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Rehfelde-Eigen-Energie-Genossenschaft nimmt drittes Projekt in Betrieb

Solarstrom vom Kita-Dach

Jens Sell / 20.12.2017, 18:31 Uhr
Rehfelde (MOZ) Nach der Photovoltaikanlage auf der Turnhalle und den beiden Windenergieanlagen auf dem Feld bei Werder hat die Rehfelde-Eigen-Energie-Genossenschaft am Mittwoch ihr drittes Klimaschutzprojekt gestartet: Solarpaneele auf dem Dach des Anbaus der Kita Fuchsbau.

"Das sind Stromplatten", antwortet Leonardo mit fester Stimme auf die Fragen von Rehfeldes Bürgermeister Reiner Donath, was das denn auf dem Dach ihres Kita-Anbaus sei. Die Kinder der Gruppe von Erzieherin Annett Panczak sind offensichtlich gut über das dunkel glänzende Dach informiert.

Am Mittwochmittag sind sie gekommen, um dem Vorstand der Rehfelde-Eigen-Energie-Genossenschaft (REE e. G.) und Firmenvertretern einen Weihnachtswunsch vorzusingen: "Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?" Doch Bürgermeister Donath und REE-Mitglied Jürgen Köhler sagten ihnen, dass sie den Kindern ein anderes Weihnachtsgeschenk machen - Solarstrom vom eigenen Dach.

"Von diesen Stromplatten fließt der Strom durch die Kabel in eure Kita, in jede Steckdose. Und wenn eure Köchin die Suppe kocht, dann mit dem Strom vom Dach, und auch wenn ihr das Licht einschaltet, leuchtet es durch den Strom aus diesen Platten", erläuterte Reiner Donath. Er überreichte die Nutzungsurkunden an den Vorstand der REE e. G. Helmut Grützbach und die Kita-Leiterin Gabriele Heisig. "Dass wir hier so eine innovative Energieanlage haben, finde ich wunderbar", sagt die Kita-Leiterin, "so können wir unsere Kinder schon am praktischen Beispiel für dieses Thema sensibilisieren."

Jürgen Köhler hat das dritte Klimaschutzprojekt der REE vom Tag der Beschlussfassung bis zur Inbetriebnahme koordiniert und begleitet. Dafür dankte ihm Vorstand Helmut Grützbach besonders. Köhler seinerseits bedankte sich bei den beteiligten Baufirmen, besonders bei der Werneuchener Elektrofirma Lehradt, die die Photovoltaikanlage mit ihren 299 Modulen verkabelt hat und in die Elektroanlage der Kita einband, sowie die Eggersdorfer Elektrofirma Boss, die das komplizierte Blitzschutzsystem mit der Anlage abstimmte. Diese umfangreichen Elektroarbeiten haben insgesamt 10 000 Euro gekostet, 65 000 Euro haben die REE-Genossenschafter in die Photovoltaikanlage als solche investiert, mithin sind es 75 000 Euro, die diesmal in den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit von Rehfelde geflossen sind.

"Diese Anlage wird der Kita noch Strom liefern, wenn ihr längst in der Schule seid und sogar dann noch, wenn ihr die Schule beendet habt", drückte es Reiner Donath aus. Und Jürgen Köhler rechnete vor: "Wir schätzen einen Jahresverbrauch der Kita mit dem neuen Anbau von 53 500 Kilowattstunden. Die Anlage, die auf Eigennutzung mit Resteinspeisung betrieben wird, müsste einen Ertrag von 71 000 Kilowattstunden im Jahr erbringen, davon wird die Kita rund 21 000 Kilowattstunden selbst nutzen können. Das ist eine anteilige Versorgung von 40 Prozent und ergibt 24 500 Kilogramm weniger Kohlendioxid-Emissionen."

Rentieren werde sich die Anlage in etwa acht bis neun Jahren, denn rund 50 000 Kilowattstunden würden im Jahr nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz ins Netz eingespeist. "Und wir bekommen den Strom für unsere Kita auch noch günstiger als bisher", freut sich Bürgermeister Reiner Donath.

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