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"Alte Schmiede" ist bis Sonntag Kunst- und Geschenkemarkt / Besucher stehen vor Herausforderung durch Sperrung der B 198

Kunstmarkt
Handwerk zieht in Galerie

Julia Lehmann / 26.10.2017, 06:30 Uhr
Ziethen (MOZ) Ganz bewusst veranstaltet Galerist Joachim Brückner seinen Kunst- und Geschenkemarkt immer weit vor Weihnachten. Mit ihm bieten neun Künstler ihre Kreationen in der "Alten Schmiede" in Groß Ziethen an. In diesem Jahr unterliege der Markt einem Test, so der 66-Jährige.

Die Dorfkirche Groß Ziethen als Blei- und Farbstiftzeichnung. Fast sieht das Hugenottenerbe von Wolfgang Arnold aus wie ein Foto. So filigran hat der Künstler gearbeitet. Und weil es nicht nur die Kirche im Feld- und Backsteinmix zeigt, sondern auch das Haus von Familie Hanisch hat diese die Zeichnung sogleich ins Herz geschlossen. Einfach, weil sie es schön finde, wie Michaela Hanisch sagt. "Es ist ein Unikat, wie das bei Malerei so ist", stellt Joachim Brückner fest.

Künstler Wolfgang Arnold präsentiert seine Arbeiten aktuell in der Galerie "Alte Schmiede" bei Joachim Brückner. Der hat im Ofen ein Feuer entzündet, dicke Winterstiefel und Pullover angezogen, um es während der Öffnungszeiten in der Galerie gemütlich zu haben. Nicht nur Wolfgang Arnold stellt bei ihm aus. Brückner hat zum dritten Mal dazu eingeladen, die eigenen Werke in dem kleinen Haus in der Groß Ziethener Straße Am Dorfteich zu verkaufen. Völlig provisions- und kostenfrei, wie der 66-Jährige betont. Normalerweise gebe es bei ihm als Galeristen eine gleichbleibende Ordnung. Alles hängt in Reih und Glied. Für den Kunst- und Geschenkemarkt öffne er seine Räumlichkeiten für das Handwerk, dem er ja als Künstler, der mit Holz und Stein arbeitet, ebenso angehört. Und er freue sich über neue Bewerber, die ihn in diesem Jahr kontaktiert haben. Dazu gehört Lilo Kodantke. Unter dem Titel "Lilo's Kuscheltiere" fertigt die Berlinerin bunte Figuren wie Frösche oder Hasen aus Strick. "Persönlich lerne ich sie erst am Freitag kennen", sagt Joachim Brückner. Dann seien einige der Künstler vor Ort, ebenso am Sonnabend, und der Markt sei am meisten besucht.

Zum Markt lädt Brückner gern etwas vor dem Weihnachstrubel, wenn die wenigsten schon Geschenke gekauft haben. Der erste Markttag, wie an diesem Mittwoch, ist sehr ruhig und das sei auch normal, so Joachim Brückner. Um die Mittagszeit, wenn er öffnet, hat es aber gleich eine Gruppe in die Galerie gezogen. Der erste Umsatz ließ nicht lange auf sich warten. Und dennoch: Eine Sorge plagt den Künstler. Die Sperrung der Bundesstraße 198 zwischen Klein Ziethen und Angermünde ist ein großes Problem für ansässige Gewerbetreibende wie Brückner. Viele seiner Gäste kommen aus dem Eberswalder Raum, mindestens genauso viele aber aus der Uckermark. "Es ist skandalös, was sie mit uns hier machen", zeigt er sich verärgert. Noch dazu halte er die Baumaßnahme für Verschwendung, die Dauer von einem Jahr unverhältnismäßig. Groß Ziethen erreicht man nur noch über Altkünkendorf und Neugrimitz, aus Eberswalde fährt man am besten über Golzow und in Chorin auf die Autobahn. Über die Abfahrt Joachimsthal/Schwedt ist die Durchfahrt bis Groß Ziethen möglich. Für seine Galerie sei der Markt ein Test, so- Brückner. Halbiere sich die Besucherzahl müsse er überlegen, den Galeriebetrieb herunterzufahren. Die Leute, die wirklich kommen wollen, kämen auch so, meint Brückner. Es gehe ihm um Laufkundschaft.

Dennoch: Der Galerist hat auch diesmal eine angenehme Atmosphäre geschaffen. Der neue Schorfheide-Kalender mit Aquarellen von Stephanie Turzer ist genauso zu haben, wie Arbeiten von Brigitte Normen, die Kunst-Spiel-Objekte fertigt. Gleich daneben im Regal finden Gäste selbst gemachte Konfitüren. Teilweise aus Joachim Brückners Garten.

Der Maler und Keramiker Klaus Deutsch, Harry Horn mit Ölgemälden, Herbert Rudolf mit Drechslerarbeiten sowie Kathrin Suter mit Filzarbeiten - sie und alle anderen glauben trotz eingeschränkter Erreichbarkeit an den Markt.

Kunst- und Geschenkemarkt, Galerie "Alte Schmiede", Am Dorfteich 7, bis Sonntag, 12 bis 17 Uhr

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