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Nach dem Willen von Anwohnern müsste der Golmer Teich renaturiert werden, doch es fehlt das Geld für ein solches Projekt

Projekt
Grüne Oase am Golmer Kesselpfuhl

Der Kesselpfuhl bei Golm: Er soll an einigen Stellen bis zu drei Meter tief sein. Manchmal fließt das Wasser ab.
Der Kesselpfuhl bei Golm: Er soll an einigen Stellen bis zu drei Meter tief sein. Manchmal fließt das Wasser ab. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 11.04.2018, 06:15 Uhr
Golm (MOZ) Seen aller Art haben immer wieder eine faszinierende Wirkung auf Menschen. Es müssen dabei keineswegs große Gewässer mit langen Badestränden sein oder romantische Waldseen mit einsamen Buchten. Spaziergänger, Radfahrer und ebenso einheimische Anwohner verbinden auch mit kleineren Dorfteichen und Angelseen ein Leben lang eine gewisse Ruhe und Naturliebhaberei.

Nicht anders ergeht es Einwohnern von Golm. Sie haben direkt im Ort den sogenannten Kesselpfuhl, ein kleiner Tümpel, der vermutlich schon seit der Eiszeit existiert und in dessen Senke sich regelmäßig das Oberflächenwasser aus der unmittelbaren Umgebung sammelt. Umgeben von kleineren Bäumen und eingebettet in die Landschaft sieht er aus wie viele ähnlicher Teiche, die der Uckermark ihr Gepräge geben.

Allerdings verlandet der Kesselpfuhl. Umgebrochene Sträucher tun ein Übriges. Und er hat ein weiteres Problem: Das Wasser läuft manchmal ab. Zwar steht derzeit der Pegel recht hoch, nach Angaben von Anwohnern soll er aber in den vergangenen Jahren schon anderthalb Meter tiefer gewesen sein. „Momentan ist er verkrautet und hässlich“, sagt Ortsvorsteher Günter Rohde. „Früher waren hier sogar Fische drin.“

Wenn es nach ihm geht, soll der Kesselpfuhl wieder eine kleine Oase werden. Dazu müsste er ausgebaggert oder renaturiert werden. „Wir haben aber im Dorf keine Arbeitskräfte, die das machen können“, klagt er sein Leid. Also hat er das Problem zum Amt Gramzow getragen. Das Bauamt möge sich dafür einsetzen, den Pfuhl zu erhalten. Der befindet sich in kommunaler Hand, also im Eigentum der Gemeinde Zichow, zu der Golm gehört. Die hat vorsorglich schon ein Stück Land im Uferbereich gekauft. „Wir wollen hier eine kleine Rastmöglichkeit für Wanderer und Radfahrer schaffen, vielleicht ein paar Bänke aufstellen“, erzählt Rohde. Zuerst muss aber der ungeklärte Wasserablauf beseitigt werden.

Eine Aufgabe für den Wasser- und Bodenverband Welse. Der führt den Teich als Gewässer zweiter Ordnung und ist damit zuständig. Allerdings nicht für eine Renaturierung, erklärt Verbandschefin Christine Schmidt. „Hier kann nicht einfach eine Entschlammung vorgenommen werden. Hier muss eine gemeinsame Planung her. Der Verband würde es übernehmen, aber nur im Auftrag der Gemeinde.“ Damit stellt sich die Geldfrage. Denn der Verband kann dafür keine Gebühreneinnahmen verwenden.

Günter Rohde lässt nicht locker. Der Ortsvorsteher will mit dem Gramzower Bauamt eine Lösung samt Planung anschieben. Und vielleicht gibt es irgendwann wieder Fische im Kesselpfuhl.

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