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Frau aus Bulgarien mit 16 Messerstichen getötet

Mordfall
Prostituierte am Rand von Slubice erstochen

Für die Frau kam jede Hilfe zu spät - Symbolbild.
Für die Frau kam jede Hilfe zu spät - Symbolbild. © Foto: dpa
Dietrich Schröder / 26.04.2018, 06:15 Uhr
Slubice (MOZ) Ein grausiges Verbrechen, das sich vor einer Woche am Stadtrand des polnischen Grenzorts Slubice zugetragen hat, ist erst jetzt auch diesseits der Oder bekannt geworden.

Am späten Nachmittag des 19. April ist an der Straße, die nach Rzepin führt (Szosa Rzepinska, nahe der Kreuzung zur ulica Obozowa) eine Prostituierte tot aufgefunden worden, die von einem oder mehreren Tätern mit Messerstichen fürchterlich zugerichtet wurde.

Nach Informationen der Zeitung „Gazeta Lubuska“ wies der Körper der aus Bulgarien stammenden Frau 16 Einstiche auf. Außerdem soll ihr die Kehle durchgeschnitten worden sein. Die Tat soll zwischen 17.30 und 18.30 Uhr – also noch bei Tageslicht – geschehen sein, weshalb die polnische Polizei nach Zeugen sucht, die in dieser Zeit dort vorbeigekommen sind und möglicherweise Hinweise geben können. Von Interesse könnten auch die Aufnahmen von Dashcams sein, Kameras, die manche Autofahrer auf ihrem Amaturenbrett montiert haben.

Die Tat wirft ein Schlaglicht auf das Rotlichtmilieu, das sich an den Straßen abspielt, die von Slubice zu den Parkplätzen am Stadtrand führen, die zumeist von polnischen und osteuropäischen Lkw-Fahrern genutzt werden. Dort stehen einige Frauen am Straßenrand, die zum Teil aus Polen, aber vor allem aus Rumänien und Bulgarien stammen. Zahlreiche von ihnen wurden mittlerweile von der Polizei vernommen. Die Tote soll von ihrem Partner gefunden worden sein, bei dem es sich aber auch um einen Zuhälter gehandelt haben könnte. Weitere Auskünfte will die Polizei mit Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen bisher nicht geben.

Dass die Bulgarin von einem Freier getötet wurde, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Spekulationen, über die polnische Medien berichten, gehen eher in die Richtung eines Konkurrenzkampfes, der sich im Milieu abgespielt haben könnte.  Auch könnte ein Triebtäter die Tat begangen haben.

Mitarbeiter einer Tankstelle, auf deren Parkplatz die Prostituierten auch um Freier werben, berichteten am Mittwoch, dass sich seit dem Mordfall auffällig wenige der Frauen dort aufhalten. Die Tat dürfte für sie ein Schock gewesen sein.

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