Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Trafo-Galerie
Rendezvous mit der Vergänglichkeit

Mit den Spuren der Zeit:  Künstlerin Britta von Willert (l.) und ihre Tante Friederike Bauer-Eschen, die im Trafo 1 zur Vernissage musizierte.
Mit den Spuren der Zeit:  Künstlerin Britta von Willert (l.) und ihre Tante Friederike Bauer-Eschen, die im Trafo 1 zur Vernissage musizierte. © Foto: Johann Müller
Ulf Grieger / 13.05.2018, 19:44 Uhr
Regenmantel (MOZ) Es war ein kleines Jubiläum, das die etwa 40 Gäste der Vernissage am Trafo 1 in Regenmantel am Sonnabend mitfeiern konnten: Es war die bereits 40. Ausstellung, zu der Michael Pommerening eingeladen hatte. Und diese fast familiäre Form der Zusammenführung von Kunstfreunden und Künstlern hat bereits viele Fans nicht nur in Berlin-Brandenburg.

Britta von Willert, 1980 in Kulmbach geboren und Malerin aus Berlin, hatte keine Mühe, den Trafo 1 mit nur drei Bildern zu füllen. Doch die lassen den Betrachter staunen. Es sind großformatige Porträtdetails von den Schriftstellern Michele Houellebecq und Samuel Beckett sowie die Mundpartie einer unbekannten alten Chinesin.

In den anderen Ausstellungsstätten, der Waage Dolgelin und dem Trafo Reitwein, sind kleinere Porträts von Fußballstars zu sehen, die ihrer Emotion freigiebig Ausdruck verleihen. Die Vorlage dafür fand sie auf Internetseiten von Sportfernsehsendern. Ikonenhaft wurden sie gemalt, so wie sie von ihren Fans vergöttert werden: Junge Helden, die zwar leiden dürfen, aber niemals altern.

Es sei die Zeit und das, was sie aus uns macht, was die Küntslerin bewegt, macht Pommerening in seiner Einführung deutlich. Die Zeit, der niemand entkommt und die alles zu vorübergehen lässt. Er erinnerte an den Wandel der Zeitvorstellungen und die Illusion von Mode und Medien, man könne mit Kosmetik und allerlei Tricks das Vergehen und Altern überlisten.

Im Interview, das per Video im Trafo zu sehen ist, bestätigte die Malerin, dass es solche Themen sind, über die sie nachdenkt. Philosophie hat sie  zwar nicht studiert. „Aber man kommt automatisch auch damit in Berührung, wenn man darüber nachdenkt“, erklärte sie. Sie holt gnadenlos mit den Bildern heraus, wie sich das Leben in die Gesichter eingräbt und konfrontiert den Betrachter mit seiner eigenen Vergänglichkeit.

Zur Vernissage war ein Teil ihrer Familie angereist: Bruder und Schwägerin, Mutter und Tante. Letztere, Friederike Bauer-Eschen, spielte auf dem Cello zunächst eine Improvisation und dann ein Stück von Bach. Die Musik aus dem Trafo erfasste die frühsommerliche Stimmung wunderbar. Im Anschluss gab es wieder eine gute Gelegenheit, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung „Es geht um die Zeit“ ist bis zum 29. Juni  zu sehen. (ulg)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG