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Die Landrats-Kandidaten Annett Klingsporn und Rainer Fornell diskutierten mit den Wandlitzer Sozialdemokraten

SPD
Mobilität ist Zukunftsthema im Barnim

Während der Pause: Der Wandlitzer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Jörg Matthes (l.) und die Landtagsabgeordnete Britta Müller (r.) im Gespräch mit den Landratskandidaten Annett Klingsporn (2. v. l.) und Rainer Fornell (2. v. r.).
Während der Pause: Der Wandlitzer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Jörg Matthes (l.) und die Landtagsabgeordnete Britta Müller (r.) im Gespräch mit den Landratskandidaten Annett Klingsporn (2. v. l.) und Rainer Fornell (2. v. r.). © Foto: MOZ/Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 08.01.2018, 06:49 Uhr
Basdorf (MOZ) Annett Klingsporn und Rainer Fornell bewerben sich um die SPD-Kandidatur für das Landratsamt im Barnim. Am Sonnabend stellten sie sich im Ortsverein Wandlitz erstmals gemeinsam der Basis vor.

Mit den Worten "Echt schön hier in Wandlitz", eröffnete der Panketaler Bürgermeister Rainer Fornell seine Präsentation. Nachdem er einige Lebensstationen genannt hatte, wandte sich der Diplom-Verwaltungswirt dem Barnim zu. "Der Landkreis ist verschiedenartig und darin liegt auch seine Chance", betonte Fornell vor den rund 30 Zuhörern im Kaminzimmer eines Hotels. Als Landrat würde er es deshalb als seine Aufgabe ansehen, für einen "Ausgleich zwischen den Regionen" zu sorgen. Als wichtige politische Felder bezeichnete der Sozialdemokrat die Themen Energie, Bildung sowie Mobilität.

Gerade der dritte Bereich werde zunehmend zu einer zentralen Aufgabe der Kreisverwaltung. "Das Pendeln der Menschen wird Realität bleiben. Dies muss organisiert werden", zeigte sich Fornell überzeugt. Das Paul-Wunderlich-Haus hat nach Auffassung des Rathauschefs eine "steuernde Funktion und zwar dort, wo es sich anbietet". Darüber hinaus sollte sich der Landkreis aber auch zurücknehmen, etwa beim Bauordnungsamt oder der Unteren Verkehrsbehörde. Fornell forderte ferner, dass Politik mehr erklärt werden müsse - auch auf kreislicher Ebene. "Ich denke, dass dies bisher zu wenig passiert und das ein Grund für die Politikverdrossenheit der Menschen ist", so der gelernte Holzmodellbauer.

"Hallo zusammen, ich bin die Annett", begann anschließend die Ruhlsdorfer Ortsvorsteherin ihre Vorstellung. Sie verzichtete auf biografische Daten und erklärte vielmehr, wie sie ihr Herz für die Kommunalpolitik entdeckt hat. Als sie sich mit der Geschichte ihres heutigen Wohnortes beschäftigte, habe sie "viel Sozialität" gespürt. Diese wolle sie gerne erhalten, so die 50-Jährige. Nach der Bundestagswahl sei sie in die SPD eingetreten. "Die Partei muss sich, will sie ihren Ansprüchen gerecht werden, verändern", zeigte sich Klingsporn überzeugt. In diesen Prozess wolle sie sich mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen einbringen.

Die Kreisverwaltung bezeichnete die langjährige Geschäftsführerin und heutige Unternehmensberaterin als "veritablen Mittelständler". Sollte sie Landrätin werden, stehe sie für "Transparenz und Partnerschaft in den Entscheidungsprozessen". Als wichtige Arbeitschwerpunkte nannte die Ruhlsdorferin die Wirtschaftsentwicklung, den Arbeitsmarkt und die Infrastruktur.

Für die kommenden zwei, drei Jahre sagte Klingsporn schwierige wirtschaftliche Zeiten voraus und wies auf das zunehmende Lohngefälle in der Hauptstadtregion hin. "Der Barnim wird davon stark betroffen sein", so Klingsporn. Es sei deshalb erforderlich, dafür einen Ausgleich zu schaffen. Als eine Möglichkeit nannte Klingsporn geringere Abfallgebühren. "Es wird viel Innovationskraft erforderlich sein", so Klingsporn. Sie forderte außerdem, ebenso wie Fornell, eine bessere Verkehrspolitik.

"Wie sieht die künftige Struktur der Verwaltung aus?", fragte Petra Bierwirth. Fornell wollte sich dazu noch nicht festlegen. Auch seine Mitbewerberin hielt sich bedeckt: "Ich werde mir das erst einmal anschauen."

Beim Thema "Windkraftanlagen im Wald" zeigten beide Kandidaten durchaus Verständnis für Proteste. Im Liepnitzwald dürften keine "Mühlen" errichtet werden", hieß es. Fornell hätte aber nichts gegen Anlagen in "minderwertigen Wäldern", Klingsporn sprach sich für geringere Stromkosten aus. Dies würde die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung erhöhen.

GroKo oder weiter Opposition im Bund? Annett Klingsporn bekannte, dass sie darauf keine Antwort wüsste. Beides habe Vor- und Nachteile. Der Panketaler Bürgermeister fand dagegen das Tolerierungsmodell "attraktiv". Für den Parlamentarismus wäre dies ein großer Gewinn.

Auf die Frage des Wandlitzer CDU-Vorsitzenden Klaus Siebertz nach möglichen Koalitionen im Kreistag sprach Klingsporn von einem "schwierigen Thema". Die aktuelle Konstellation sei erprobt, zudem müsse es "Aufgabe und die Kunst" des Landrates sein, für wechselnde Mehrheiten bei Entscheidungen zu sorgen. Nach Einschätzung von Fornell ist "die SPD momentan eher bei den Linken". Er sei aber ein großer Freund von Diskursen und Debatten. In diesem Sinne wolle er mit der "Kraft des Arguments" werben. Der Verwaltungschef räumte aber auch ein, dass man "Partner brauche".

Beide Kandidaten konnten nach Einschätzung von Beobachtern mit ihren Vorstellungen und Ideen durchaus überzeugen. Die Sozialdemokraten dürften es daher am 20. Januar schwer haben, wenn in Melchow der Kandidat der Partei für das Landratsamt bestimmt werden soll. Der Ortsverein Wandlitz verzichtete auf eine Empfehlung.

Die Direktwahl des Landrats findet am 22. April statt, eine mögliche Stichwahl ist für den 6. Mai angesetzt.

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