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Abriss der alten Stallanlagen in Felchow läuft / Säckeweise asbestbelasteter Bauschutt wird entsorgt

Alte Ställe
Schandfleck verschwindet

Asbest wohin das Auge schaut: Der Schadstoff, der in den Dächern verbaut wurde, wartet jetzt in Säcken verpackt in den alten Stallanlagen. Bisher wurde entkernt. Bis zum Jahresende sollen die alten Anlagen abgerissen sein.
Asbest wohin das Auge schaut: Der Schadstoff, der in den Dächern verbaut wurde, wartet jetzt in Säcken verpackt in den alten Stallanlagen. Bisher wurde entkernt. Bis zum Jahresende sollen die alten Anlagen abgerissen sein. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 03.11.2017, 06:56 Uhr - Aktualisiert 03.11.2017, 11:04
Felchow (MOZ) Der Abriss der alten Stallanlagen in Felchow läuft und soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Möglich ist die langersehnte Maßnahme als Ausgleich für den Bau des Pinnowers Kreisels und des Abschnitts der B 2 neu.

Von den ersten Arbeiten haben die Felchower wenig mitbekommen. Sie spielten sich sozusagen hinter verschlossenen Türen ab. "Wir haben innen angefangen. Das sieht ja keiner", erklärt Eberhard Ihlow, dessen Firma den Zuschlag für den Abriss bekommen hat. Jede Firma ist froh über Aufträge. Sie bedeuten Arbeit für die Mitarbeiter. Aber eine dankbare Aufgabe ist das nicht. Das zeigte sich am Donnerstagmorgen nach dem Regen der Nacht ganz besonders. Überall auf dem großen Areal steht das Wasser. Die Abläufe sind verstopft oder kaputt. Bevor die Bagger loslegen konnten, mussten erst einmal Standsicherheit und Baufreiheit geschaffen werden, berichtet Eberhard Ihlow.

Die Ställe zeigten sich den Bauleuten so, wie sie vor mehr als zwei Jahrzehnten verlassen wurden. Und auch rund um die Bauten gleicht das Gelände einer Deponie. Müll, Altreifen und jede Menge Steine liegen herum, die sicherlich nicht aus der Landwirtschaftlichen Nutzung stammen.

Vor der Wende wurden hier Rinder, Kälber und Schweine gehalten. Dann wollte ein holländischer Investor hier Schafe züchten. Davon waren nur Ködel und das Streu geblieben. Letztlich hatte die Gemeinde einen großen Teil des Geländes erworben. Das grenzt an private Grundstücke und auch an Treuhandbesitz, auf dem noch Hallen und Gebäude stehen, denn es wurde mitunter über Grundstücksgrenzen gebaut. Reste bleiben auch vorerst stehen, weil die Fördermittel für den Abriss nur für gemeindeeigene Anlagen bestimmt sind. Nach den aufwendigen Vorarbeiten und Entkernung ging es mit der Demontage der Decken unter höchster Sicherheitsstufe weiter. Hier wurde einst viel Asbest verbaut. Die Bauleute arbeiteten in Schutzanzügen und mit Maske. Öffnungen wurden verklebt und die belastete Luft mit Filteranlagen abgesaugt. Die einstigen Ställe stehen voller weißer Säcke mit Asbest, der gesondert auf der Deponie entsorgt werden muss.

Bis zum Jahresende soll das Areal der Gemeinde beräumt sein. Es wäre eine lukrativer Baustandort, meint Ortsvorsteher Sven Golling. Schön ruhig und günstig zwischen Schwedt und Angermünde gelegen. "Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich ein Investor fände."

Doch Interessenten für den Speicher und das Feldsteinhaus, die zum Ensemble gehören, sind bisher immer wieder abgesprungen. Diese Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Käufer müssten ziemlich viel Geld in Hand nehmen, um sie wieder nutzbar zu machen. Auch die kleine Schmiede neben den Ställen ist jüngst unter Denkmalschutz gestellt worden.

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