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Oldtimer
Mit dem Trabant über Dörfer und Acker

Zweitaktmotor: Horst Kolodzieys (rechts) Trabant 500 aus dem Jahr 1962 bewundert auch Wolfgang Kielblock.
Zweitaktmotor: Horst Kolodzieys (rechts) Trabant 500 aus dem Jahr 1962 bewundert auch Wolfgang Kielblock. © Foto: MOZ/Sandra Jütte
Sandra Jütte / 04.04.2018, 14:06 Uhr
Großwoltersdorf (MOZ) Nicht nur die Staubschicht auf den runden Scheinwerfern und dem Kunststoff der Motorhaube zeugt vom Alter: Auch das keuchende Rattern beim ersten Startversuch ist ein Indiz, dass das Gefährt schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Mit einer grauen Staubwolke aus dem Auspuff, die einen penetranten Benzingeruch verströmt, bewegt sich der Trabant 500 aber doch noch aus dem Holzschuppen von Horst Kolodziey. Seit fast 40 Jahren besitzt der Großwoltersdorfer den mittlerweile waschechten Oldtimer mit immerhin 23 Pferdestärken. Anfang der 1980er-Jahre habe er ihn für rund 5 000 DDR-Mark in Lögow gekauft, erinnert der 79-Jährige sich.

Schon damals sei die Karosserie unten durchgerostet gewesen. Für den gelernten KFZ-Mechaniker, der jahrzehntelang auf den Dörfern die Landmaschinen reparierte, war das aber kein Problem. „Den habe ich wieder flott gemacht“, sagt Horst Kolodziey. Nicht mehr alles an dem Trabi ist original: Unter anderem den Zweitaktmotor, die Stoßstange und die Blinker hat der Besitzer ausgetauscht. Erst vor einem Jahr hatte er den Oldtimer von 1962 abgemeldet. Bis dahin nutzte der Großwoltersdorfer ihn regelmäßig als „Werkstattwagen“, noch immer lagert die Werkzeugkiste hinter den mit Blumenmuster bezogenen Sitzen.  „Mit dem konnte man über jeden Acker fahren und ihn alleine reparieren“, begründet der 79-Jährige seine Treue. „Und wenn er mit dem Auto herumfuhr, wusste man auch gleich, wer kommt“, fügt Wolfgang Kielblock neben ihm lachend hinzu.

Mehr alte Trabis wie den von Horst Kolodziey wünscht sich der Bürgermeister der Gemeinde Stechlin am 12. Mai in Dollgow. Dann findet dort zum sechsten Mal das vom Heimatverein und vielen Helfern organisierte Oldtimer- und Treckertreffen statt. „Dieses Mal würden wir gerne eine eigene Sparte für Trabis und andere Fahrzeuge aus dem Osten einführen und freuen uns, wenn einige Besitzer mit ihren Modellen kommen“, erklärt Kielblock, der als Vorstandsmitglied die Veranstaltung mitorganisiert. Ab 8 Uhr können die alten Schätze auf dem Backofenplatz hinter der Kirche ausgestellt werden – egal, ob Auto oder Trecker. Zudem ist in der angrenzenden Halle eine Sonderausstellung zum Thema „Zweiradtechnik“ geplant. Hierfür sucht der Verein noch Teilnehmer mit alten Motorrädern, Mopeds und auch mit Hilfsmotor betriebenen Fahrrädern aller Fabrikate und Jahrgänge, die die Plätze füllen. Auch einen Tauschbasar und einen Ersatzteilmarkt soll es vor Ort geben. Ab 15 Uhr rollen die Fahrzeuge dann gemeinsam durch den Ort. Neben einer Erinnerungsurkunde wird das ältestes Ausstellungsstück auch prämiert. Bei den Trabis hat Horst Kolodziey da gute Chancen. „Wenn jemand einen älteren bringt, dann kriegst du von mir ein Bier ausgegeben“, verspricht ihm Kielblock.(sju)

Da die Ausstellungsfläche begrenzt ist, bittet der Verein um schriftliche Anmeldung interessierter Aussteller bis zum 27. April bei Dietmar Herzig, Bergstraße 1, 16775 Stechlin, oder per Mail an herzig-stechlin@t-online.de. Eine Nennbestätigung gibt es nicht.

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