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Gemeinnützige GmbH kümmert sich um Jugendprojekte und will Integrativen Wohnpark in Garzau bauen

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Jung und alt in guter Nachbarschaft

Modern: Jede Wohnung wird eine Terrasse oder einen großen Balkon haben. André Kochan (l.) und Marcel Assmann starten mit der Zurück in die Zukunft GmbH in die nächste Runde.
Modern: Jede Wohnung wird eine Terrasse oder einen großen Balkon haben. André Kochan (l.) und Marcel Assmann starten mit der Zurück in die Zukunft GmbH in die nächste Runde. © Foto: MOZ/Irina Voigt
Irina Voigt / 11.01.2018, 06:20 Uhr
Garzau-Garzin (MOZ) Sie haben sich gesucht und gefunden. André Kochan und Marcel Assmann. Über den Sport. Und es dauerte nicht lange, dass sie feststellten, dass sie beide ähnliche Pläne hatten - nämlich mit Anfang 40 noch einmal neu durchzustarten. Das war vor knapp sechs Jahren. Inzwischen hat sich viel getan, haben sie viel getan.

Es begann 2012 mit der Gründung des Fördervereins für Sport, Bildung und Soziales. Der hat seinen Sitz in Lichtenow, im inzwischen unter der ambitionierten Regie von Marcel Assmann ausgebauten Konsum zu einem Mehrzweckgebäude fürs ganze Dorf. Den Sportbereich nutzen von Anbeginn auch jugendliche Asylbewerber aus der damaligen Gemeinschaftsunterkunft in Garzau gern. So dauerte es nicht lange, dass der Garzauer André Kochan und der Rüdersdorfer Assmann sich an die Planung und Umsetzung eines Projekts mit dem Schwerpunkt Jugendsozialarbeit in Garzau machten. Das inzwischen sanierte Haus und ein großes Grundstück mitten im Ort bieten dafür gute Möglichkeiten. Ein weiteres Wohnprojekt in Strausberg folgte 2016.

Seit 2015 leben in der Alten Mühle 12 nunmehr jugendliche Asylbewerber in einer Wohngruppe. "Wir haben viele Behördengänge absolviert, in Ämtern vorgesprochen, Konzepte erarbeitet und schließlich die Betriebserlaubnis als freier Träger der Jugendhilfe bekommen", sagt Kochan.

Während das Leben in der WG in geordneten Bahnen - ganz wie in einer Familie - läuft, die Jugendlichen Schulen in Strausberg besuchen, soll es nun baldmöglichst weitergehen.

Und man hat sich viel vorgenommen. Nach der Gründung der gemeinnützigen "Zurück in die Zukunft" GmbH, deren Geschäftsführer André Kochan und Marcel Assmann sind, gingen sie an die Planung eines integrativen Wohnparks. Platz genug dafür ist auf dem 15 000 Quadratmeter großen Grundstück.

"Wir haben uns umgeschaut und außer einem Pilotprojekt in Schleswig-Holstein nichts wirklich Vergleichbares gefunden", sagt Marcel Assmann. Man habe sich intensiv mit der Thematik beschäftigt. Lehrgänge und Seminare besucht, sich über Alten- und Behindertenpflege und nicht zuletzt auch über die autarke Energieversorgung, über die Arbeits- und Funktionsweise eines Blockheizkraftwerkes und Ladestationen für die Elektromobilität für Dienstfahrzeuge informiert.

"Wir wollen hier ganz moderne Wohnbedingungen schaffen sowohl für Senioren als auch für Behinderte. Es soll eine Wohnanlage für Demenzkranke mit all der nötigen medizinischen Versorgung, die die Mieter benötigen, entstehen", zählt Assmann auf. Man sei inzwischen sehr weit, so dass man optimistisch davon ausgehe, noch in diesem Jahr den ersten Bauabschnitt umsetzen zu können. Mit größeren Problemen rechne man nicht, da man sich in einem Baugebiet befände und der Bedarf genau nach solchen Wohnformen mit möglicher Rundumbetreuung und viel Service groß sei. 32 Wohnungen sollen entstehen, für die eine Bauvoranfrage bereits positiv beschieden worden sei. "Uns liegt daran, im Einvernehmen mit dem Amt Märkische Schweiz und der Kommune zu bauen", sagen beide einhellig.

Und der Ort werde von den Einrichtungen profitieren, sind sie sich ganz sicher. Denn der Park, der gestaltet würde, sei zugänglich und vielerlei Kulturangebote für die Öffentlichkeit denkbar. "Zum Beispiel Open-Air-Kino oder Gartenkonzerte." Auch eine kleine gastronomische Einrichtung gehöre zum "Programm". Die Wohngebäude sollen in modularer Bauweise errichtet werden, was den Vorteil hätte, dass zügig gebaut werden könne, mit allem erforderlichen Standard. "Und energiebewusst." Ein eigenes Blockheizkraftwerk soll die neuen, aber auch die bereist vorhandenen Gebäude energetisch versorgen. Solarpaneele auf den Wohngebäuden zudem zur zusätzlichen energetischen Versorgung dienen. Zudem soll Abwärme zum Heizen genutzt werden. Und die Ladestationen, die fürs "Auftanken" der Dienstfahrzeuge dienen, "können auch von den Garzauern für ihre Fahrzeuge genutzt werden".

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