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Ex-Kinder-Fußballtrainer
Gericht stellt Verfahren ein

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Symbolbild © Foto: Pixabay
dpa / 21.02.2018, 20:24 Uhr
(dpa) Zwei frühere Kinder-Fußballtrainer des BFC Dynamo bleiben nach einem viermonatigen Prozess um angebliche Erniedrigung, Beleidigung und Nötigung von Schützlingen unbestraft. Das Amtsgericht Tiergarten stellte das Verfahren gegen die beiden 26-Jährigen am Mittwoch ohne Auflagen und auf Kosten der Landeskasse ein. „Die Dinge bleiben offen, aber wir sehen uns näher bei einem Freispruch als bei einer Verurteilung“, begründete der Richter. Die Einstellung erfolgte mit Zustimmung aller Prozessbeteiligten.

Den Angeklagten war vorgeworfen worden, im Sommer 2015 fünf ihrer damals zehn und elf Jahre alten Schützlinge erniedrigt, beleidigt, eingeschüchtert und zudem versucht zu haben, sie zu sexuellen Handlungen zu nötigen. Im Prozess sei definitiv festgestellt worden, „dass wir es nicht mit einer Sexualstraftat zu tun haben“, sagte der Richter. Möglicherweise sei es bei einem Party-Spiel in einem Hotelzimmer mit teilweise „ekligen Dingen“ zu einer Verletzung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht durch die Angeklagten gekommen.

Ein Junge soll aufgefordert worden sein, Wasser aus der Toilette zu trinken, anderen soll die „Aufgabe“ gestellt worden sein, an einem Heizungsrohr oder an Badelatschen zu lecken. Die Jungen hätten Demütigungen aus Angst hingenommen. Die Anklage habe sich aber so nicht bestätigt, sagte die Staatsanwältin nach acht Prozesstagen.

Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Spiel hätten die Jungen untereinander gespielt. Die Anschuldigungen seien erst im Mai 2016 erhoben worden, als einige ihrer damaligen Spieler wegen fehlender Leistungen die Mannschaft verlassen mussten, erklärten sie. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe sie der Verein sofort entlassen.

Der Richter sagte, die mutmaßlich geschädigten Jungen hätten das Geschehen im Prozess unterschiedlich geschildert. Im Kern aber stehe fest, „dass da Sachen abgelaufen sind, die so nicht hätten laufen dürfen“. Um den Fall endgültig zu klären, müssten aber weitere Zeugen befragt werden. Die Staatsanwältin sagte, sollte eine Verletzung der Aufsichts- und Erziehungspflicht festgestellt werden, würde diese „am unteren Rand der Strafbarkeit“ liegen.

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