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Energie
Rätsel um verschwundenen Stromzähler und hohe Rechnung

Ihr alter Stromzähler wurde offenbar bereits verschrottet – obwohl er noch überprüft werden sollte.
Ihr alter Stromzähler wurde offenbar bereits verschrottet – obwohl er noch überprüft werden sollte. © Foto: Jan Woitas/dpa
Matthias Henke / 18.05.2018, 18:49 Uhr
Großwoltersdorf (MOZ) Angst um ihren Stromanschluss hat die Großwoltersdorferin Angelika Dodoo. Sie hat Schulden bei ihrem Versorger, der Havelstrom Zehdenick GmbH, und das Unternehmen droht ihr mit der Kündigung des Liefervertrages. Doch nach Dodoos Darstellung ist die Sachlage komplizierter, als auf den ersten Blick zu vermuten.

„Vergangenes Jahr bin ich umgekippt, musste nach Eberswalde ins Krankenhaus, anschließend noch in die Reha. Neun Wochen war ich weg. Keiner wusste, ob ich überhaupt noch mal wiederkomme“, schildert sie.  Überrascht habe sie der Blick auf ihre Stromrechnung daher sehr. Binnen eines viertel Jahres habe sie für knapp 9 000 Euro Strom verbraucht, habe ihr der Versorger mitgeteilt. „Ich war in der Lungenklinik“, sagt Dodoo. „Und ich muss wohl auch noch mal hin. Wenn ich ein Sauerstoffgerät brauche, wie soll das werden ohne Strom?“

Die Havelstrom Zehdenick teilte auf Nachfrage dieser Zeitung mit, dass sie keine Auskünfte zu Kundenvorgängen gebe. In einem Schreiben an Angelika Dodoo, aus dem die Großwoltersdorferin zitierte, gab das Unternehmen aber zu verstehen, dass in den vergangenen Jahren lediglich Schätzungen vorgenommen werden konnten, da Zählerstände nicht übermittelt worden seien. Ein Anfang Januar als Austauschgerät eingebauter Zähler weise zudem erneut einen sehr hohen Verbrauch auf. Die angedrohte Kündigung könne jedoch abgewendet werden, macht die Firma weiter deutlich. Sollte eine von Dodoo zwischenzeitlich beauftragte sogenannte Befundsprüfung einen Defekt am alten Zähler feststellen, so werde die Rechnung korrigiert.

Damit könnte Dodoo zufrieden sein, ist sie aber nicht. Aus folgendem Grund, wie sie sagt: Bei der Servicehotline der edis, die als Netzbetreiber für die Stromzähler verantwortlich zeichnet, habe man ihr mitgeteilt, dass ihr altes Gerät bereits verschrottet worden sei. „Ich habe mich darauf verlassen, dass das überprüft wird“, sagt sie. „Es muss doch nachzuvollziehen sein, was mit dem Gerät passiert ist“, so Dodoo, die aber einräumt, dass der Auftrag zur Überprüfung lediglich mündlich erteilt wurde. „Es ist doch klar, dass ich einen Teil zahlen muss“, betont die Großwoltersdorferin. Schließlich verbrauche sie Strom, krankheitsbedingt durch häufiges Waschen auch etwas mehr. Eine juristische Auseinandersetzung bezüglich der Höhe der Gesamtsumme scheue sie aber nicht.

Netzbetreiber Edis teilte auf eine Presseanfrage vom 11. Mai hin bislang nur mit, dass eine Antwort einige Tage in Anspruch nehmen könne, da der Vorgang inzwischen einige Monate zurück liege.

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