Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Daniela Mongado Ribeiro arbeitet zeitweise in Beerfelder Kita / Fürstenwalder Verein organisiert Europäischen Freiwilligendienst

Kita
Klötzchen bauen auf Portugiesisch

Neue Gefährtin zum Spielen und Toben: Seit September hilft die Portugiesin Daniela Mongado Ribeiro in der Beerfelder Kita "Glücksbärchen". In der Igel-Gruppe bringt sie Drei- bis Vierjährigen auch einige Wörter ihrer Muttersprache bei.
Neue Gefährtin zum Spielen und Toben: Seit September hilft die Portugiesin Daniela Mongado Ribeiro in der Beerfelder Kita "Glücksbärchen". In der Igel-Gruppe bringt sie Drei- bis Vierjährigen auch einige Wörter ihrer Muttersprache bei. © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 04.11.2017, 08:06 Uhr
Beerfelde (MOZ) Zehn Monate lang unterstützt die Portugiesin Daniela Mongado Ribeiro die Erzieherinnen der Beerfelder Kita "Glücksbärchen". Zwei Freiwilligendienst-Leistende entsendet der Fürstenwalder Verein für Jugendhilfe und Sozialarbeit (JuSeV) jedes Jahr in die Gemeinde Steinhöfel.

Daniela darf wieder spielen. "Guck mal Dani", ruft der kleine Maxim der 25-Jährigen zu. Die greift nach einem Holzklotz, setzt ihn auf das Gebilde aus bunten Stäben und silberfarbenen Kugeln und strahlt den Jungen an. "Gut so?" Maxim nickt zufrieden.

Zwei Jahre lang hat die Portugiesin Daniela Mongado Ribeiro als Innenarchitektin Räume von Einfamilienhäusern geplant. Dann entscheidet sie, ihre Heimat Guarda - die höchstgelegene Stadt des Landes - zu verlassen und in der Beerfelder Kita Kinder zu betreuen. "Ich brauchte eine Pause", sagt die junge Frau. Mühelos gehen die deutschen Worte über ihre Lippen; zwei Jahre lang hat sie die Fremdsprache an einer Privatschule gebüffelt. "Ich wollte etwas Neues lernen", sagt sie.

Aus Hobby wird Ernst, als Daniela Mongado Ribeiro ihre Bewerbung für den Europäischen Freiwilligendienst losschickt. "Ich habe mich für die Kita entschieden, weil ich mit Kindern arbeiten wollte", sagt die kleine Schwester eines 28-jährigen Bruders, die es liebt, Zeit mit ihren Cousins und Cousinen zu verbringen.

Mehr als 120 Freiwillige hat der Verein JuSeV seit 2000 aufgenommen und auf verschiedene soziale Einrichtungen in Fürstenwalde und Umgebung verteilt. Den Europäischen Freiwilligendienst leisten können junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahre; finanziell unterstützt werden sie vom EU-Förderprogramm Erasmus.

"Für die Kinder ist es eine Bereicherung und wir sind glücklich, so tolle Unterstützung zu haben", sagt Kita-Leiterin Kerstin Thöns. Seit acht Jahren nehme sie Freiwillige aus dem europäischen Ausland auf; die Kinder lernen mit ihnen auf Portugiesisch, Französisch oder Polnisch zu zählen oder die Wochentage zu benennen. Manuela Mosters, Leiterin der Kita in Heinersdorf, habe ebenfalls gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht. In ihrer Einrichtung hilft zehn Monate lang eine junge Spanierin.

Daniela Mongado Ribeiro lebt seit September in Fürstenwalde, in einer von JuSeV zur Verfügung gestellten Wohnung und zusammen mit zwei anderen Freiwilligendienstleistenden aus Ungarn und den Niederlanden. Die Gemeinschaft, auch regelmäßige Ausflüge nach Berlin und Besuche von Freunden machen die Distanz zu ihrer Familie erträglicher. Während der Busfahrten nach und von Beerfelde aber, denkt die junge Frau häufig an Portugal. "Die erste Woche war schwer, auch wegen der Sprache. Ich lerne jeden Tag dazu." Nur an das Wetter und Brot zum Abendessen, sagt sie, werde sie sich so schnell nicht gewöhnen. Vorgenommen aber hat sie es sich: "Ich möchte in Deutschland bleiben, hier studieren oder arbeiten." Erst einmal verlangt jedoch eine Gruppe Kleinkinder nach ihrer Aufmerksamkeit.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG