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Felchower wollen Abtransport des Abrissmaterials aus der ehemaligen Zone 4 aus ihrem Ort verhindern

Treibstofflager
Ärger über den Baustellenverkehr

Kerstin Unger / 29.03.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 29.03.2018, 09:45
Felchow (MOZ) Im Wald bei Pinnow wird eines der geheimsten Objekte des damaligen Instandsetzungswerkes, das Raketentreibstofflager, abgerissen. Die Schutttransporter fahren durch Felchow. Das bringt die Einwohner auf die Barrikaden.

In die Zone 4 in einem Waldstück bei Pinnow kamen zu DDR-Zeiten nur ausgewählte Personen. Das sogenannte Zentrale Treib- und Schmierstofflager war streng gesichert. Jetzt lässt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das Gelände, auf dem unter anderem ein großes fünfstöckiges Gebäude und rund 50 Lkw-Garagen standen, als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für ein anderes großes Bauvorhaben beräumen.

Seit Wochen ist eine beauftragte Baufirma bei den Abrissarbeiten. Die Felchower, die an der Straße wohnen, bekommen die Auswirkungen bereits mit. Doch das Schlimmste, so erklärt Ortsvorsteher Sven Golling, steht ihnen noch bevor. „Die Schuttcontainer sollen durch Felchow auf die alte B 2 und dann nach Schwedt fahren“, sagt er. Angeblich auf Anweisung des Amtsdirektors dürften die Lkw nicht durch das benachbarte Gewerbegebiet fahren. „Dabei könnten sie durch ein Tor am Containerbahnhof direkt auf die Straße zur B-2-Kreuzung fahren. Dabei würden sie vier Kilometer sparen“, sagt Sven Golling. „Die Straße im Ort ist schon im schlechten Zustand. Eine 30er-Zone führt an der Kita vorbei. Ich bekomme täglich viele Beschwerdeanrufe“, sagt er.  Auf entsprechende Nachfragen seit Februar beim Amt Oder-Welse habe er keine Antwort erhalten, erklärt der Ortsvorsteher. Zirka 50 000 Kubikmeter Schutt müssen abgefahren werden, schätzt der Bauleiter vor Ort ein.

Amtsdirektor Detlef Krause bestreitet gegenüber dieser Zeitung, eine entsprechende Anordnung getroffen zu haben. „Dieser Vorgang beschäftigt uns schon seit Dezember“, sagt er. Für ein Bauvorhaben solcher Dimension sei eine verkehrsrechtliche Anordnung notwendig. Diese Unterlagen seien bis heute unvollständig. „Der Eigentümer der Fläche weiß, dass hier keine offizielle Straße entlangführt. In diesem Bereich gibt es einen maroden, drei Meter breiten,  asphaltüberzogenen Waldweg. Begegnungsverkehr ist problematisch“, so Detlef Krause. Dagegen sei die Ortsdurchfahrt Felchow bis zum Parkplatz ohne Einschränkung befahrbar. So hätten das einst die Gemeindevertreter gewollt.

Der von Sven Golling genannte Weg durch das Tor sei die Feuerwehrzufahrt von Pinnow nach Felchow und keine offizielle Straße. Ab dem Parkplatz in Pinnow sei die Straße nur für Radfahrer freigegeben. Wenn diese Wege als Route für die Baufahrzeuge festgelegt werden, müsse auch schriftlich fixiert werden, wer sie im Schadensfall instand setzt, erklärt Detlef Krause. Nach einer Anhörung beim Landkreis sei diese Streckenführung abgelehnt worden, weil der Weg keinen Unterbau hat.

Das Problem müsse geklärt werden, möglichst mit einem Vor-Ort-Termin. „Seit Januar fordert das Amt Unterlagen an. Zwei Varianten stehen im Raum - durch das Gewerbegebiet oder durch Felchow. Es ist bisher nicht erkennbar, welche Variante favorisiert wird“, sagt der Amtsdirektor.

Seit Mittwoch, so berichtet Sven Golling, fahren die Containerfahrzeuge mit dem Schutt verstärkt durch Felchow. Sein Telefon klingelt sich heiß. „Wenn nichts passiert, stellen wir unsere Autos auf die Straße“, kündigt er an.

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