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Energie
Oberhavel-Wald vor Windrädern schützen

Keine Windenergie in unseren Wäldern: Etwa 100 Gegner von Windrädern trafen sich zum Protest.
Keine Windenergie in unseren Wäldern: Etwa 100 Gegner von Windrädern trafen sich zum Protest. © Foto: Inez Bandoly
Inez Bandoly / 25.02.2018, 19:21 Uhr - Aktualisiert 12.04.2018, 18:37
Hohenbruch (Inez Bandoly) Knapp 100 Gäste, darunter Familien mit Kindern, kamen am Sonntag ins Hohenbrucher Gemeindezentrum, um gegen das Errichten von Windkraftanlagen in den Wäldern der Umgebung zu demonstrieren.

Dazu eingeladen hatte der  Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch (LFV). Viele hatten ihren Protest auf Plakaten formuliert. „Keine Windräder in unserem Wald“ war darauf zu lesen. Konkret richtet sich der Protest gegen das Vorhaben der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel, die den zweiten Entwurf zum Bebauungsplan „Freiraum und Windenergie“ aufgestellt hat. Vom Windeignungsgebiet 34, das die Gemarkungen von Beetz, Sommerfeld, Hohenbruch und Neuendorf umfasst, werden 452 Hektar betroffen sein, von denen ein Großteil bewaldet ist.

„Wir lehnen es strikt ab, dass in einem so großen und unzerschnittenen Waldgebiet in unmittelbarer Nachbarschaft ein Teil als Windeignungsgebiet ausgewiesen werden soll“, sagte Sebastian Partzsch, Vorsitzender des Landschaftsfördervereines. Bis zu 20 etwa 200 Meter hohe Windräder sollen auf einem Gebiet aufgestellt werden, das er als besonders schützenswerten Naturerbe-Wald bezeichnete. Dafür müssten 10 000 Bäume gefällt werden. Die Naturschützer weisen darauf hin, dass sich die Bundesrepublik Deutschland nicht nur auf Ziele zum Klimaschutz, sondern auch auf solche zum Erhalt der Biodiversität international verpflichtet hat. Der Ausbau der Windenergie müsse daher naturverträglich und umweltschonend erfolgen.

Der Protest in Hohenbruch richtete sich deutlich auch an Landrat Ludger Weskamp (SPD), der den Vorsitz in der Regionalversammlung innehat. Der Landkreis sei in Oberhavel zugleich größter Waldbesitzer. Partzsch wies damit auf das Dilemma hin, indem der Landrat steckt: Als Vorsitzender der Planungsgemeinschaft muss er eine Interesse haben, die Windräder zu errichten – im kreiseigenen Wald. Es sei fünf Minuten vor Zwölf, um das Windeignungsgebiet vor der eigenen Haustür noch zu verhindern.

Die Protestaktion am Sonntag wurde verbunden mit der Eröffnung der Wanderausstellung „Rettet diesen Wald“, die Vereinsmitglied Detlef Hasse konzipiert hat. Er zeigt beeindruckende Fotos von den Wäldern, in denen sich bald Windräder drehen sollen.

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