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Zweckmäßig, aber unromantisch

Da stand sie noch: Die Molchowbrücke im Februar dieses Jahres. Wenig später wurde sie teilweise abgeriassen, weil zu viele Menschen die Absperrung missachteten.
Da stand sie noch: Die Molchowbrücke im Februar dieses Jahres. Wenig später wurde sie teilweise abgeriassen, weil zu viele Menschen die Absperrung missachteten. © Foto: MZV
Anja Rütenik / 13.06.2017, 18:28 Uhr
Molchow (rue) Die Sitzplätze im Dorfgemeinschaftshaus wurden knapp bei der Sitzung des Molchower Ortsbeirats am Dienstag. Anlass war der veränderte Entwurf für die Molchowbrücke (RA berichtete).

Insgesamt soll sich die neue Variante besser in das Landschaftsbild einfügen, so Neuruppins Baudezernent Arne Krohn. So wird sie insgesamt filigraner sein: Der Stahlbogen wird mit 5,60 Metern Höhe zwei Meter flacher sein als ursprünglich geplant. Im Querschnitt werden die Bögen sich nach oben trapezförmig verjüngen. Ferner soll die Brücke leicht gebogen sein, aber gerade so viel, dass die Barrierefreiheit gegeben ist. Das ermöglicht wiederum, dass die Rampe zur Brücke niedriger sein wird: Statt rund zwei Metern müssten nur noch etwa anderthalb Meter aufgeschüttet werden. Die Brücke soll nicht mehr vier, sondern nur noch drei Meter breit werden.

"Die Brücke ist zweckmäßig, aber absolut unromantisch", kritisierte der Stendenitzer Martin Oswald und sprach damit aus, was viele Molchower denken: Dass sich auch der zweite Entwurf nicht gut ins Landschaftsbild einfügt. Die Diskussion blieb zwar sachlich, aber der Baudezernent musste sich doch einige Kritik gefallen lassen. Großen Wert legt Arne Krohn auf Barrierefreiheit. "Das ist ein Maßstab, an dem ich nicht rühren würde", sagte er.

Auch um das Fällen der zwei Eichen auf beiden Seiten der Brücke komme die Stadt nicht herum, so Krohn. Zum Einen habe das Wurzelwerk durch die aktuelle Brücke Schaden genommen. Zum Anderen weise einer der Bäume im Kronenbereich einen Pilzbefall auf.

Der Frage, warum die Stadt noch keinen Plan für eine neue Brücke in der Schublade gehabt hat, wo doch das Problem lange bekannt war, entgegnete der Dezernent, dass laut kommunaler Gesetzgebung erst geplant werden dürfe, wenn auch entsprechende Mittel vorhanden sind. Er selbst bedauere das auch.

Ausgebootet fühlen sich viele Molchower in Sachen Bürgerbeteiligung. "Sie haben jetzt Tatsachen geschaffen", hieß es. Doch auch, weil die Zeit drängt, sieht Krohn keine Möglichkeit, den Entwurf noch einmal umzuwerfen. "Wir münden gerade in das Genehmigungsverfahren ein", sagte er. Es müsse vermieden werden, das Verfahren zu gefährden. Eigentlich sollte die Brücke bereits in diesem Sommer fertig werden. Nun ist die Fertigstellung zum Beginn der kommenden Saison avisiert.

Es ist eine verfahrene Situation: Die Anwohner wünschen sich eine schnelle Wiederherstellung der Querung. Andererseits verzögert jeder Streit um das Aussehen den Prozess. Doch auch Ortsvorsteher Uwe Schürmann ist mit dem neuen Entwurf nicht glücklich. "Viele Gäste, die hier vorbeikommen, zeigen sich entsetzt", sagte er. Die Molchower hatten sich eine Brücke gewünscht, deren Bogen sich unterhalb der Konstruktion befindet und einen entsprechenden Entwurf vorgelegt. Danach hatte die Stadt den ersten Plan geändert.

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