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Panzerfäuste und Handgranaten gefunden

Viel Schrott: Da die Sicht unter Wasser extrem schlecht ist, müssen sich die Taucher auf ihre Detektoren verlassen. Die schlagen aber nicht nur bei Kampfmitteln an, sondern auch bei alten Kochtöpfen.
Viel Schrott: Da die Sicht unter Wasser extrem schlecht ist, müssen sich die Taucher auf ihre Detektoren verlassen. Die schlagen aber nicht nur bei Kampfmitteln an, sondern auch bei alten Kochtöpfen. © Foto: MZV
Siegmar Trenkler / 01.09.2017, 17:53 Uhr
Molchow (RA) Panzerfäuste, Handgranaten und sogar eine Mine: Das haben Taucher in den vergangenen vier Wochen an der Molchower Brücke aus dem Wasser geholt. Wegen der Funde und dem vielen Schrott wird die Suche nun verlängert. Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes rechnet mit drei weiteren Wochen.

Für die Munitionssuche waren ursprünglich vier Wochen eingeplant, um den Untergrund für den anstehenden Brückenneubau sicher zu machen. Die Querung soll ab kommendem Jahr errichtet werden. Dass durchaus einiges in Wurfweite der Brücke zu finden sein dürfte, war Fleischhauer schon im vergangenen Sommer klar, als Spaziergänger dort eine Handgranate gefunden hatten. Seit Ende Juli war daher eine Spezialfirma im Einsatz (RA berichtete), um den Seeboden Stück für Stück mit Metalldetektoren zu untersuchen.

"Wir sind jetzt etwa mit der Hälfte der Fläche durch", so Fleischhauer. Von den restlichen Arbeiten soll der Bootsverkehr an der Brücke aber unbeeinträchtigt bleiben. Denn viereinhalb Wochen lang war die Wasserstraße an dieser Stelle wochentags zwischen 7 und 10 Uhr gesperrt. Das wird laut Fleischhauer nicht mehr nötig sein, da jetzt vor allem die Randbereiche untersucht werden.

Eine Panzermine, vier Handgranaten, drei Panzerfäuste sowie acht Waffen, die vom Karabiner bis zur Pistole reichten, wurde seit dem Beginn der Untersuchungen gefunden. Dementsprechend sieht sich Fleischhauer in seiner ursprünglichen Einschätzung bestätigt. "Es war schon richtig, dass wir dort gesucht haben", sagt er. Denn nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hätten viele Soldaten ihre Waffen einfach ins Wasser geworfen. Dabei sei auch egal, ob es sich um einen Uferbereich oder eben um Brücken handelt. "Als wir an der Neuruppiner Kastanienwiese einen 15-Meter-Bereich am Ufer untersucht haben, hatten wir in etwa dieselbe Belastung", erinnert sich Fleischhauer.

Die gefährlichen Kampfmittel, die in Molchow vom Seeboden ans Tageslicht befördert wurden, sind aber nicht der einzige Grund für die länger dauernde Munitionssuche. "Wir haben dort sehr viel Schrott gefunden. Die Brücke ist ja seit dem Krieg mehrfach gemacht worden. Da sind dann auch immer die Nägel, die herausgezogen wurden, im Wasser gelandet." Doch genau diese Störkörper erschweren die Munitionssuche, da unter Wasser nicht ersichtlich ist, ob es sich um einfachen Schrott oder um gefährliche Fundmunition handelt.

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