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Christel Fielauf lebt die Geschichte Tempelbergs / Im September erscheint ihr drittes Buch über den Ort

"Die Wurzeln ganz tief in der Erde"

Seit kurzem druckreif: Zum Kartoffelfest am 16. September erscheint Christel Fielaufs drittes Tempelberg-Buch.
Seit kurzem druckreif: Zum Kartoffelfest am 16. September erscheint Christel Fielaufs drittes Tempelberg-Buch. © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 21.07.2017, 08:09 Uhr
Tempelberg (MOZ) Zu Hause in ... lautet der Titel unserer Serie, in der Menschen aus der Region vorgestellt werden. Das können Frauen und Männer sein, die schon immer hier leben oder hier ihre Wahlheimat gefunden haben. Heute: Ortschronistin Christel Fielauf aus Tempelberg.

Vom Trubel auf dem Anger bekommt sie in diesem Jahr nichts mit. Obwohl sie das Dorffest wochenlang vorbereitet hat, wird Christel Fielauf am Sonnabend weder mittendrin, noch nebenan in ihrem Haus und nicht einmal in Tempelberg sein. "Das erste Mal", wird der 66-Jährigen bewusst. Eine Hochzeit, da könne man nichts machen - Christel Fielauf schiebt den Gedanken beiseite, greift zu einem der Bücher auf dem Gartentisch.

"Tempelberg - Geschichte zwischen Oder und Spree" steht auf dem blassgrünen Buchdeckel. Mit der Ortschronik begründet Christel Fielauf, was sie sich nach 22 Jahren als studierte Ökonomin in Berlin vorgenommen hat: "Wenn ich Rentnerin bin, erforsche ich die Geschichte Tempelbergs". 1991 zieht die heutige Ortschronistin mit ihrem Mann zurück in ihr Elternhaus - da sind es noch zehn Jahre bis zur Rente.

Drei Jahre lang arbeitet die Tempelbergerin an ihrem ersten Buch. Sie fährt in dieser Zeit häufig durch Berlin und Brandenburg, sitzt in Bibliotheken und Archiven vor Büchern, Zeitungen und Briefen. Als der Erstling 2015 zum Kartoffelfest erscheint, hat Christel Fielauf bereits die Ideen und Fragen für ihr zweites, auch drittes Buch im Kopf. Sie lässt zunächst Zeitzeugen zu Wort kommen und versammelt in ihrem aktuellen Werk "Der Geschichte auf der Spur" historische Anekdoten, "die Spaß machen, Wissenswertes vermitteln und Lust auf die Region machen sollen".

Da ist die Geschichte ihrer Mutter, die ihren Holzpantoffel im Schäferpfuhl verlor oder der Bericht einer Lehrerin, der das Schulwesen im vergangenen Jahrhundert beleuchtet. Christel Fielauf blättert durch einen Ordner, in Folien stecken darin die künftigen Buchseiten - nicht nur Text, viele Bilder und Karten zeigen sich. "Es ist wichtig, dass das Dorf lebendig dargestellt wird", sagt die Tempelbergerin, meint damit nicht nur ihre Bücher.

Ein Dorf lebe dadurch, dass die Menschen miteinander kommunizieren. Die 66-Jährige trägt viel zum Austausch bei - als Ansprechpartnerin für Senioren und Touristen, als langjähriges Ortsbeiratmitglied und Mitglied des Fördervereins. Und sie bekommt etwas zurück: "Der Förderverein hat die Druckkosten übernommen", sagt Christel Fielauf. In Leipzig werden zurzeit nicht nur 300 Exemplare des neuen, sondern auch weitere des ersten Buches gedruckt.

Das Schreiben hat vorerst Pause, die Tempelbergerin kümmert sich um ihren Garten und die Enten, den örtlichen Chor und den Auftritt des Männerballetts beim Dorffest. Irgendwie ist sie also doch anwesend. Christel Fielauf lächelt: "Ich habe hier die Wurzeln ganz tief in der Erde."

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