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Engagierte Altglietzener und Partner errichten Storchenmast mit Rad und Weidennest

Storchenturm
Neues Zuhause für Adebar

Heike Jänicke / 15.12.2017, 07:30 Uhr
Altglietzen (MOZ) Die Aktion ist geglückt. Seit Donnerstag steht der neue Storchenmast auf dem Grundstück von Albrecht Schön in Altglietzen. Der 18 Meter hohe Betonpfeiler ersetzt den in die Jahre gekommenen Holzmast. Der drohte umzustürzen und musste vom Stamm geholt werden.

Große Aufregung herrschte am Vormittag auf dem Gartengrundstück von Albrecht Schön an der Mittelstraße in Altglietzen. Fernsehen und Presse waren gekommen, um das angekündigte Spektakel in Bild und Ton festzuhalten. Auch Nachbarn und Kindergarten-Kinder schauten neugierig vorbei. Schließlich wird nicht alle Tage ein Storchenmast errichtet. Gegen 10.30 Uhr war es soweit. Mit Hilfe schwerer Technik, die die Elektrofirma Freier und Küter aus Sommerfelde bei Eberswalde mitgebracht hatte, wurde der lange Beton-Koloss Stück für Stück aufgerichtet und in das dafür ausgehobene Erdloch gleich neben der Scheune von Albrecht Schön gesetzt.

Doreen Stecker fiel ein Stein vom Herzen. Sie und ihr Mann hatten in den vergangenen Wochen alles Notwendige unternommen, damit der alte Mast ab- und ein neuer aufgebaut werden kann. Schließlich gehören die Störche zu Altglietzen. Uwe Stecker ist mit ihnen aufgewachsen. Schon so lange er lebe, beobachte er das muntere Treiben im Storchennest in unmittelbarer Nachbarschaft. Da war es für ihn nur selbstverständlich, sich um Ersatz zu kümmern.

Das habe zwar weniger Zeit für sich und die Familie bedeutet, doch das Wochenende, das er für den neuen Horst benötigte, habe er gern geopfert. Zunächst musste eine Nestablage her. Dafür konnten die Storchenfreunde ein altes Beregnungsrad aus DDR-Bestand ausfindig machen. Es wurde von dem für Märkisch-Oderland zuständigen Storchenbetreuer Hans-Rainer Friedrich zur Verfügung gestellt. Mit seinem Arbeitskollegen Matthias Lutter hat Uwe Stecker das Rad mit einem Durchmesser von 1,30 Meter maßgenau zurecht geschweißt. Dann musste noch Weide fürs Nest geholt werden. Die fanden die Männer in der Umgebung, von umgekippten Bäumen. "Immer nach Feierabend haben meine Frau und ich die Weidenzweige geflochten", berichtete Uwe Stecker. Schließlich musste alles vor dem Errichten des Mastes fertig sein.

Glücklicherweise konnten sich die Altglietzener dabei auf tolle Partner verlassen. Das ist zum einen die Elektrofirma Freier und Küter, die im Auftrag der Edis Netz GmbH gekommen war. Und Rudi Küter ließ es sich am Donnerstag natürlich nicht nehmen, persönlich mit anzupacken. Es sei ein wenig schwierig gewesen, gab der Fachmann zu. "Wir wussten ja nicht, wie schwer der neue Mast sein würde. Aber ansonsten hat es keine Probleme gegeben", so Küter, der sich vor allem für die gute Versorgung von Familie Stecker und Familie Schön während der Bauarbeiten bedankte.

Zum Dank verpflichtet sind die Storchenfreunde ebenso Robby Winkelmann. Er ist Obermeister der Edis Netz GmbH Brandenburg Ost in Angermünde und als solcher bei ähnlichen Aktionen wie in Altglietzen nicht nur Zaungast. "Wir arbeiten schon seit vielen Jahren gut mit dem Storchenbeauftragten zusammen und sind in dieser Frage ein gefragter Partner, vor allem, weil wir auf gute Partner mit entsprechender Technik zurückgreifen können", so Winkelmann. Er lässt auf MOZ-Nachfrage nicht unerwähnt, dass die Aktion für die Altglietzener kostenfrei ist. Zwischen 1500 und 2000 Euro würde das Ganze kosten. Auch den Storchenmast stellte der Stromversorger zur Verfügung. Eigentlich ist es kein neuer, sondern ein in Gransee zurückgebauter Mast, wie er verriet. Und damit nachverfolgt werden kann, wo der Betonpfeiler abgeblieben ist, gab es für Albrecht Schön später noch eine Schenkungsurkunde.

Ob Adebar sein neues Nest annehmen wird, das wird sich zeigen. Storchenexperte Hans-Rainer Friedrich gibt sich optimistisch und hofft, wie in diesem Jahr, zwei Störche begrüßen zu können.

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