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Anlieger eines maroden kommunalen Weges in Altlangsow wollen mit der Stadt die Erhaltungsarbeiten regeln

Abgeschnitten
Post verweigert die Anfahrt

Hoffen auf klare Absprachen mit der Stadt: Tina und Heike Meder (v.r.) mit Werbigs Ortsvorsteher Wolfgang Kadler.
Hoffen auf klare Absprachen mit der Stadt: Tina und Heike Meder (v.r.) mit Werbigs Ortsvorsteher Wolfgang Kadler. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 26.05.2018, 06:45 Uhr
Seelow/Altlangsow (MOZ) Der etwa 300 Meter lange Weg zu den Gehöften Altlangsow 28 und 26 ist kaum noch befahrbar. Deshalb hat eine Bewohnerin die Stadt um Hilfe gebeten. Denn sie befürchtet, dass im Notfall auch der Rettungswagen nicht durchkommt.

Das Problem ist so alt wie die Kolonisierung des Oderbruchs:  Um dichter bei ihren Feldern zu wohnen, haben seit Jahrhunderten Landwirte ihre Höfe in der Flur, mitunter weitab vom eigentlich Dorf angelegt. In Zeiten der modernen Ver- und Entsorgung gibt es da Probleme. Denn die meist unbefestigten Zufahrten sind entweder privat oder öffentlich. Wie sie befahrbar gehalten werden, ist dann Sache der Eigentümer bzw der Kommune. Im Falle von Familie Meder in Altlangsow ist die Zufahrt kommunal. Deshalb hatte sich Tina Meder an die Stadt Seelow gewandt, um gemeinsam eine Lösung für die Wiederherstellung der Befahrbarkeit zu finden. Denn die Post hatte sich schon geweigert, die beiden Höfe anzufahren. Seither stehen die Briefkästen an der Einmündung in die Dorfstraße. Die Mülltonnen ebenso. „Immerhin kommt das Fäkalienfahrzeug noch zu uns hinter, um die Grube leer zu pumpen,“ sagt Tina Meder.

Was sie aber sorgt, ist der Umstand, ob im Notfall auch der Rettungswagen den Hof erreicht. Ihre Mutter Heike Meder ist 80 Jahre alt und nicht mehr gut zu Fuß. Deshalb hat sie sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung gesetzt und im Bauausschuss ihr Problem vorgetragen. Dort erinnerte Werbigs Ortsvorsteher Wolfgang Kadler Bauamtsleiter Jörg Krüger an sein Versprechen, den Altlangsowern zu helfen. Davon, dass der Weg vor drei Jahren „aufwändig saniert“ worden sei, sei heute nichts mehr zu sehen. Kadler erinnerte Krüger daran, dass er vorgeschlagen hatte, dass der Weg im April im Zuge der Brückensanierungen der Bahn mit dem dann vor Ort befindlichen Material und der Technik hergerichtet werden könne. Inzwischen hat die Bahn ihre Ausschreibung erneuert und wird dort vor August nicht mit dem Bau beginnen. Unterschiedliche Auffasungen gab es im Bauausschuss darüber, ob die Stadt für ihren Weg die Verkehrssicherungspflicht wahrnehmen müsse. Schließlich habe Familie Meder vor zwei Jahren gewusst, worauf sie sich da einlasse, als sie den Hof übernahm. An diesem Punkt will Tina Meder nun Klarheit. Da es sich um einen kommunalen Weg handelt, der zwei Höfe erschließt, will sie mit der Stadt eine Vereinbarung treffen, die die regelmäßigen Arbeiten an der unbefestigten Zufahrt regelt. „Ich bin bereit, mich daran zu beteiligen. Aber ich kann nicht einfach Material in einen Weg einbauen, der mir nicht gehört“, so die Altlangsowerin.

Diese von ihr angestrebte Lösung ist in Letschin, wo die Gemeinde 196 Kilometer Straßen besitzt, gang und gäbe. Ute Büttner vom Letschiner Bauamt ist Fachfrau auf dem Gebiet der Absprachen mit den Anwohnern solcher Wege. „Das regeln wir ganz pragmatisch. So sie es noch können, leisten die Anwohner einen eigenen Beitrag, um ihre Zufahrtswege zu erhalten. Können sie es nicht mehr, springt der Bauhof nach seinen Möglichkeiten ein, so Ute Büttner. Oftmals unterstützen Landwirte dies auch mit Technik.“

Die Zeiten, da die Anlieger alte Dachziegel und Schutt in die Löcher schütten konnten, sind jedoch vorbei. Sollte so etwas herauskommen, drohen saftige Bußgelder wegen illegaler Schuttentsorgung. „Bei unserer Wegezufahrt in Zechin haben wir Klarheit. Regelmäßig sorgen wir dort dafür, dass die Löcher wieder gefüllt werden“, sagt Tina Meder. In Altlangsow hingegen sei das Problem noch offen.

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