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Gefängnis
Straftäter sitzen ihre Zeit ab

dpa / 13.01.2018, 03:16 Uhr - Aktualisiert 13.01.2018, 10:43
Berlin (dpa ) In der Hauptstadt wird nur ein kleiner Teil der Gefangenen vorzeitig aus der Haft entlassen.

Im bundesweiten Vergleich schickt Berlin prozentual die wenigsten Insassen früher auf freien Fuß, 2017 waren es nur 6,8 Prozent. Das geht aus Antworten der Senatsverwaltung für Justiz auf parlamentarische Anfragen der Linken und der SPD hervor.

Mit einer Quote von 25,2 Prozent kamen im Vorjahr in Bremen die meisten Häftlinge vorzeitig frei. Danach kommen das Saarland (24,2 Prozent), Bayern (20,0 Prozent) und Brandenburg (19,9 Prozent).

Über eine vorzeitige Entlassung entscheidet das Gericht nach einer Prognose des Gefängnisses. Es berücksichtigt auch die Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit. In Frage kommen Täter, die erstmals verurteilt wurden und nicht mehr als zwei Jahre Haft haben. Sie müssten einverstanden sein.

Laut Strafgesetzbuch kann eine Freiheitsstrafe frühestens nach der Hälfte der verbüßten Zeit zur Bewährung ausgesetzt werden. Häufiger sind Entlassungen nach zwei Dritteln abgesessener Haft.

Aus den Berliner Gefängnissen wurden im Vorjahr genau 245 Menschen vor dem eigentlichen Haftende nach Hause geschickt. Es war laut Angaben der niedrigste Stand seit 2012. Damals waren es noch 389 Insassen. Laut Statistik der Justiz wurden 2017 insgesamt 4427 Täter aus der Haft entlassen (Stand Ende November 2017).

Warum der Anteil der vorzeitig Entlassenen in Berlin so gering ist, wurde nicht deutlich. Ein Sprecher der Justizverwaltung sagte, es gebe nicht den einen Grund. Die Entscheidung liege bei den Strafvollstreckungskammern der Gerichte. Möglicherweise sitzen in der Hauptstadt mehr Täter mit höheren Haftstrafen, die für eine frühere Entlassung nicht in Frage kommen, hieß es.

Einer der beiden bisher noch flüchtigen Häftlinge des Berliner Gefängnisses Plötzensee hat inzwischen seine Geldstrafe bezahlt. Er muss nun nicht mehr ins Gefängnis zurückkehren.

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