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Parlamentarischer Staatssekretär stellt sich in Gesprächsrunde den Fragen von Barnimer Landwirten

Landwirtschaft
Bauern wollen weniger Bürokratie und bezahlbare Flächen

Talk im Stall: Der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (Mitte) mit Landratskandidat Othmar Nickel (l.) und Staatssekretär Michael Stübgen (r.), als Hauptakteur der Gesprächsrunde. Gegenüber sitzen die Landwirte. Gastgeber war die Ökohof Brodowin GmbH.
Talk im Stall: Der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen (Mitte) mit Landratskandidat Othmar Nickel (l.) und Staatssekretär Michael Stübgen (r.), als Hauptakteur der Gesprächsrunde. Gegenüber sitzen die Landwirte. Gastgeber war die Ökohof Brodowin GmbH. © Foto: Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 12.04.2018, 06:30 Uhr
Brodowin (MOZ) 15 Landwirte haben am Mittwochvormittag an einer Gesprächsrunde mit den CDU-Bundestagsabgeordneten Jens Koeppen und Michael Stübgen, Parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, teilgenommen. Die Runde fand bei der Ökodorf Brodowin GmbH statt. Stübgen, spezialisiert auf Europa-Politik, wies gleich zu Beginn auf das Problem hin, dass Großbritannien als zweitgrößter Nettozahler der EU mit dem Brexit ausfällt. Brüssels am besten bestückter Fördertopf ist mit 500 Milliarden Euro die Landwirtschaft. Sie solle nicht unter dem Austritt der Briten leiden. Wenn es nach dem Staatssekretär geht, werde die Ausstattung für  2021 bis 2028 gleich bleiben.  Das setzt allerdings voraus, dass Deutschland zwischen 3 und 3,5 Milliarden mehr einzahlen müsse. Die Förderung sei für Biobauern wie auch konventionelle Betriebe, wie Stübgen betont.

Und auch mit Blick auf bedrohte Tierarten ist der CDU-Politiker auf Frieden zwischen Tierschützern und Landwirten aus. „Sie werden von mir nicht hören, dass der Wolf wieder weg soll“, sagte er. Doch es müsse Regeln für den Umgang mit aggressiven und gefährlichen Wölfen geben, solche, die in die Nähe von Herden und menschlichen Siedlungen kommen. Aktives Populations-Management heißt das Heilmittel. „Wenn wir nichts tun, wird die Akzeptanz gegenüber den Tieren zurückgehen“, so Stübgen.

Isegrim aber interessierte die anwesenden Landwirte weniger. Holger Lampe, Vorsitzender des Kreisbauernverbands, brachte das Thema Bürokratie-Abbau auf den Tisch. Wer Edmund Stoiber für diese Aufgabe nach Brüssel schicke, nehme die Schwierigkeiten nicht ernst. „Er hat sich aber bemüht“, sagte Stübgen schmunzelnd. Weniger Bürokratie sei immer ein Ziel, doch wolle er nichts versprechen. Neue Probleme würden die Notwendigkeit zum Regulieren schaffen. Bei der Randstreifenbewirtschaftung aber habe man zum Beispiel vereinfachen können.

Ein ebenso großes Problem, das in der Runde anklang, war der Flächenkauf durch Finanzinvestoren. Doch nicht nur sie machen Bauern Konkurrenz. „Wir haben mit dem Nationalpark zu kämpfen, der Flächen zu Preisen kauft, wo wir trotz Vorkaufsrecht nicht mithalten können“, äußerte sich eine Schweinewirtin, die längst daran zweifelt, ob Viehhaltung überhaupt noch erwünscht ist. Ein klares Ja vom Staatssekretär und ein Seitenhieb auf den Koalitionspartner. Denn ob das im Umweltministerium auch jeder so sieht, glaubt Stübgen nicht.

Zwei Stunden stellte sich der Landwirtschaftsexperte aus dem Bundestag den Betroffenen aus dem Barnim, nahm die angesprochenen Probleme zustimmend auf. Doch wies Stübgen auch auf den eingeschränkten Handlungsspielraum angesichts der Bindung an internationale Verträge hin. (mm)

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