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Carziger Bürgerinitiative gegen Windradbau sieht sich getäuscht

Windräder
"Mindestabstände viel zu gering"

Doris Steinkraus / 20.12.2017, 06:45 Uhr
Carzig/Mallnow (MOZ) Die Bürgerinitiative Windkraft Carzig sieht in den Aussagen von Wolfgang Rump, Leiter der Planungsstelle, der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree, einen erneuten Versuch, die Tatsachen zu verdrehen. Rump hatte gegenüber MOZ erklärt, dass die Windräder, die jetzt abgebaut und durch neue ersetzt werden, nicht gebaut würden, wäre der dritte Entwurf zum neuen Teilplan bereits bestätigt. Es gibt jedoch nach wie vor tausende Einwendungen.

Rump versuche, den Eindruck zu erwecken, als würde der Entwurf endlich den notwendigen Schutz von Mensch, Landschaft und Natur ermöglichen. "Das ist mitnichten so. Erwähnt werden sollte vielmehr, dass in Märkisch-Oderland extra Landschaftschutzkulissen reduziert wurden, um weitere Windanlagen errichten zu können", so Kaatrin Stoll-Hellert von der Bürgerinitiative. Es werde auch nicht erwähnt, dass sich besagtes Windeignungsgebiet 19 in der Fläche stark vergrößern und damit neuen Anlagen Raum geben wird. Und dies, obgleich die Anwohner schon jetzt unter den Belastungen, die sich unweigerlich mit dem Betrieb von Windanlagen verbinden, leiden.

Zusätzlich zu den repowerten 200-Meter-Anlagen würden weitere Anlagen geplant, deren Höhe den Interessen der Investoren überlassen werde. Es sei zynisch, dass Rump in dem Zusammenhang davon spreche, "dass schützenswerte Gebiete künftig von der Windenergienutzung freigehalten werden und der Schutz der Bürger durch entsprechend größere Mindestabstände flächendeckend gewährleistet (wird)." Vielmehr sei klarzustellen, dass der Windenergie bereits in substanzieller Art Raum gegeben wurde und diese Menschen  vor weiteren Belastungen zu schützen sind. "Was nutzt ein größerer Mindestabstand, wenn die Windanlagen inzwischen über 200 Meter hoch sind?", fragt Kaatrin Stoll-Hellert.  Die Abstände müssten, um sicher vor Belästigungen zu schützen, mindestens die zehnfache Höhe haben. Das entspreche auch dem Stand der wissenschaftlichen Forschungen und werde bundesweit von über 1000 Bürgerinitiativen gefordert.

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