Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Vom Tower auf dem Flugplatzgelände in Pohlitz werden Starts und Landungen der Maschinen überwacht

Pohlitz
Delta - Echo - Tango ist startklar

Stefan Lötsch / 14.12.2017, 07:21 Uhr - Aktualisiert 15.12.2017, 11:45
Pohlitz (MOZ) Jeden Tag ein Türchen öffnen, das ist Alltag im Advent. Die Märkische Oderzeitung schaut in diesen Tagen hinter Türen, die für neugierige Blicke sonst verschlossen bleiben. Heute: Der Tower auf dem Verkehrslandeplatz Eisenhüttenstadt/Frankfurt in Pohlitz.

Das Funkgerät rauscht und es ertönt eine Stimme: D-MDET FK9 meldet sich zum Abflug bereit. Im Flieger-Alphabet heißt das: "Delta - Mike, Delta - Echo - Tango: stehe auf dem Vorfeld." Flugleiter Torsten Schönfeld wiederholt die Flugzeugkennung, meldet sich mit Eisenhüttenstadt info, weist den Piloten ein und gibt ihm vor allem noch wichtige Informationen: "Piste 29, Wind aus zwei vier, null - sieben Knoten. Start in eigener Verantwortung, guten Flug."

Wenig später ist das Ultraleichtflugzeug in den Himmel entschwunden, zu einem Rundflug über die Region bei strahlendem Sonnenschein. "Ideales Wetter", stellt Peter Schwarz, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder), zufrieden fest.

Hobbyflieger, Geschäftsreisende, Flugschulen steuern unter anderem die Start und Landebahn auf dem Flugplatzgelände in Pohlitz an. Damit alles reibungslos abläuft, ist ein Flugleiter vor Ort, der entweder vom Tower, der über fast 50 Stufen zu erreichen ist, oder von einem Leitstand im Flugplatzgebäude das Geschehen auf der 1,1 Kilometer langen Start und Landebahn überwacht. Auf zwei Monitoren übertragen Kameras Bilder vom Flugplatz. Auf einem weiteren Bildschirm stehen die Informationen, die Torsten Schönfeld oder Peter Schwarz, der ebenfalls Flugleiter ist, an die Piloten weiter gibt unter anderem die Windgeschwindigkeit und aus welcher Richtung der Wind kommt, aber auch Temperaturangaben in der Luft und die Peilung.

Im Sommer, so erklärt Peter Schwarz, ist es mit einem speziellen Computerprogramm auch möglich, die Position von Segelfliegern im unmittelbaren Luftraum zu bestimmen. Ein großes Radargerät, das den kompletten Luftraum überwacht, gibt es allerdings nicht. "Wir sind ein Verkehrslandeplatz", erklärt der Geschäftsführer. Das hat unter anderem zur Folge, dass die Flugleiter den Piloten gegenüber nicht weisungsberechtigt sind. Peter Schwarz drückt es so aus: "Wir können den Piloten die Verantwortung nicht abnehmen. Für Start und Landungen ist der Pilot zuständig." Ein Sonderfall ist, wenn ein Pilot Orientierungsverlust hat oder sich in der Ausbildung befindet. Dann kann vom Tower aus über Funk ein Signal gesendet werden (QDM).

In Deutschland besteht eine Flugleiterpflicht. "Das ist auch dazu da, dass im Notfall immer erste Hilfe vor Ort ist", erklärt der Flugplatzgeschäftsführer.

Im Winter ist der Flugleiter von 9 Uhr bis zum Sonnenuntergang vor Ort, in der Sommerzeit, die beginnt, wenn die Uhren umgestellt werden, ist der Verkehrslandeplatz von 9 bis 19 Uhr besetzt. Wobei Peter Schwarz betont: "Wir haben eine 24-Stunden-Betriebspflicht." Auch außerhalb der Betriebszeiten sind Starts und Landungen möglich, für die dann allerdings höhere Start- oder Landegebühren fällig werden.

Bevor sich Peter Schwarz oder Torsten Schönfeld hinter die Bildschirme setzten, wird an jedem Morgen die Landebahn und das Flugplatzgelände kontrolliert. Nicht nur das wird protokolliert, sondern auch jeder Start und jede Landung.

Rund acht Meter hoch ist der Tower, der seit 2001 in Betrieb ist. Besetzt ist er hauptsächlich, wenn am Boden viel Betrieb ist, in den Büroräumen nicht die nötige Ruhe herrscht. Von dort oben hat man einen schönen Überblick über das gesamte Gelände. Aber man ist auch den Naturgewalten etwas mehr ausgesetzt. Wenn starker Wind geht, dann schwankt auch der Tower, sagt Peter Schwarz .

Der Tower ist für Besucher nicht zugänglich. Wer Flugplatzluft schnuppern will, kann aber täglich das Bistro im Flugplatzgebäude besuchen und bei einem keinen Imbiss sowie Getränke Starts und Landungen beobachten.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Wieland König 15.12.2017 - 10:26:10

Guter Artikel mit mächtigem Schönheitsfehler

Der Artikel zum Eisenhüttenstädter Flugplatz ist gut und kompetent geschrieben. Man möge diesen Platz erhalten und nicht in parteipolitischen Streiterein zermalmen. Allerdings mit dem Tower, da scheint doch was sehr schiefgelaufen zu sein. 80 m ist noch nicht mal das Hochhaus in der Diehlower Straße und auch bei Acelor sucht man solche Bauhöhen vergebens. Macht bitte 8 m draus (vier übereinandergestellte großgewachsene Männer) und dann stimmts. Den Fliegern allzeit Hals- und Beinbruch.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG