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Zernikow im Belagerungszustand

Alle Mann angetreten: Die Mitglieder der Berliner Rittergilde nehmen vor dem Zernikower Gutshaus Aufstellung.
Alle Mann angetreten: Die Mitglieder der Berliner Rittergilde nehmen vor dem Zernikower Gutshaus Aufstellung. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 03.07.2017, 06:19 Uhr
Zernikow (GZ) Der kleine Ort Zernikow schien am Sonnabend aus allen Nähten zu platzen. Selbst einen Parkplatz zu finden, gestaltete sich schwierig. Wer auf das Gutsgelände wollte, musste vorher einige Taler (Euros) opfern, denn neben einem Schlagbaum achteten zwei Furcht einflößende Wächter akribisch darüber, dass keiner das Areal betrat, ohne zu löhnen.

Der Grund war plausibel. Der Ort Zernikow wurde zum 20. Mal von Rittern belagert, die sogar ein Feldlager aufgebaut hatten. Überall wimmelte es von Männern in Rüstung, von allerlei bunt gekleidetem Weibervolk, von Fahrensleuten, Musikanten sowie mittelalterlichen Händlern und Narren.

Nach einem Umzug durch das Dorf hatten sich etwa 100 Mitglieder der Berliner Rittergilde auf dem Gutsgelände in Reih und Glied aufgestellt, die von den Organisatoren und Besuchern des Festes begrüßt wurden. Mit ihren Rüstungen, Kettenhemden und Schilden sowie bewaffnet mit Pfeil und Bogen, Armbrüsten und Lanzen boten die Berliner Hobbyritter die passende Kulisse für das historische Spektakel.

Doch nicht nur die Ritter aus Berlin, die mit einer riesigen Steinschleuder angerückt waren, deren Funktionsweise sie auch vorführten, sorgten auf dem Gelände für Aufmerksamkeit. Auch die Spielleute "ErdenMut" gehörten mit ihren Instrumenten sowie der Musik aus dem Mittelalter genauso wie die Trommelgruppe aus Menz zu den Hauptakteuren des 20. Zernikower Ritter- und Dorffestes.

Zum Programm gehörte eine Schatzsuche, es gab Exerziervorführungen und Schauwettkämpfe der Berliner Rittergilde sowie die Möglichkeit, sich im Axtzielwurf auszuprobieren. Aber auch die Tänze der "Holden Weiber von Zernikow" trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Viel Beachtung fand die Steinschleuder, die in Aktion zu erleben war. Und als gegen 18 Uhr das Speisen an der Rittertafel auf dem Programm stand, lief einigen Gästen das Wasser förmlich im Mund zusammen.

Doch wer keinen Platz an der Tafel fand - auf dem Festgelände musste niemand hungern. Es gab Schwein am Spieß, Suppe aus riesigen Kesseln sowie jede Menge Stände mit urigen Speisen. Selbst Brot aus dem Steinbackofen, mittelalterliches Spielzeug, Kleidung aus Wolle und vieles andere mehr konnten die Besucher, wenn sie nur wollten, kaufen.

Selbst das regnerische Wetter ließ die Gäste nicht verzagen. "Wir sind zum sechsten Mal aus Berlin zum Ritterfest nach Zernikow gekommen", berichtete ein Ehepaar, das sich von dem Spektakel beeindruckt zeigte. Auch die Kennzeichen an den Autos zu beiden Seiten der Dorfstraße ließen erahnen, dass das Ritterfest in Zernikow Besucher nicht nur aus der unmittelbaren Region angelockt hatte.

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