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Grundschulstandort
Neue Variante sorgt für Unmut

Patrik Rachner / 01.03.2018, 22:31 Uhr
Dallgow-Döberitz (MOZ) Aufgeheizte Stimmung: Die Sitzung der Gemeindevertretung in Dallgow-Döberitz hatte es am Mittwochabend in sich. Warum? Rund 50 Eltern haben aus Anlass der neusten Planung der Verwaltung zur weiteren Entwicklung des Grundschulstandortes ihrem Unmut während der Einwohnerfragestunde freien Lauf gelassen.

Sie kamen mit Transparenten, um so dem Protest Nachdruck zu verleihen, allerdings am Ende erfolglos. Denn: Die Gemeindevertreter folgten der Vorlage mit breiter Mehrheit, bei nur einer Gegenstimme. Die Verwaltung soll nach dem gefassten Beschluss nun prüfen, ob künftig an beiden Schulstandorten - Steinschneiderstraße und Weißdornallee - Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 6. Klassen jeweils dreizügig unterrichtet werden können, einschließlich der Hortbetreuung. Die zuletzt ins Spiel gebrachte Schulteilung wurde indes, offenbar auf Druck der Elternschaft, fallen gelassen. Die Sitzung wurde zwecks Beratung deshalb gar unterbrochen.

Dennoch verließen unter anderem die Elternvertreter die Sitzung enttäuscht. Sie favorisieren weiterhin die zuletzt geltende Planung, wonach die beauftragten Architekten - zwar mit zeitlicher Verzögerung - den vorgestellten Vorentwurf zur Hort- und Schulerweiterung umsetzen sollten. Andrea Lampe, Vorsitzende der Elternkonferenz der Grundschule, ärgerte sich. "Das ist wirklich ein Stück aus dem Tollhaus. Es ist nicht zu fassen, was in den Köpfen der Verwaltung und jener Gemeindevertreter vorgeht, die diese neue Variante ins Spiel gebracht haben und unterstützen." Sie verwies auch darauf, dass sowohl Schul- als auch Hortleitung, die ähnlich wie zu Beginn der Diskussion um die Erweiterung erneut nicht an der Entwicklung der neuen Planung beteiligt waren, den neuen Vorstoß aus fachlichen Gründen ganz entschieden ablehnten. "Vor mehr als einem Jahr fiel nach langem Hickhack und Planungspleiten der Beschluss zur dringend benötigten Hort- und Schulerweiterung. Nun hat man endlich ein kompetentes Architekturbüro und dessen von allen Beteiligten und Betroffenen für gut befundenen und beschlossenen Plan in der Hand - und macht wieder eine komplette Rolle rückwärts: Die Verwaltung zieht ohne Not und Auftrag eine völlig neue Idee aus der Schublade und behauptet, man könne viel günstiger und schneller bauen, wenn man beide Schulstandorte um- und ein bisschen ausbaut und alle Jahrgangsstufen aufteilt", meinte sie. Gemeindevertreter Sven Richter (CDU) ärgerte sich indes über immer wiederkehrende Falschaussagen, die auch schon im Vorfeld der Sitzung herumgegeistert seien. Er begrüßte den Prüfauftrag, um nun schneller ans Ziel zu kommen. Und: "Während der Bauphase besteht nun eine bessere Situation für Schüler und Lehrer. Ich habe auch keine substantiellen Argumente gehört, die dem nun gefassten Beschluss entgegenstehen." Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler) meinte zudem, die Zeit dränge. "Wir müssen jetzt schnell handeln und das Gespräch mit dem Bildungsministerium suchen. Dann wissen wir, welche Bedingungen es für unsere Pläne gibt." Gemäß der jetzigen Entwicklung soll an der "Wasserturm-Filiale", dort werden bislang nur die Viert- bis Sechstklässler unterrichtet, ein Anbau realisiert werden. Drei Räume auf einer Fläche von bis zu 170 Quadratmetern sollen entstehen. Der Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Container werden nicht mehr benötigt. An der Steinschneiderstraße soll, wie gehabt, der Flachbau abgerissen werden und dann eine neues Gebäude mit Zugang zum bestehenden entstehen. Ob es zwei oder dreigeschossig wird, ist noch unklar. Die zwei vorhanden Grundlagenermittlungen für die Ertüchtigung des Schulstandortes fließen in die jetzigen Planungen mit ein. "Das ursprüngliche Ziel bleibt bestehen: wir wollen 2019 fertig werden, zuletzt war das mit Blick auf die vorhergegangenen Planungen nicht mehr realistisch, zumal die Fördermittel in Gefahr waren. Darauf wollen wir nicht verzichten."

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