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Die freiberufliche Künstlerin Uta Gneiße aus Dresden hat im Oderbruch seit elf Jahren eine zweite Heimat / Neues Atelier auf Loose in Gusow-Platkow

Kunst
Modekreationen aus Rauem und Feinem

Atelier im Oderbruch: In Gusow-Platkow hat sich Filz-Künstlerin Uta Gneiße ein Loose-Gehöft ausgebaut.
Atelier im Oderbruch: In Gusow-Platkow hat sich Filz-Künstlerin Uta Gneiße ein Loose-Gehöft ausgebaut. © Foto: Josefine Jahn
Josefine Jahn / 05.06.2018, 06:00 Uhr
Gusow-Platkow Im Oderbruch ist sie keine Unbekannte mehr. Vor zwölf Jahren kam Uta Gneiße hier her, richtete sich mit ihrem Atelier in Neubarnim ein. „Wir sind damals den Oder-Neiße-Radweg gefahren“, erinnert sich die Dresdnerin. Da damals gerade an den Deichen gebaut wurde, nahmen die Künstlerin und ihr Lebensgefährte Umwege. „Dabei haben wir die Ortschaften entdeckt und uns in die Gegend verliebt“, sagt sie.

Seit Kurzem besitzt das Paar einen Loose-Hof in Gusow-Platkow, hat dort zwei Ferienwohnungen ausgebaut, Uta Gneiße hat nun hier ihr Atelier. Die meisten ihrer hier ansässigen Kunden haben sie nach dem Umzug wiedergefunden. Jedes zweite Wochenende verbringt die freiberufliche Künstlerin auf dem Loose-Hof, behält aber ihren Laden in der Dresdner Altstadt, wo es im Gegensatz zum Oderbruch mehr Laufkundschaft gibt.  Hier auf dem Land schätze sie wiederum die Ruhe und den Ausblick. Anders als in der Dresdner Königstraße, unweit vom Goldenen Reiter, kann Uta Gneiße auf ihrem Gehöft auf der Veranda sitzen und in einen verwunschenen Vorgarten blicken. Ab und zu kommt jemand zu Besuch oder streift eine Katze ihre Beine. „Die haben wir mit übernommen“, sagt die Künstlerin.

Auf den Filz kam Uta Gneiße während eines Ostsee-Urlaubs, als sie einen Filz-Kurs besuchte. „Das Material hat mich interessiert, die Technik gefiel mir. Aber nicht das, was es zu kaufen gab.“ So hat sie sich der alten Handwerkstechnik angenommen und ihren eigenen Stil entwickelt. „Wolle kann derb und rau sein. Mich reizt die Kombination mit dem Feinen“, sagt Uta Gneiße. Was sie beschreibt, findet sich in ihren Kleidern, Tüchern, Hüten und auch Wohnraum-Accessoires wieder. All ihre Produkte sind Unikate, die ihren Ursprung in Neuseeland haben. Denn der Filz, den die studierte Kulturmanagerin herstellt, hat als Grundlage Wolle neuseeländischer Merino-Schafe. Das Filzen, erinnert sie, ist eine alte Handwerkstechnik. Die traditionelle Herstellungsart ist das Nassfilzen, bei dem Tierwolle mit Wasser und Seife zu einer nicht mehr lösbaren Masse zusammengeführt und nach Bedarf gefärbt werden.

„Ich habe jedes Jahr von Januar bis März meine kreative Zeit“, sagt Uta Gneiße. Dann entwirft sie neue Kreationen, die sie dann an Elbe und Oder verkauft. Neben dem Verkauf ihrer Filz-Seide-Schöpfungen will die Designerin den Hof, den sie und ihr Partner ob der bereits ansässigen Pflanzen Hollerhof genannt haben, weitere Nutzungsideen. „Mir schweben Kurse in Kombination mit Übernachtungen vor“, sagt sie. Das sei ihr als Lücke im Landstrich aufgefallen. Schlafmöglichkeiten gäbe es einige, auch ein Angebot an Kunst- und Handwerkskursen. Aber eine Mischung aus beidem sei ihr noch nicht bekannt und könnte den einen oder anderen Touristen auf die Loose locken. „Ich kann mir vorstellen, dass es für viele auch einfach schön ist, mal auszuspannen. Weg zu sein vom Trubel der Stadt, so kommt man anders zur Ruhe“, vermutet Uta Gneiße. Die erste Frage, die viele Übernachtungsgäste stellen, sei trotzdem die nach der guten Internetverbindung. Die kann die Künstlerin zusichern. „Ich bin ja selbst wegen der Arbeit darauf angewiesen.“

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