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Ablehnung des Baugebiets für Bürgermeister unverständlich / Landtagsabgeordneter soll helfen

Politik
Friedrichswalde kämpft um Seestraße

© Foto: Gemeinde Friedrichswalde
Marco Marschall / 19.01.2018, 06:30 Uhr
Friedrichswalde (MOZ) Es ist ein Thema, bei dem Bürgermeister Bernhard Ströbele nach eigenen Angaben "Wut im Bauch" hat. Seit Jahren möchte er, dass an der Seestraße seines Dorfes gebaut werden darf. Guter Dinge hatte er noch vor drei Jahren berichtet, dass sieben junge Familien schon bald ihr Glück dort finden könnten. 2017 kam der Dämpfer. Vor einem halben Jahr, sagt Ströbele, habe die Gemeinde ihren Ablehnungsbescheid für das Vorhaben erhalten, begründet mit dem Landesentwicklungsplan (LEP).

Erst kürzlich, so berichtete der Bürgermeister im jüngsten Gemeinderat, habe er eine Veranstaltung der Enquete-Kommission des Landes Brandenburg zur Entwicklung der Dörfer im benachbarten Ringenwalde besucht. "Die reden viel über touristische Entwicklung", sagt er. Um das Überleben der Dörfer gehe es nicht. Ströbele sieht mit dem LEP die kommunale Selbstverwaltung ausgehebelt, die Gemeinde entmündigt. "Warum verhindert das Land die ländliche Entwicklung", fragt er.

Seit 1993 seien in Friedrichs-walde 66 neue Häuser entstanden, trotzdem sei die Einwohnerzahl seitdem um 120 Menschen zurückgegangen. 850 sind es inklusive den Ortsteilen Parlow und Glambeck, etwa 700 in Friedrichswalde selbst. Letztes großes Baugebiet im Hauptdorf war die Honiggasse, wo zwischen 1998 und 2014 insgesamt 34 Häuser gebaut wurden.

"Junge Menschen wollen sich etwas Neues schaffen", sagt Ströbele. Mit eigenen Baugebieten habe die Gemeinde letztlich auch die Kontrolle darüber, wer die begehrten Fleckchen Erde bekommt. Das gilt für alte Häuser nicht. Auf die würden die Berliner mittlerweile Unsummen bieten. Doch der Bürgermeister wünscht sich Familien. 50 Bewerber habe es für die Seestraße bereits gegeben. Darunter etwa zehn Einheimische, die in der Gemeinde Priorität haben. "Nun springt mir einer nach dem anderen ab", sagt Ströbele.

Aus seiner Sicht gebe es keinen Grund, warum das Baugebiet nicht genehmigt wurde. Es sei komplett erschlossen. Wasser, Abwasser, Elektro - das alles liege an. Ströbele will allerdings weiter um seine Seestraße kämpfen. Im vergangenen Jahr, so sagt er, habe er den SPD-Landtagsabgeordneten Daniel Kurth dazu in die Spur geschickt.

Dessen Referentin Steffi Schneemilch, die wir im Eberswalder Büro des Abgeordneten erreichen, kennt die Problematik nur zu gut und verweist auf die Möglichkeit der Stellungnahme zu den Entwürfen des LEP. Wandlitz und Werneuchen seien da erfolgreich gewesen und hätten Baugebiete durchbekommen. Ob Friedrichswalde oder stellvertretend das Amt Joachimsthal von der Möglichkeit Gebrauch gemacht hat, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden.

Unabhängig davon, so teilt Steffi Schneemilch mit, werde es ab Februar eine weitere Auslegung des LEP geben und damit erneut die Möglichkeit Einfluss zu nehmen. "Selbstredend wird Herr Kurth hier tätig, da er um Unterstützung von Herrn Ströbele gebeten wurde", sagt die Referentin des Landtagsabgeordneten.

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