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S 2 bleibt zunächst von weiteren Unterbrechungen verschont, kollidiert aber mit anderen Großprojekten

Bahn-Ausbau verspätet sich

Andrea Linne / 13.12.2017, 06:34 Uhr
Bernau (MOZ) Die frohe Botschaft: Die S-Bahn-Linie 2 wird ab 8. Januar nicht unterbrochen. Die schlechte Nachricht: Es passiert im Frühjahr/Frühsommer. Der genaue Termin steht laut Bahnsprecher Burkhard Ahlert noch nicht fest.

Schon der Schienenersatzverkehr, der die Bahnkunden und Pendler der Region im südlichen Barnim bis 4. Dezember auf Trab hielt, sorgte für viel Ärger und Nervereien. Allerdings fiel, so Ahlert, diese Unterbrechung der S2 schon kürzer aus als ursprünglich angedacht. Hintergrund: Die ARGE, die zwei Großvorhaben am Karower Kreuz realisiert, hängt. "Die Baufirma ist in Verzug. Das wirkt sich auf den Weiterbau aus", macht Ahlert deutlich.

Deshalb pfiffen die Verantwortlichen nun die geplante Streckensperrung im Januar zurück. "Wir klären gerade, wann ein neuer Termin erfolgen kann. Ich gehe nach aktuellem Stand davon aus, dass es im Frühjahr oder sogar Frühsommer sein wird", führt der Bahnsprecher weiter aus. Und: "Es wird keine Winterbaustelle für die Fahrgäste geben." Das befürchtete Frieren an Ersatzbus-Haltestellen entfällt.

Doch die Freude über das verschobene Vorhaben währt nur kurz, wenn der kundige Pendler auf das schaut, was ihn 2018 erwartet. Denn mit dem geplanten Ausbau der B 2 durch Malchow parallel zum Ausbau des Pankow-Zubringers, der Autobahn A 114, dürfte ein Umsteigen von der Bahn aufs Auto eher die Dramatik des Geschehens steigern. Denn verstopfte Straßen - Malchow lässt sich nur in einer Richtung durchfahren -, dürften dann Dauerthema werden.

Auf der Strecke zwischen Berlin-Pankow und Blankenburg wurden inzwischen neun Schallschutzwände gesetzt. Auch dazu diente die Unterbrechung der S2 und S8 im Dezember. Für die Realisierung der Brücken kamen die Arbeiten aber nicht so voran, wie es sein sollte. Es entsteht eine zweigleisige Fernbahntrasse, die auch die Schienen für die S-Bahnen 2 und 8 tragen soll, sowie die neue Verbindungskurve Richtung Norden. Laut Ahlert sind beim "ausführenden Auftragnehmer erneute Verzögerungen im Bauablauf aufgetreten".

Die Bahn AG teilt mit, dass sie die "größtmögliche Stabilität im Baufahrplan zu gewährleisten" sei und daher "die Hauptarbeiten nun außerhalb der Wintermonate geplant" würden. Sperrpausen sollen daher neu festgelegt werden. Ein Treffen zwischen Projektleitung und ARGE ist für den 21. Dezember anberaumt. Hier sollen detailierte Abstimmungen erfolgen, wie der Neubau der Strecke realisiert werden kann. Die Auswirkungen auf die Fahrgäste sollen laut Ahlert so gering wie möglich gehalten werden.

Inwieweit das Gesamtvorhaben, das neben dem Ausbau des Karower Kreuzes auch den Neubau weiterer 13 Brücken zwischen Berlin und Barnim sowie Oberhavel vorsieht, in Gefahr ist, lässt sich noch nicht abschätzen.

Geplant ist, das Großprojekt im Herbst 2020 fertigzustellen. Auch zur Sperrung der Zepernicker Chaussee konnte Ahlert noch keine Auskunft geben. Herbst 2018 ist hier noch immer der Fertigstellungstermin, der auch auf der Internetseite der Bahn AG nachzulesen ist. Bis Frühjahr 2018 soll der Fußgängertunnel am S-Bahnhof Röntgental fertig sein.

Zahlreiche Kommunalpolitiker aus Bernau und Panketal machen Druck. Der Landkreis soll gemeinsam mit der Kreistochter Barnimer Busgesellschaft weitere Entlastungen für Pendler im Südkreis zur Verfügung stellen. Welche das sein werden, steht noch nicht fest.

In einem Antrag wendet sich außerdem die Panketalerin Christel Zillmann (Linke) an die Gemeindevertretung, die am Montag tagt. Sie fürchtet ein "riesiges Verkehrschaos" im kommenden Jahr und möchte wissen, wann die Kommunen gemeinsam mit dem Kreis, der Bahn und dem Verkehrsverbund die geplanten Vorhaben abstimmen.

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