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Förderverein Hoffmannscher Ringofen investiert 13 000 in Keramikwerkstatt /

Ringofen
Neues Dach mit Geld aus Brüssel

Sammlung alter Ziegel:Hans-Hermann Nürnberg (l.), Vorsitzender des Fördervereins Hoffmannscher Ringofen, zeigt dem Landtagsabgeordneten die Ziegelei-Ausstellung über der Brennkammer.
Sammlung alter Ziegel:Hans-Hermann Nürnberg (l.), Vorsitzender des Fördervereins Hoffmannscher Ringofen, zeigt dem Landtagsabgeordneten die Ziegelei-Ausstellung über der Brennkammer. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 20.01.2018, 07:30 Uhr
Altglietzen (MOZ) Der Förderverein Hoffmannscher Ringofen 1878 Altglietzen hat eine weitere Etappe geschafft. Mit 10 000 Euro Fördermittel aus dem Leader-Programm der Europäischen Union bekommt die dem Industrie-Denkmal angegliederte Keramikwerkstatt in diesem Jahr ein neues Dach.

"Einschließlich unserer Eigenmittel stehen uns 13 000 Euro zur Verfügung", sagte Vereinsvorsitzender Hans-Hermann Nürnberg beim Lokaltermin mit dem Landtagsabgeordneten Marco Büchel (Linke) aus Bad Freienwalde. Das Dach der Keramikwerkstatt müsse dringend neu gedeckt werden, sagte Nürnberg.

Dort treffen sich regelmäßig eine Keramikgruppe von acht Frauen sowie Kinder und Jugendliche aus Schulen in Bad Freienwalde und Neuenhagen, um aus Ton Kunst und Gebrauchsgegenstände zu formen und zu brennen. "Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit der Kita in Altglietzen", berichtete der Vereinsvorsitzende. Eine Gruppe mit 20 Kindern besuche mehrfach im Jahr die Keramikwerkstatt. Insgesamt nutzen 100 bis 150 Kinder die Werkstatt.

Schon in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres erteilte die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Oderland unter dem Vorsitz von Landrat Gernot Schmidt (SPD) dem Verein die Fördermittelzusage. Doch das Geld floss nicht. Nürnberg suchte Rat bei dem Landtagsabgeordneten. "Ich habe dann beim zuständigen Landesamt für ländlichen Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Fürstenwalde nachgehakt", berichtete Büchel. Jetzt bekam der Verein den Bescheid.

"Wir hätten schon längst den Auftrag vergeben können", sagte Nürnberg. Doch die Dachdecker hätten alle volle Auftragsbücher. Er habe jedoch eine Firma gefunden, die die Werkstatt zwischendurch deckt. "Wir müssen die Frist einhalten, in der wir das Geld ausgeben dürfen", sagte Nürnberg, der seinen Ärger über die Behörde kaum verbergen kann. "Für mich ist der Verein ein gutes Beispiel wie mit europäischem Geld der Tourismus gefördert werden könnte." Der 2006 gegründete Förderverein erhält nicht zum ersten Mal Geld aus Brüssel. Der Hoffmannschen Ringofen in Altglietzen sollte als Beispiel der Ziegelindustrie in der Region erhalten bleiben. Seit 2010 wurde das Gebäude saniert, im Obergeschoss entstand eine kleine Ausstellung

Schaubrände sind möglich, werden aber nicht mehr realisiert. Die Mehrheit der 60 Mitglieder des Zieglervereins arbeitete in dem Ringofen. Die meisten seien zu alt für den Schaubrand, der viel Kraft kostet, so Nürnberg. Das Feuer müsse eine Woche lang genährt werden, in dem von oben Kohlenstaub in die Brennkammer geschüttet wird - eine Knochenarbeit.

300 Besucher pro Jahr zählt der Ringofen durchschnittlich. Öffnungszeiten gebe es nicht, Besuche seien nach Vereinbarung möglich, sagte Hans-Hermann Nürnberg.

Zwar liegt der Ringofen direkt an der B 158, der Strecke von Berlin nach Polen. Hunderte Autos rollen täglich an ihm vorbei. "Wir müssen es irgendwie schaffen, das technische Denkmal in unser touristisches Netzwerk einzubinden", sagte Marco Büchel, der auch Stadtverordneter in Bad Freienwalde ist.

Die Kinder lernen in der Keramikwerkstatt spielerisch die Geschichte des Tonabbaus um Freienwalde kennen. "Wir hatten hier mal 15 Ziegeleien", sagte Nürnberg, der auch beruflich mit Baukeramik zu tun hat. Er ist Betriebsingenieur bei der Golem GmbH Kunst- und Baukeramik aus Sieversdorf. Auf dem Gelände ihrer Altglietzener Zweigstelle befindet sich der Hoffmannsche Ringofen. Sie bezieht den Ton woanders her, denn die Tongruben sind seit Mitte der 1980er-Jahre versiegt.

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