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Neues Marketing
Brandenburg will sein Image verbessern

Claus Liesegang / 21.02.2018, 14:30 Uhr - Aktualisiert 23.02.2018, 11:23
Potsdam (MOZ) Brandenburg bekommt eine Imagekampagne. Ihr Schlagsatz lautet: „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ Entwickelt hat den Werbefeldzug die Berliner Agentur Scholz & Friends. Es ist dieselbe Ideenschmiede, die für Baden-Württemberg 1999 den Slogan „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ erfand.

Dass Brandenburg nun erstmals und als letztes Bundesland Marketing betreiben will, ist die Konsequenz des ernüchternden Ergebnisses der von der Staatskanzlei Anfang 2017 in Auftrag gegebenen Studie zur Wahrnehmung des Landes in Deutschland. Stark verkürzt lautete es: Brandenburg kennt kaum einer, es interessiert kaum jemanden, und es war fast keiner jemals da.Das soll sich bald ändern. Die Kampagne startet am 1. Mai. Ab 1. März soll in den sozialen Medien ein erster Imagefilm zu sehen sein, den Entscheider und Multiplikatoren aus Wirtschaft und Tourismus gestern erstmals zu sehen bekamen. Ganz in schwarz-weiß gehalten beschreibt er die schlimmen Seiten einer Großstadt, in der Kinder keinen Platz zum Spielen haben, Kommunikation nur noch digital stattfindet, nicht aber in persönlichem Kontakt, in der Lärm und Gestank herrscht und der Straßenverkehr zum täglich Kriegsschauplatz wird. Der Spot endet, nun in warmen Farben, mit einer Sequenz scheinbar unberührter Natur, in der über einem brandenburgischen See die Sonne aufgeht. Dann wird der Slogan eingeblendet.Plakate, Anzeigen und Aufkleber begleiten die Werbeaktion. Sie richtet sich vor allem an Großstädter, deren Sehnsucht nach einem naturnahen, gesunden Lebensraum geweckt werden soll und die dann vielleicht als Touristen oder künftige Bürger nach Brandenburg kommen. „Sie soll aber auch die Brandenburger selber verheimaten“, sagt Thomas Braune, Leiter Landesmarketing in der Staatskanzlei. Die Landesregierung nimmt dafür bis 2020 jährlich eine Million Euro in die Hand. Das ist vergleichsweise wenig Geld, denn, so Braune, sogar das kleine Saarland habe für seine Kampagne „Großes entsteht im Kleinen.“ 1,5 Millionen Euro zur Verfügung gehabt, Baden-Württemberg investierte gar 8,7 Millionen.Trotzdem soll das Land so im Wettbewerb der deutschen Regionen endlich besser abschneiden. Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte gegenüber der MOZ: „Brandenburg muss bundesweit sichtbarer werden. Der Slogan drückt vieles aus, auch märkische Bodenständigkeit.“

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Klaus-Dieter Pohlberg 23.02.2018 - 14:02:57

@Ernst Haft

Sie vergessen die Fläche. Vergleichen Sie bitte die Länge der östlichen Grenzen von Sachsen und Brandenburg.

Ernst Haft 22.02.2018 - 21:20:02

@ Ralf H. Janetschek

Besser konnten Sie Ihren völlig inhaltsleeren Kommentar nicht beschreiben.

Ralf H. Janetschek 22.02.2018 - 20:59:05

Wenn Du denkst es geht nicht mehr schlimmer ...

Wenn Du denkst es geht nicht schlimmer, kommt von irgendwo ein Blödmann her und beweißt Dir das Gegenteil!

Ernst Haft 22.02.2018 - 19:44:19

@ h b

Wen meinen Sie mit "wir"? Und welche Lücke zwischen Anspruch und Realität meinen Sie? Bitte etwas mehr greifbaren Inhalt!

Ernst Haft 22.02.2018 - 19:39:40

@ Klaus-Dieter Pohlberg

Sachsen reicht weiter nach Osten als Brandenburg.

h b 22.02.2018 - 19:37:26

Taten statt Worte

Dass Brandenburg kein gutes Image hat, das hat Gründe. Und die beseitigt man nicht, indem man Sprüche klebt. An euren Taten werden wir euch messen und da klafft eine Riesenlücke zu dem, was die hier regierenden Parteien in ihren Programmen sagen. Die Millionen hätte man besser dafür ausgegeben, dem eigenen Anspruch real näher zu kommen. So sind das nur Luftlöcher.

Rolf Lustig 22.02.2018 - 17:14:00

Herr Pohlberg

Da zahlen die soviel Geld und sie bringen einen echt eindeutigen und auch noch lustigen Spruch zu "Papier". Und ehrlich gesagt, wenn immer wieder von Steigerungen im Tourismus in Brandenburg erzählt und geschrieben wird, kann ich die Erkenntnisse, die dieser Artikel liefert, echt nicht nachvollziehen.

Klaus-Dieter Pohlberg 22.02.2018 - 15:07:48

Was soll denn dieser Spruch bedeuten?

Also wenn dadurch Brandenburg bekannter werden soll, dann nur aus lauter Mitleid. Wer glaubt, ein sinnfreier Satz lässt Menschen auf Brandenburg blicken, dem mangelt es schlichtweg an Sachverstand. Mal im Ernst: Was soll denn so einfach sein? Brandenburg zu verlassen bzw. den Rücken zu kehren? Wieso wählte man nicht einfach den Satz: "Brandenburg - Im Osten geht die Sonne auf." Das wäre nämlich eine echte und unumkehrbare Tatsache. Denn abgesehen davon, dass die Sonne tatsächlich im Osten aufgeht, ist Brandenburg ja auch von seiner Ausdehnung her das östlichste Bundesland.

Ernst Haft 21.02.2018 - 19:48:26

Übrigens:

"Wir können alles. Außer Hochdeutsch", wurde übrigens gar nicht für Baden-Württemberg, sondern für Sachsen erfunden. Diese lehnten diesen Slogan allerdings beleidigt ab. Mit welchem Spruch Sachsen nun stattdessen wirbt, ist mir allerdings nicht bekannt. Durchaus möglich, dass die um gar keine Kundschaft von Außerhalb werben.

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