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Preisverdächtig nur mit fünf Zacken

so geht es beim Sommerfest zu.
so geht es beim Sommerfest zu. © Foto: MZV
Holger Rudolph / 03.09.2017, 17:58 Uhr
Wildberg (mzv) Zum Sommerfest auf ihrem Vereinsgelände trafen sich am Sonnabend die Wildberger Kleintierzüchter.

Preisrichter bewerteten zu Beginn Hühner, Tauben und Kaninchen. Alwin Herrmann aus Falkenhagen in der Prignitz weiß genau, wie ein preisverdächtiger Hahn aussehen sollte. Bem Exemplar der Rasse Amrocks von Züchter Helmut Soost bemängelte Herrmann den Kamm des Vogels. Vereinsvorsitzender Joachim Krebs dazu: "Wenn der Kamm nicht glatt genug ist oder statt fünf Zacken im kleinen Kamm nur vier Zacken und in der Mitte ein kleinerer Doppelzacken ist, sollte der Züchter das Tier nicht für die Herbstausstellung vorsehen." Am Sonnabend ging es also um eine Bewertung ohne Punkte - eine Art Vorauswahl. Tiere mit Makeln bei den großen Ausstellungen im Herbst und Winter haben keine Chance auf den Sieg. Was wird mit ihnen? Krebs: "Das eine oder andere landet wahrscheinlich im Kochtopf."

Die Wildberger Züchter haben sich bei den Hühnern auf die Rassen Araucana, Amrocks, Zwergwelsumer, Zwergwyandotte und Deutsches Zwerghuhn spezialisiert und mit ihnen bereits Preise abgeräumt. Nachdem alle Tiere bewertet waren, hatten die 30Vereinsmitglieder am Grill noch genug zu erzählen. Es gibt zwar auch einige Frauen im Verein, doch die meisten Züchter sind Männer mittleren und älteren Jahrgangs.

Vor zwei Jahren hatte der Vereins-Chef sich im Interview mit dem RA noch um neue Mitglieder im Jugendalter bemüht. Doch daraus ist fast nichts geworden. Krebs: "Wir haben nur noch zwei Jugendliche im Verein. Inzwischen haben wir uns damit abgefunden, dass es sich bei der Kleintierzucht um ein aussterbendes Hobby handelt." Auch vielen anderen Züchtervereinen im Landkreis gehe es so. Die Jugend von heute habe ganz andere Interessen.

Solange ihr Verein aber noch genügend aktive Mitglieder hat, wollen sich die Wildberger auch weiterhin außer bei den turnusmäßigen Sitzungen mehrfach zu Feiern treffen. Neben dem Sommerfest sind dies das Osterfeuer und das Hähnekrähen. Krebs: "Den sehr beliebten Wettstreit der Hähne gibt es bei uns schon seit 1981 immer zum 1. Mai." Und siehe da, es war zwar nicht der 1.Mai. Doch ein blitzgescheiter Hahn musste wohl verstanden haben, was Krebs gesagt hatte und krähte preisverdächtig aus voller Kehle drauflos.

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