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Von Maulbeeren und Seidenraupen

Anschaulich: Raupen und Kokons konnten aus nächster Nähe betrachtet werden.
Anschaulich: Raupen und Kokons konnten aus nächster Nähe betrachtet werden. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 06.08.2017, 20:29 Uhr
Zernikow (GZ) Die 17. Auflage des Maulbeerfestes am Sonnabend in Zernikow erwies sich auch in diesem Jahr als ein Besuchermagnet. Obwohl es am frühen Nachmittag zu regnen begann, eroberten immer mehr Besucher das weiträumige Gelände rund um das Gutshaus.

Wie bereits in früheren Jahren hatte der Verein "Initiative Zernikow" ein interessantes Programm rund um die Maulbeere organisiert. So konnten die Besucher allerlei Wissenswertes über die Geschichte der Seidenraupenzucht, aber auch über das Gut Zernikow erfahren. Jeweils um 13.30 Uhr und um 16 Uhr gab es Führungen mit Mathias Gebauer zur Maulbeerallee. Die Pflanzung war 1751 vom geheimen Kämmerer Michael Gabriel Fredersdorff angelegt worden, der das Gut Zernikow von Friedrich II. geschenkt bekommen hatte.

Im 18. Jahrhundert war Seide ein begehrter Rohstoff. Nicht nur, dass der hauchdünne Faden für die Herstellung von Seidentapeten benötigt wurde, auch kostbare Stoffe wurden aus dem Material gewebt, die der Anfertigung der teuren Gewänder für die Oberschicht dienten. Und da die gefräßigen Raupen jede Menge Futter benötigten, hatte man damals auf diversen Flächen Maulbeerbäume angepflanzt.

Gebauer, der als Fachbereichsleiter des Rheinsberger Schlossgartens tätig ist, kennt sich bestens aus mit der Geschichte um das Gut Zernikow. Das Interesse an den beiden Führungen war groß. Aber auch Peter Kurz, ein Buchdrucker aus Marwitz war mit einer 120 Jahre alten handbetriebenen Druckmaschine auf dem Fest vertreten. Mit der alten Technik druckte Kurz zeitgemäß und passend zum Jubiläumsjahr der Reformation Bilder mit dem Konterfei Martin Luthers.

Auf dem Fest, das von der Vorsitzenden der Initiative, Ines Rönnefarth, sowie Martina Dahlenburg von der Aqua Zehdnick, der Hausherrin des Anwesens, eröffnet wurde, gab es zahlreiche Stände mit Büchern über das Land Brandenburg sowie Bilder und Literatur über das Gut Zernikow. Aufmerksamkeit fand auch ein Stand, an dem mit Harald Schuller und Rainer Caspary zwei Mitglieder des Berliner Origami-Vereins zeigten, wie aus Papier Tierfiguren gefaltet werden.

Im Mittelpunkt des Interesses standen natürlich auch Produkte aus den Früchten des Maulbeerbaumes. So konnten Brotaufstriche probiert werden und am Stand des Dollgower Heimatvereins wurde Brot angeboten, das im Backofen unter Verwendung von getrockneten Früchten des Baumes hergestellt wurde. Aber auch Naturprodukte, wie Tinkturen, Salben und Elixiere aus Wildkräutern, stießen auf das Interesse der Gäste.

Großen Zuspruch von den Besuchern gab es auch für einige Filme über die Seidenraupenzucht und Seidenweberei, die im Inspektorenhaus gezeigt wurden. Aber auch ein Vortrag unter dem Motto "Mythologie, Tafelobst und Seide - ein Streifzug durch die Kulturgeschichte des Maulbeerbaumes in Europa", gehalten vom ehemaligen Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Michael Seiler, war gut besucht.

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Piefke Saga 28.08.2017 - 14:22:14

Hah, Seidenraupen ... habe gestern welche an die Kois verfüttert

getrocknete, gibt's zu kaufen, ist nicht mal ungewöhnlich. :-O "Alter, das sind ganz schöne Oschis!" :-O ... die Kois sind erst mal erschrocken abgetaucht bis sie endlich zu knappern anfingen..

Heike Koch 28.08.2017 - 13:07:14

Neiiin, warum war ich nicht da?

Das klingt nach einer sehr interessanten Veranstaltung. Ich könnte mir in den Hintern beißen, dass ich nicht dort war, und das ist nicht mal so weit zum Fahren:-( Naja, jedenfalls vielen Dank fürs Aufmerksammachen auf dieses Fest, nächstes Jahr bin ich sicher dabei! Ich habe früher mit meiner Mutter, Gott hab sie selig, Maulbeermarmelade hergestellt, das war ein Riesen Spaß kann ich mich noch erinnern:-) Hier ist ein einfaches Rezept: http://www.maulbeeren.org/rezepte.html. Liebe Grüße an alle Heike

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