Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Feuerwehr
Pfadfinderhaus in Rauch gehüllt

Anke Beißer / 17.05.2018, 06:00 Uhr
Mönchwinkel (MOZ) Rauchschwaden ziehen über die Wiese von Neu Mönchwinkel. Reinhard Schüler und Andreas Wendt geleiten Roman Brandt mit scheinbar Blut verschmiertem Gesicht vom Museumsgelände. Da wissen die Feuerwehrleute schon, dass alles nur eine Übung war.

Das Wetter hat Grünheides Gemeindebrandmeister Norman Elsner am Dienstag zumindest einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Regen hatte zur Folge, dass die von ihm seit etwa drei Monaten vorbereitete Übung zur Überprüfung der Einsatzfähigkeit der Grünheider Feuerwehren nicht aus der Luft von einer Drohne gefilmt werden konnte. Mit allem anderen zeigte er sich zufrieden.

Ab 17.52 Uhr ging in kurzen Abständen bei allen Grünheider Ortswehren der Alarm für das Pfandfinderhaus auf dem Museumsgelände in Neu Mönchwinkel ein: „Gebäudebrand groß mit Vermissten“. Als erster Trupp war Mönchwinkel mit acht Einsatzkräften vor Ort.

Dicke Rauchschwaden ließen da noch die Echtheit des Einsatzes vermuten. Steffen Broz und Olaf Bülow verschafften sich zuerst einen Überblick, gingen ins leer stehende Haus und wurden dort von den drei vermeintlich Vermissten in die Übungspläne eingeweiht. Ein Funkspruch nach draußen informierte den mittlerweile als Einsatzleiter agierenden Torsten Fietz aus Hangelsberg (er verfügte über die höchste Qualifikation vor Ort und war automatisch mit der Aufgabe betraut), dass sie eingebrochen und verletzt seien. Fietz war schon mit der Vermutung nach Mönchwinkel gekommen, dass es sich um eine Übung handle. „Es wurde keine Drehleiter her beordert. Und auch keine Rettungssanitäter.“ Als er jedoch den Rauch sah und vor allem roch, stiegen in ihm kurz Zweifel auf. „Die Tür war aber kalt“, was ihn wieder beruhigte.

Mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie bei echten Notfällen lief der Einsatz weiter. Fietz schickte zwei der Hangelsberger  Feuerwehrfrauen als Rettungstrupp ins Haus, um nach den eigene Kräften zu schauen – und machte gleich einen Fehler aus. „Sie hatten die Wärmebildkamera vergessen und die Fluchthauben für die Opfer.“ Das seien aber kleinere Fehler, weil der nächste Trupp das Material hinterher bringen konnte. Für das Löschwasser sorgte im ersten Angriff ein Fahrzeug mit 750-Liter-Tank aus Mönchwinkel. Der Einsatzleiter wollte dann eine Schlauchstrecke über den nahen Brunnen und Hydranten aufbauen. „Aber es kam das neue 8000-Liter-Tankfahrzeug aus Grünheide. Das war mehr als genug.“

Als alle Einsatzkräfte und Feuerwehr-Komparsen wohl behalten im Freien, die Feuertonne im Pfadfinderhaus gelöscht und die Räume wieder gut gelüftet waren, zogen Torsten Fietz und Norman Elsner eine erste Bilanz. 45 Einsatzkräfte waren präsent, 17 davon mit der Ausbildung zum Atemschutzträger. Das sei für Dienstagabend eine gute Bilanz, auch wenn der Gemeindebrandmeister mit etwas mehr gerechnet hatte. Lobend erwähnte Elsner das neue Feuerwehrtechnische Zentrum des Kreises, das zehn Atemschutzgeräte zur Verfügung gestellt  und die Schläuche zum Säubern sowie Trocknen übernommen hat.

Große Fehler haben beide nicht ausgemacht. „Die Kommunikation über Funk hätte aber besser laufen können“, nannte Fietz ein Gesprächsthema für die Auswertung. Er findet solche Übungen unerlässlich, auch wegen vermeintlicher Kleinigkeiten. „Die Mädels mussten bei dem Geschaukel während der Eilfahrt in voller Montur ihre Haare bändigen, das ist gar nicht so einfach.“

Im besonderen Einsatz war neben den mutmaßlich Verletzten übrigens der Kageler Patrick Montag. Der 35-Jährige hatte das Gebäude mit 18 Rauchbomben versehen und die Feuertonne in Brand gesetzt. „Bis auf einen Pyrorauch hat alles gezündet.“

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG