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Auf dem ehemaligen Polizeihochschulgelände starten die nächsten millionenschweren Projekte

Wohnen
Platz für 30 Basdorfer Eigenheime

Neues Gesicht: Gaby Morr (r.) trägt gemeinsam mit Christian Braungard Verantwortung in der BEG-Geschäftsführung. Cathleen Koroschetz (Mitte) arbeitet an Projekten mit.
Neues Gesicht: Gaby Morr (r.) trägt gemeinsam mit Christian Braungard Verantwortung in der BEG-Geschäftsführung. Cathleen Koroschetz (Mitte) arbeitet an Projekten mit. © Foto: Gemeinde Wandlitz
Hans Still / 04.02.2018, 21:00 Uhr
Basdorf (MOZ) Auf dem Gelände der ehemaligen Polizeihochschule in Basdorf beginnen großräumige Vorbereitungen für weitere millionenschwere Grundstücksverkäufe. Immerhin 2,7 Hektar Land werden aufbereitet, um spätestens 2019 als Eigenheimfläche auf den Markt geworfen zu werden.

Wer jemals Zweifel an den anspruchsvollen Plänen der Wandlitzer Verwaltung für das Polizeigelände hatte, der kann sich beinahe täglich vom Gegenteil überzeugen. Der Baufortschritt lässt sich bei Gewerbebauten feststellen, aber auch in Sachen Wohnungsbau geht es munter voran. "Wir sind mit dem Projekt im Kostenrahmen", wusste noch vor wenigen Tagen Rüdiger Stumpf vom Bauamt zu berichten, im Bauausschuss hatte ein Bürger kritisch zum Bau von 106 kommunalen Wohnungen beim Projekt "Basdorfer Gärten" nachgefragt.

Eine für künftige Bauherren durchaus interessante Entwicklung vollzieht sich im nordöstlichen Teil des Geländes. Dort befindet sich ein ehemaliges Regenrückhaltebecken, das in der Vergangenheit einmal mit Bauschutt verfüllt wurde. Diese Fläche will der Wandlitzer Kämmerer Christian Braungard in seiner Funktion als Geschäftsführer der Basdorfer Entwicklungsgesellschaft (BEG) 2018 rekultivieren lassen. Die Kosten dieser Geländeaufarbeitung schätzt er vorsichtig auf eine Million Euro. "Diesen Betrag können wir kaum aus der Portokasse finanzieren. Daher kam die Idee auf, die rekultivierte Fläche später als Eigenheim-Bauland auf den Markt zu bringen", lässt Braungard nunmehr verlauten.

Zwischen 600 und 800 Quadratmeter große Parzellen werden entstehen, bis zu 30 Einfamilienhäuser hätten auf der 2,7 Hektar großen Fläche Platz. Die Preise für das Bauland können derzeit nur geschätzt werden, denn aufgrund der starken Nachfrage steigen in der Gemeinde Wandlitz die Immobilienpreise beständig an. "Der Bodenrichtwert liegt bei aktuell 90 Euro pro Quadratmeter Bauland", nennt Braungard einen Wert.

Tatsächlich erzielt die Gemeinde bei ihren Flächenverkäufen regelmäßig Preise über dem Bodenrichtwert, denn Interessenten müssen selbst eine Erbbaupachtsumme vorschlagen. Sie treten ähnlich einer Ebay-Auktion mit ihren Angeboten gegeneinander an - wer zu niedrig bietet, bleibt chancenlos und kommt nicht zum Zug. Kritik an diesem Verfahren, beispielsweise aus der Erkenntnis heraus, dass finanziell weniger stark aufgestellte Familien so kaum Hoffnungen auf einen Eigenheimbauplatz haben könnten, lässt Braungard hingegen nicht gelten. "Das ist der in der Gemeinde übliche Weg, der uns auch in der Zukunft Einnahmen sichert", reagiert er auf entsprechende Anfragen.

Immerhin aber will die Gemeinde bei zwei anderen Verkäufen soziale Manschetten anlegen. So kommen im südlichen Bereich des Polizeihochschulgeländes zwei Parzellen von 25 000 und 22 000 Quadratmetern Größe zum Verkauf. Darauf stehen derzeit noch acht Kasernenbaracken, die aber abgerissen werden sollen. Gesucht werden Erwerber, die sich beim Bau von maximal viergeschossigen Häusern auf einen 25-prozentigen Anteil Sozialwohnungen festlegen lassen. Im Gegenzug könnten sie nach den Sozialkriterien der Investitionslandesbank (ILB) Förderungen beantragen. Laut Braungard in Berlin ein gängiges Modell, das nun nach Wandlitz importiert werden soll.

Ungewiss ist dagegen noch die Zukunft der zwei Doppel-H-Bauten auf dem Gelände. Die sind erstens arg beschädigt und zweitens recht groß. Hier werden noch künftige Nutzungen gesucht, die vermutlich zunächst aber auch erst einmal Geld kosten werden.

Schließlich gibt es noch eine Personalie in der BEG. Der neben Braungard jahrelang tätige Geschäftsführer Norbert Illiges wechselte zum Berliner Senat, um am milliardenschweren Schulbauprogramm mitzuwirken. An seine Stelle ist nun die diplomierte Stadtplanerin Gaby Morr getreten. Braungard und Morr sind gleichberechtigte Geschäftsführer der BEG.

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