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Konzert
Cliff Stevens macht's wie Eric Clapton

Voller Lichteffekte: Das Konzet kam bei den 300 Fans richtig gut an.
Voller Lichteffekte: Das Konzet kam bei den 300 Fans richtig gut an. © Foto: MZV
Holger Rudolph / 21.01.2018, 20:08 Uhr
Neuruppin (MZV) Wer die Augen schloss, konnte glauben, den Großmeister der Blues- und Rockgitarre selbst spielen und singen zu hören: Cliff Stevens und die "Eric Clapton Tribute Band" rockten am Sonnabend die Neuruppiner Kulturkirche.

Seit 2015 ist es um den mittlerweile 72-jährigen Gitarrengott Eric Clapton ruhig geworden. Zuletzt sorgte er mit einem BBC-Interview vor wenigen Tagen für Schlagzeilen, in dem er über eine Nervenerkrankung, Tinnitus und zunehmenden Gehörverlust klagte. Weltweit machen sich die teils ebenfalls in die Jahre gekommenen Fans des Mannes Sorgen. Werden sie das Idol ihrer Jugend noch einmal im Fernsehen oder sogar live erleben dürfen?

Den um einige Lenze als Clapton jüngeren Cliff Stevens lobte das "Real Blues Magazin" als einen der zehn weltweit besten Gitarristen. Konzertberichte belegen, dass Stevens es so gut wie immer gelingt, auch vor sehr großem Publikum zu überzeugen. In der Kulturkirche waren es immerhin 300 Fans, die Clapton-Songs so hören wollten, wie sie sie in guter Erinnerung hatten. Ein bisschen Bühnennebel, ein paar Farbeffekte, bunte Sterne oder Kreise an der Kuppel - viel mehr war nicht nötig, um die richtige Atmosphäre zu erzeugen. Was zählte, waren vor allem Cliff Stevens' beeindruckend intensives Spiel auf der E-Gitarre und sein nicht minder starker Gesang.

Mal groovig, mal glasklar, dann wieder fetzig rockend: Der Kanadier brillierte stets. Ganz ähnlich begeistert muss Stevens selbst gewesen sein, als er Clapton in Montreal 1968 erstmals live mit der Band "Cream" erlebte. Über dieses für ihn einschneidende Konzert sagte Stevens in einem Interview: "Clapton jammte nur eine Nacht und ich war hin und weg." Wippende Köpfe, Fingerschnippen, schwingende Körper - soweit es die zur Mäßigung auffordernde Bestuhlung der Konzertkirche zuließ. Und immer wieder sehr viel Beifall, zum Beispiel für "Cocaine", "After Midnight", "Lay Down Sally" - und natürlich auch für "I Shot The Sheriff" aus dem 1974 erschienenen Album "461 Ocean Boulevard". Der bestverkaufte und als künstlerisch außerordentlich wertvoll eingestufte Titel schaffte es bis in die "Grammy Hall of Fame". Der sehr gefühlvolle Song über den alternden Sheriff Baker, der angeschossen im Beisein seiner Ehefrau den Tod erwartet, macht traurig und stark zugleich, weil er die Seele berührt. Den Jüngeren im Publikum dürfte der Titel vor allem als Filmmusik zum gleichnamigen deutschen Streifen von 1997 mit Til Schweiger und Jan Josef Liefers in den Hauptrollen in Erinnerung sein.

Auch wenn Stevens mal nicht Clapton, sondern Bob Dylan mit seinem 1973 herausgekommenen Titel "Knocking On Heaven's Door" interpretierte, applaudierte das Publikum lang anhaltend und pfiff begeistert dazu.

Wer Clapton mag, kam am Sonnabend voll auf seine Kosten. Dem großen Vorbild ist gute Besserung zu wünschen, sodass vielleicht nochmals öffentliche Auftritte für ihn möglich werden. Dass Clapton dann allerdings in Neuruppin auftreten könnte, ist kaum anzunehmen. Er bevorzugt große und sehr große Hallen. In Deutschland gastierte er 2014 in der Mannheimer "SAP Arena", in die 15000 Zuschauer hineinpassen.

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