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Radweg
Umsetzung der Wahlversprechen gefordert

Erinnerung an den Bundestagswahlkampf: SPD-Wahlkämpfer Benjamin Grimm (links) hatte sogar Landrat Ludgar Weskamp (daneben) zu einem Vor-Ort-Termin nach Liebenberg eingeladen.
Erinnerung an den Bundestagswahlkampf: SPD-Wahlkämpfer Benjamin Grimm (links) hatte sogar Landrat Ludgar Weskamp (daneben) zu einem Vor-Ort-Termin nach Liebenberg eingeladen. © Foto: privat
Volkmar Ernst / 23.02.2018, 12:33 Uhr - Aktualisiert 12.04.2018, 16:57
Liebenberg/Grüneberg (MOZ) Die Liebenberger sind sauer, die Grüneberger ebenso und eigentlich auch die Kommunalpolitiker des Löwenberger Landes. Der Grund: Im Ausschuss hat Dezernent Matthias Kahl (SPD) angekündigt, dass die Sanierung des Radweges von Grüneberg nach Liebenberg keine Priorität habe. Über die Entscheidung informierte nun Ralf Wunderlich (Die Linke).

Die Aussage Kahls empfinden viele Einwohner und Kommunalpolitiker des Löwenberger Landes als Wahlbetrug. Denn vor der Bundestagswahl hatten sich die Kandidaten der verschiedenen Parteien am Radweg von Liebenberg nach Grüneberg gern fotografieren lassen und sich sozusagen den Staffelstab in die Hand gegeben. SPD-Kandidat Benjamin Grimm hatte sogar Oberhavel-Landrat Ludger Weskamp, Kahls Parteikollegen und Chef, zu einem Vor-Ort-Termin überreden können. Das allgemeine Versprechen quer durch die Bank: Der Radweg muss bleiben. Er sei wichtig, sowohl als sicherer Weg für die Schulkinder nach Grüneberg wie auch für die touristische Erschließung der Region, wenn Radwanderer am Bahnhof in Grüneberg aussteigen, um von dort nach Liebenberg, Zehdenick, Liebenwalde oder Löwenberg zu radeln.

Der Landkreis Oberhavel hat den Radweg vor Jahren, wie es im Amtsdeutsch heiß,  „abgeordnet“. Er ist also kein Radweg mehr. Weder die Gemeinde Löwenberger Land noch die Orte Liebenberg und Grüneberg waren damals darüber informiert worden. Wer den Radweg weiter benutzen möchte, darf es tun. Wer sich jedoch am schlechten Zustand stört, der bekommt vom Kreis den Hinweis, dass er auf die Straße ausweichen könne. Diese Aussage kritisieren viele Einwohner der Gemeinde mit dem Hinweis auf den schlechten Zustand der Fahrbahn.

Eine Reparatur oder Instandsetzung wird vom Kreis bislang unter anderem mit dem Hinweis abgelehnt, dass nur wenige Radler den Weg benutzen würden. Eine Aussage, über die sich Wunderlich wirklich nur wundern kann: „Wenn es keinen oder nur einen schlechten Radweg gibt, dann ist es nachvollziehbar, dass die Radler ihn meiden und sich eine andere Strecke suchen“, stellt Wunderlich klar.

Einen neuen Radweg zu bauen, geht nicht, weil dafür die Fläche nicht ausreicht. Derzeit ist der Weg nicht einmal zwei Meter breit, bei einem Neubau sind mindestens 2,5 Meter vorgeschrieben. Dafür reicht der Platz nicht aus, es müsste Land angekauft werden. Das dauert lange und wird teuer. Deshalb verzichte der Landkreis nach wie vor auf einen Neubau, informierte Kreissprecherin Constanze Gatzke auf Nachfrage. Jedoch verspreche der Landrat, so Gatzke weiter, nach einer Lösung zu suchen, mit der sowohl der Kreis als auch die Anwohner des Löwenberber Landes leben können. Die Huckelpiste mit einer Asphaltschicht zu überziehen, schloss sie aus. Geprüft werde indes eine Neuverlegung der Steine.

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