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Mutter von Drillingen bedankt sich für breite Unterstützung / Landrat muss sich im Streit um Hilfe einschalten

Regelung
Hilfe für die drei Engel

Für zwei Hände zu viel: Hannelore Kremer (r.) hat Pauline und Lotte, zwei der Drillingskinder von Carolin Oertwig auf dem Arm. Die Schwedterin hilft im Haushalt der jungen Familie.
Für zwei Hände zu viel: Hannelore Kremer (r.) hat Pauline und Lotte, zwei der Drillingskinder von Carolin Oertwig auf dem Arm. Die Schwedterin hilft im Haushalt der jungen Familie. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 08.05.2018, 06:30 Uhr
Meyenburg (MOZ) Die Familie mit den Drillingsmädchen und einem zweijährigen Sohn bekommt seit Ende April endlich regelmäßige Hilfe im Haushalt. Eine Pflegerin aus Schwedt konnte über einen Verein dafür angestellt werden. Mutter Carolin Oertwig kann etwas aufatmen und ist dankbar, dass sich so viele für sie eingesetzt haben.

Landrat Dietmar Schulze hatte sich höchstpersönlich in den Fall einschalten müssen, da sich die beteiligten Ämter seiner Verwaltung partout nicht einigen konnten, wie der Familie einfach und pragmatisch geholfen werden kann. So wie die Familie, die kurz nach der Geburt ihrer Drillinge beim Jugendamt angeklopft hatte und sich nach Hilfe erkundigte, bekam auch der Landrat von seinen Fachleuten nur Gründe und Gesetze genannt, was warum nicht gehe. Das Jugendamt erklärte sich kurzerhand für nicht zuständig. In seinem Wahlkampf wollte sich der Amtsinhaber natürlich nicht anhören, dass er ein kinderfeindlicher Landrat sei. Also drängte er auf eine Lösung.

Ende April dann konnte er sein Versprechen einlösen und stolz verkünden, dass die Haushaltshilfe für die ersten Monate mit den Drillingen geklärt sei. Für vier Stunden am Tag kommt seither eine Hilfe vom Prenzlauer Verein IG Frauen und Familie Prenzlau. Vom Kreis mit Mitteln der frühen Hilfen ausgestattet, schickt der Verein im Wechsel zwei Frauen zur Unterstützung in die Familie. Das ist nicht ganz das, was sich Familie Oertwig erhofft hatte, aber immerhin ist eine der Frauen Hannelore Kremer, eine ehemalige Pflegerin aus Schwedt, die sich schon im März auf den Hilferuf der Familie in der Zeitung gemeldet hatte.

Carolin Oertwig ist sehr dankbar für die vielen Helfer, die mit dazu beigetragen haben: „Wir bedanken uns für die Hilfe bei unserer beherzten Nachbarin Heike Moritz, bei Mike Bischoff, vielen privaten Spendern, bei  PCK und natürlich auch beim Landrat“, sagt die junge Mutter. Seit ihr Partner Christopher Riemer wieder arbeitet, war sie oft allein mit den drei Babys, aber nur zwei Händen. Christopher hatte eine segensreiche Erfindung gegoogelt und gekauft. Eine automatische Wippe für den Türrahmen. Einmal angestoßen hält sich die Wippe in Bewegung und mit ihr das jeweils dritte Kind ruhig, während die anderen beiden das Fläschchen bekommen oder gewickelt werden.

Hannelore Kremer braucht keine große Erklärungen, was zu tun ist. Die 61-Jährige hat viele Jahre in Pflegeeinrichtungen und in der häuslichen Pflege gearbeitet, selbst drei Kinder großgezogen und drei Enkel. Sie „findet“ die Arbeit, freut sich Carolin Oertwig und spricht von einem guten Vertrauensverhältnis, das wichtig sei. „Jeder, der Kinder hat, weiß, dass ich jetzt niemanden zum Quatschen brauche oder der mit den Kindern spielt“, sagt die Drillingsmutter. Es ist die ganz einfache Hilfe beim Waschen, Putzen, Beaufsichtigen oder beim Windeln wechseln und Anziehen, die jetzt die Familie für ein paar wichtige Stunden am Tag entlasten.

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