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Gelände soll dem Neubau des Gerätehauses dienen

Kündigung
Feuerwehr-Verein fühlt sich hintergangen

Ungewisse Zukunft: Für den Container und die beiden Bauwagen werden neue Stellplätze benötigt.
Ungewisse Zukunft: Für den Container und die beiden Bauwagen werden neue Stellplätze benötigt. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 28.04.2018, 14:00 Uhr
Höhenland/Leuenberg (MOZ) Der Förderverein der Feuerwehr Leuenberg fühlt sich von der Gemeinde Höhenland und der Amtsverwaltung über den Tisch gezogen. Wegen des geplanten Neubaus des Feuerwehrgerätehauses hat ihm die Verwaltung das Pachtland gekündigt, auf dem ein Container und zwei Bauwagen als Materiallager genutzt werden.

Das alte Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Leuenberg entspricht nicht mehr dem Standard. Die Feuerwehrleute haben keine gesonderten Umkleidekabinen, sondern müssen ihre Kleidung in der Fahrzeughalle hinter den Feuerwehrautos wechseln. Der Abstand zwischen Autos und Spinden ist gefährlich gering. Rutscht ein Fahrer im Notfall versehentlich von der Bremse und das Fahrzeug springt nach hinten, können Einsatzkräfte gequetscht werden. Weil sich das Gebäude aus statischen Gründen nur schwer umbauen lässt, wollen Gemeinde und Amt Falkenberg-Höhe  einen Neubau errichten. Dieser soll hinter dem jetzigen Gebäude errichtet werden, wo die Gemeinde ein geeignetes Grundstück besitzt. Weil das Amt Träger des Brandschutzes ist, muss die Gemeinde das Grundstück ans Amt verkaufen, wenn dort das Feuerwehrgebäude errichtet werden soll.

Darauf befinden sich der Parkplatz der Kita, ein Kleingarten sowie eine Wiese, die der Förderverein der Feuerwehr für einen  Container und zwei Bauwagen nutzt. Um das Grundstück rechtzeitig zu sichern, hat die Gemeinde allen Pächtern Anfang des Jahres gekündigt.

Seinem Unmut über das Verfahren hat der Vorstand des Fördervereins der Feuerwehr bei der jüngsten Gemeindevertreterversammlung am Mittwochabend im Gutshaus Wölsickendorf Luft gemacht. „Wir haben im Container und den Bauwagen Material für Veranstaltungen und für die Jugendfeuerwehr wie Zelte und Bierzeltgarnituren gelagert“, sagte Torsten Winkler, Vorstandsvorsitzender des Vereins, der derzeit auf 54 Mitglieder zählen kann. Unverständlich sei, dass das dem Förderverein gekündigt worden sei, obwohl für das Feuerwehrgebäude nicht einmal eine Planung vorliege.

Torsten Winkler beklagte den Umgang mit dem Förderverein, der das Material selber angeschafft habe und auch die Ausstattung des bestehenden Feuerwehrgebäudes teilweise finanziert und umgesetzt habe. Mit dem Förderverein habe vorher niemand gesprochen. „Wir haben es durch das Kündigungsschreiben erfahren“, so Torsten Winkler.

Für ihn und die Vereinsmitglieder sei ungewiss, wo sie das Material künftig lagern können. Für die beiden Bauwagen finden sich vielleicht Stellplätze in einer Scheune, aber den Container unterzubringen, sei wohl kaum möglich.

„Wir laden zum Tanz in den Mai am Gerätehaus ein, dafür benötigen wir die Sachen aus dem Container“, ergänzte der Vorstandsvorsitzende.  Im Feuerwehrdepot dürften sie das Material nicht lagern, weil dies einzig dem Brandschutz vorbehalten sei. Dieses Problem gelte auch für den Neubau, denn dieser sei nur für die aktive Feuerwehr vorgesehen. Weder die Ausstattung der Jugendfeuer, noch das Traditionsfahrzeug der Wehr, ein G5, werden darin Platz haben. Der G5 sei bei der Agrargenossenschaft untergebracht. Der Förderverein hätte sich daher ein kombiniertes Feuerwehr- und Gemeindezentrum gewünscht.

Holger Horneffer, Amtsdirektor des Amtes Falkenberg-Höhe, widersprach dem Vereinsvorsitzenden. Es gebe bereits einen Projektentwurf für das Feuerwehrgerätehaus, der Anfang Mai mit der Feuerwehrunfallkasse und dem Landkreis  abgestimmt werde. Erst wenn dieser Termin positiv verläuft, werde der Landkreis Fördermittel beim Land im Rahmen des Kommunalen Infrastruktur-Programms (KIP) beantragen. Um beginnen zu können, müsse das Amt die Verfügbarkeit der Fläche garantieren. „Deshalb haben wir dem Förderverein und anderen Nutzern der Fläche vorsorglich gekündigt“, erklärte Horneffer.

Der Pachtvertrag mit dem Förderverein enthalte eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Um ihm genügend Zeit einzuräumen, andere Stellflächen zu finden, sei die Kündigung Anfang des Jahres ausgesprochen worden. Die Frist ende erst am 31. Dezember, so Horneffer. Unklar sei, ob die Feuerwehr das ganze Grundstück benötigt. „Wir wissen noch nicht, wie das Gebäude gedreht wird“, sagte Horneffer. Gebraucht werde ein Parkplatz, wo die Einsatzkräfte ihre Privatautos abstellen können. Die Zufahrt zum Parkplatz und der Weg der Einsatzfahrzeuge dürfen sich nicht kreuzen, so der Amtsdirektor. Sollte auf dem Areal in einer Ecke Platz übrig sein, könnte der Förderverein wieder hinziehen, sagte er. Wann der Bau beginne, sei noch nicht klar.

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