei."

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