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Die kleinen Galerien in Regenmantel, Reitwein und Dolgelin zeigen bis zum 30. März Arbeiten der Grenzland-Fotografen

Ausstellung
Der fotografierte Mensch im Trafo

Ulf Grieger / 19.02.2018, 06:00 Uhr
Regenmantel (MOZ) Die im Norden des Oderbruchs ansässige Künstlergruppe "Grenzlandfotografen" hat sich an die Kreisgrenze im Süden Märkisch-Oderland begeben. Im Regenmanteler Trafo sind ihre Fotos bis zu 30. März ebenso zu sehen, wie im Trafo Reitwein und in der Waage Dolgelin. Zur Ausstellungseröffnung unter dem Titel "StadtLandFluss" gibt Galerist Michael Pommerening einen kleinen Rückblick der Fotografie auf ihrem Weg zur anerkannten Kunstgattung ebenso wie zur Massenware: "Heute hat die Fotografie die Massen erreicht, Selfiewahn und Fotos von Schnitzel oder Schmollmund gehen digital um die Welt, junge Spaßvögel stehen sich vor den Fotokästen auf der Straße die Beine in den Bauch um vier Schwarz-Weiss-Fotos zubekommen. Aber eigentlich interessiert der spannenden Vorgang, wie Licht und Chemie Bilder erzeugen, kaum noch jemanden. Ein Harvard Professor schlägt vor das Netz müsse vergessen lernen, Fotos ins Netz gestellt sollten sich nach einer bestimmten Zeit wieder löschen."

Als er die Trafo-Tür öffnet, sind zunächst die großformatigen Fotos von Michael Anker zu sehen. Der Redakteur der in Eberswalde erscheinenden Gratiszeitung "Blitz" hat Arbeiten ausgewählt, die intuitiv Zuschauerreaktionen auslösen. So ist das Oberbarnimer Künstlerehepaar Rose und Otto Schack zu sehen. Sie sitzen, einander abgewandt, auf einem Sofa. Das ist ähnlich dem, auf dem Loriot es sich einst mit Evelin Hamann "bequem" gemacht hatte. Wer Schacks kennt, und das sind zur Vernissage nicht wenige, hat noch mehr Spaß an dem Foto. Jörg Hannemanns Bilder haben wieder eine andere, unverkennbare "Handschrift". Die Grenzlandfotografen haben sich keine Zwänge auferlegt. Kein Tabu verhindert Fotobearbeitung bis hin zur Montage. Thematisch haben sie sich allerdings auf ein Thema geeinigt: Sie wollten Menschenbilder zeigen. Und das gelingt ihnen in den drei kleinen Ausstellungsflächen sehr gut. Denn gerade die allein schon durch die Enge der Räume gesetzten Grenzen verhelfen zur Konzentration. Auch das Digitale ist dabei: Auf einem Bildschirm im Trafo flimmern die Fotos der anderen auf. Leider etwas schnell. Denn manches lädt zum Verweilen und Nachdenken ein - als Momente des Beharrenden im raschen Wandel.

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