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Vorplatz der sanierungsbedürftigen Groß-Ziethener Kirche soll neuer Anlaufpunkt im Ort werden

Schwammbefall
Maroder Kirche droht Sperrung

Die Kirche in Groß-Ziethen liegt ein wenig versteckt. Jetzt soll der Vorplatz offener angelegt werden, auch um den Weg zum Gotteshaus einladender zu gestalten. Dazu müssten allerdings zwei Tannen gefällt werden, in denen momentan Eichhörnchen leben.
Die Kirche in Groß-Ziethen liegt ein wenig versteckt. Jetzt soll der Vorplatz offener angelegt werden, auch um den Weg zum Gotteshaus einladender zu gestalten. Dazu müssten allerdings zwei Tannen gefällt werden, in denen momentan Eichhörnchen leben. © Foto: OGA/Marco Winker
Marco Winkler / 24.10.2017, 08:17 Uhr
Groß-Ziethen (OGA) Die Kirche in Groß-Ziethen ist baulich in einem äußerst schlechten Zustand. Laut Pfarrer Thomas Triebler steht sie kurz vor der Sperrung. Sanierungsarbeiten sind deshalb angedacht. Dabei soll unter anderem der Vorplatz zum Dorfzentrum umgestaltet werden. Damit soll die etwas versteckt liegende Kirche wieder ins Rampenlicht rücken.

"Besucher finden unsere Kirche wunderschön." Pfarrer Thomas Triebler sieht sich oft mit Lob konfrontiert, wenn ihm Gäste des Groß-Ziethener Gotteshauses ihre Eindrücke schildern. Was sie dabei aber nicht ahnen: Das Gebäude ist sanierungsbedürftig. "Schon vor 20 Jahren wurde das festgestellt", so der 60-jährige Pfarrer. Kürzlich habe ein Planungsbüro die Kirche erneut begutachtet.

Bewertet wurde der Zustand auf einer Skala von eins bis zehn, wobei zehn den dringendsten Handlungsbedarf darstellt. Groß-Ziethens Kirche pendelte sich zwischen acht und neun ein. "Wir stehen kurz vor der Sperrung, sollte jetzt nicht gehandelt werden", betont Triebler. Decke und Dachstuhl müssen erneuert werden. "Überall gibt es Schwammbefall und damit große Mängel."

Erste Kostenschätzung: Bis zu 380 000 Euro müssten für die Sanierung aufgebracht werden. "Weil die Arbeiten so notwendig sind, sind wie innerhalb kurzer Zeit auf Platz zwei der Prioritätenliste des Kirchenkreises gerutscht." Geplant sind vorerst zwei Bauabschnitte. Der erste könnte im kommenden Jahr beginnen. Der zweite ein Jahr später. Fördermittelanträge ans Land Brandenburg, die Landeskirche, den Kirchenkreis und diverse Stiftungen sind gestellt worden. "Wenn die beantragten Gelder kommen, können wir hoffentlich bald loslegen", so der Pfarrer, der klar macht: "Alles hängt von der Zusage ab." Sollte das Projekt nach Plan verlaufen, ist dennoch kein Ende in Sicht. "Wenn wir durch sind, haben wir noch nichts im Innenraum der Kirche gemacht." Das wäre ein weiterer Bauabschnitt - in ferner Zukunft. Zuvor sollen im Zuge der Sanierung aber die Außenanlagen aufgehübscht werden. "Im kleinen Kreis haben wir uns unterhalten und Ideen zusammengetragen." Die Vision: Aus dem Vorplatz soll ein neues Dorfzentrum werden. Bislang galt die Buswendeschleife als zentraler Ort. "Dabei ist der Platz ziemlich ungeeignet", so Triebler. Mit dem Denkmalschutz sei das Vorhaben besprochen worden. "Sie können sich das vorstellen, allerdings ohne komplette Pflasterung des Weges." Etwas, das die Kirchgemeinde nicht vorgehabt habe. Bis Februar 2018 können noch Ideen für einen neuen Dorfplatz gesammelt werden. Dann wird ein Planungsbüro beauftragt.

Auch die Gemeinde soll ins Boot geholt werden. "Eventuell gibt es Fördergelder über das Leader-Projekt", hofft Thomas Triebler. Bürgermeister Sebastian Busse (CDU), der das Vorhaben für ein "gutes Projekt" hält, weist darauf hin, dass die Gelder zeitlich begrenzt seien.

Hintergedanke der Aktion ist: Die Kirche liegt zurückgesetzt und etwas versteckt hinter Büschen und Tannen. Deshalb soll der Vorplatz offener gestaltet werden, "um die Kirche wieder sichtbarer zu machen", so Triebler. Bisher springt Besuchern eher das gegenüber liegende Schloss ins Auge. "Wir wollen die Kirche wieder ins Dorf holen", sagt Triebler. Ortsvorsteherin Astrid Braun (Wählergemeinschaft Groß-Ziethen)steht dem Vorhaben positiv gegenüber: "So wie es jetzt ist, wirkt es einfach nicht einladen".

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