Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ruhlsdorf beteiligt sich am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Ruhlsdorf - Ort mit vielen Gesichtern

Ruhlsdorfer Heimatmuseum: Eine historische Kinderstube wird die Ausstellung erweitern. Im Bürgerhaus soll auch eine Küche eingerichtet werden, um zusätzliche kulturelle Veranstaltungen mit Speisen- und Getränkeangebot abzudecken.
Ruhlsdorfer Heimatmuseum: Eine historische Kinderstube wird die Ausstellung erweitern. Im Bürgerhaus soll auch eine Küche eingerichtet werden, um zusätzliche kulturelle Veranstaltungen mit Speisen- und Getränkeangebot abzudecken. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 20.08.2017, 06:57 Uhr
Ruhlsdorf (MOZ) Dass Ruhlsdorf ein Ort mit Zukunft ist, wissen die Anwohner seit Langem. Das Dorf möchte sich dies jetzt jedoch auch gern durch einen Wettbewerb bestätigen lassen und nimmt am Ausscheid "Unser Dorf hat Zukunft" teil. Die Hoffnung: Der Einzug in die Landesrunde möge gelingen.

Rund 450 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren leben in Ruhlsdorf. Mancher mag von einer überschaubaren Größe sprechen, bereits die rein äußerlich wahrnehmbare Vielfalt des Ortes spricht jedoch Bände. Ein kurzer Überblick: Nach der Wende wurden drei Landwirtschaftlichsbetriebe fortgeführt, und zwar als Familienunternehmen, nicht als Teil fremder Konzernmütter. Der Haus-Entwickler und Hersteller Max-Haus blieb dem Ort erhalten und eröffnete im vergangenen Jahr eine neue Betriebshalle, ein "Riesenerfolg für Ruhlsdorf", wie Ortsvorsteherin Annett Klingsporn sagt. Architekturbüro und Kfz-Betrieb sind im Ort zu finden. Der Kiesabbau prägt die Landschaft. Das Feriendorf "Dorado" mit Sporthalle - seit sechs Jahren mit neuem Betreiber - mehrt den guten Ruf und die Besucherzahlen steigen. Das gilt gleichfalls für die Wasserskianlage, die nach dem Betreiberwechsel vor zwei Jahren auch mit dem (Familien-)Camping erfolgreich neue Wege beschreitet. Der Tourismus gilt als zusätzliche Chance, die sich in die behutsame Entwicklung einreiht. Auch die Einführung des schnellen Internets hat geklappt. Und nicht zuletzt: Die Grundstücke im neuen Wohngebiet sind verkauft.

"Es ist Zeit für eine Standortbestimmung", sagt die Ortsvorsteherin. Dies könnte durch die Teilnahme an dem Wettbewerb geschehen - und zwar durch eine außenstehende, unvoreingenommene Jury. Das dies gelingen kann und möglicherweise der Einzug in die nächste Runde auf Landesebene gelingt, ist Annett Klingsporn zuversichtlich. Denn nicht nur die örtliche Wirtschaft - siehe oben - weise die richtige Mischung und damit Sicherung von Arbeitsplätzen im Ort aus. Auch das Miteinander, die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehr und der Vereine, das Bürgerhaus mit zeitweiliger Arztpraxis und Ruhlsdorfmuseum und nicht zuletzt das soziale Angebot bis hin zur Kita stimme. Die 700-Jahrfeier 2015 ist ihr als Beispiel für die große Freude der Ruhlsdorfer, sich in das Fest mit Ideen und Unternehmensgeist einzubringen, in bester Erinnerung. Die Bereitschaft, das Dorfleben zu gestalten, reiche von der großen Teilnahme an den Frühjahrsputz- und Laubaktionen bis hin zur stets aktuellen Gestaltung der Ruhlsdorfer Internetseite durch die Anwohnerin Patrizia Fehlberg. Und an der Bewerbung für den Wettbewerb haben rund 20 Ruhlsdorfer mitgearbeitet.

Ein noch grundlegenderer Baustein als die Wettbewerbsteilnahme sind für die Standortbestimmung die Wünsche der Anwohner. "Manche Dinge brauchen Zeit, aber wir bereiten Befragungen und Versammlungen vor, um herauszufinden, was den Menschen im Ort wichtig ist", sagt Annett Klingsporn.

Die Ortsvorsteherin selbst vermisst eine Einkaufsmöglichkeit: "Früher gab es einen Tante-Emma-Laden", sagt sie. Um ein solches Angebot auf langfristig stabile Füße zu stellen, sei aber sicherlich Einfallsreichtum im Hinblick auf die Betriebsform gefragt. Über die Etablierung einer wie auch immer organisierten Einkaufsmöglichkeite nachzudenken, lohne sich jedoch auf jeden Fall. Der Anstieg der Einwohnerzahl von 334 im Jahr 2000 auf 450 im vergangenen Jahr sei ebenso ermutigend wie die vergleichsweise geringe Arbeitslosigkeit im Ort. Nicht zuletzt könne beobachtet werden, dass junge Menschen, die vor Jahren wegen Ausbildung und Beruf fortzogen, jetzt mit Familie wieder zurückkehren.

Gedacht wird auch an eine Erweiterung der Aktivitäten im Bürgerhaus, insbesondere durch zusätzliche kulturelle Winterveranstaltungen, Lesungen und Ähnliches. Eine Kaffeestube und Bücherstube sollen hinzukommen. Das Museum sei dabei, eine historische Kinderstube einzurichten. Der Zuspruch des Museums mit neuen Abteilungen von der Landwirtschafts- bis zur Schulstube ist bereits jetzt mit rund 1000 Gästen im Jahr ausgesprochen beachtlich.

Die Befragung der Bewohner nach ihren Zielen und Wünschen für die weitere Entwicklung von Ruhlsdorf ist für 2018 vorgesehen. Um den Informationsfluss in Richtung Einwohnerschaft aufrechtzuerhalten, wird wie bisher alle drei Monate ein neuer Bürgerbrief des Ortsbeirats in den Briefkästen der Ruhlsdorfer liegen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG