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Kummerower begehen mit vielen Gästen den Gründungstag vor 700 Jahren mit Umzug, Ausstellung und Gemütlichkeit

Jubiläum
Ein ganzes Dorf auf den Beinen

Kerstin Unger / 14.05.2018, 06:00 Uhr - Aktualisiert 14.05.2018, 08:46
Kummerow (MOZ) Strahlende Gesichter und herausgeputzte Menschen bestimmten am Wochenende das Bild in Kummerow. Der kleinste Schwedter Ortsteil feierte zwei Tage lang sein 700-jähriges Bestehen mit Umzug, Volksfest, Festgottesdienst  und viel Musik.

Gespannt warteten die Menschen am Sonnabendvormittag am Dorfanger auf den Festumzug. Hier hatten sich zum Glück auch viele Vereine und Freunde des Dorfes sowie aus Nachbarorten eingereiht. Bei nur 108 Einwohnern wäre sonst das Personal bei den Mitwirkenden und Jubelnden am Straßenrand knapp geworden.

Ein Festkomitee hat sich um die Vorbereitung des Jubiläums gekümmert und die anderen Einwohner dafür begeistert. Viele Menschen auch aus anderen Orten zwischen Angermünde und Schwedt stellten ihre Autos auf dem präparierten Parkplatz am Ortseingang ab und reihten sich in die Festgemeinde ein. Während alle gespannt auf den Festumzug warteten, stimmte die Moderatorin Sabine Endmann sie schon einmal darauf ein und wies auf besondere Bilder hin. „Jede Epoche können wir personell nicht bedienen“, sagte sie. „In Themenbildern stellten wir unsere Geschichte symbolisch dar.“ Auf das letzte Bild wies sie besonders hin. Das gestalteten mit Sylvana Benning, Christin Büttner und Björn Faust sehr engagierte junge Leute aus Kummerow.   

Mit einem Festumzug startete das kleine Dorf Kummerow seine 700-Jahrfeier. Viele umliegende Orte machten mit eigenen Schaubildern mit.
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700 Jahre Kummerow

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Die sachkundige Kommentatorin berichtete während des Umzugs über die Geschichte und Tradition des Ortes. Angeführt von der Geesower Schalmeienkapelle bestimmten mit dem 90-jährigen Richard Piepenburg und dem einjährigen Matz Mohns der älteste und der jüngste Kummerower auf der Pferdekutsche von Ronny Büttner das erste Bild. Horst Fichtmüller und der Verein  zur Förderung von Landwirtschaft, Handwerk und Kultur aus Frauenhagen symbolisierten mit dem Modell einer Mühle die erste urkundliche Erwähnung Kummerows am 9. Mai 1318. Im Tross der Adligen zwischen 1475 und 1945 liefen auch Norbert Dittmann aus Groß Pinnow nebst Frau in prunkvollen Kostümen mit. Bei der Ausstattung hatte das Schwedter Theater geholfen. Auch die stellvertretende Bürgermeisterin aus Schwedt, Annekathrin Hoppe, war im Zug dabei. An die schweren Kriegszeiten wurde ebenso erinnert wie an die Schule und den Gasthof Pahl, der seit 1900 noch immer in Betrieb ist, geführt von der Ortsvorsteherin Ilona Pahl. Weitere Bilder widmeten sich Handwerk und Gewerbe, der Bodenreform und Landwirtschaft. Die Kunower Trekkerfreunde waren mit etlichen Maschinen angereist. Historische Feuerwehrtechnik hatte Patrick Richter aus dem Uckermärkischen Feuerwehrmuseum Kunow mitgebracht. So gab es ein Wiedersehen mit der alten Handdruckspritze, die einst der 1930 gegründeten Kummerower Feuerwehr gehörte und nun einen Abstecher in die alte Heimat machte.

Nach dem Umzug konnten die Besucher an den Ständen vorbeischlendern, das Kulturprogramm auf dem Festplatz erleben, Speis und Trank genießen, die Ausstellung zur Geschichte ansehen und die Festchronik erwerben. Die Kinder hatten ihren Spaß auf der Hüpfburg und der Eisenbahn. Bis in die Nacht wurde gemütlich Party gemacht.

Am Sonntag ging es mit einem Festgottesdienst, Flohmarkt, Frühschoppen, Musik und Tanz weiter. Ein Höhepunkt war das Konzert des Bundespolizeiorchesters am Nachmittag.

Zu den Gästen mit dem weitesten Anfahrtsweg gehörte Gerd Meyer aus Bremen. Er hat vor einiger Zeit historische Grabstellen seiner Vorfahren restaurieren lassen, die Rittergüter in Jamikow und Kummerow besaßen. An einem heißen Tag war er bei einer Radtour  in Kummerow gelandet, wo er seinen Riesendurst im Gasthof Pahl stillen konnte. „Seitdem sind wir in Verbindung geblieben“, erzählte er. Mit Frack und Zylinder war auch er im Festumzug dabei.

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