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Am Großbarnimer Rundling und an der Fährübergangsstelle Güstebieser Loose wurde gefilmt

Drehtag
„Krauses Hoffnung“ im Oderbruch

Ulf Grieger / 08.06.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 08.06.2018, 14:34
Altbarnim/Güstebieser Loose (MOZ) Der rbb hat am Großbarnimer Rundling und am Fährübergang Güstebieser Loose Szenen für den neuen Film „Krauses Hoffnung“ gedreht. Weitere Szenen werden in Polen entstehen. Einen Sendetermin gibt es noch nicht.

Eine kleine Wagenburg hat das Rbb-Filmteam für den Dreh in Großbarnim aufgebaut. Gegenüber dem Kostüm- und Masken-Hänger das Herzstücke jedes Drehtages: der Imbisswagen. Davor sitzt Horst Krause mit einem zünftigen Frühstück. Der beliebte Volksschauspieler hat einen für einen 76-Jährigen recht anstrengenden Drehtag vor sich, der sich bis in den  Abend hineinziehen wird.

Der Rbb hat am Großbarnimer Rundling und an der Fährübergang Güstebieser Loose Szenen für den neuen Film „Krauses Hoffnung“ gedreht. Weitere Szenen werden in Polen entstehen.
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Krauses Hoffnung im Oderbruch

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Indessen ist  Eduard Karjewski am eigentlichen Drehort damit beschäftigt, alles so herzurichten, wie er es sich für ein Bauernhaus in Pommern vorstellt. Ganz wichtig: „Nicht über das hohe Gras latschen. Das soll so lang bleiben!“, ruft er den zahlreichen Kameraleuten, Kabelträgern, Beleuchtern und anderen wichtigen Funktionsträgern zu. In Großbarnim sind an diesem Vormittag mehr Leute als zur Wolfswache vor einigen Wochen. Karjewski kennt den Ort schon seit der Wende. Er hatte auch Ihlow und Gröben als Drehorte für die anderen Krause-Filme auserkundet. Obwohl es dafür noch „Locationscouts“ gibt. Drehorte für den Film sind seit dem Drehstart am 15. Mai in Gröben Ihlow, Debno/Neudamm und die Insel Poel.

Der Vier-Seiten-Hof am malerischen Rundling, der das einstige Elternhaus der Krause-Geschwister darstellen soll,  gehört Reinier Scheers und Nadja Hirsch. Das Ensemble aus dem Jahre 1797 ist im Dorf als Spremberg-Hof bekannt und stand  zehn Jahre leer, bevor die holländisch-deutsche Familie es übernahm. Den Hof zu sanieren ist ihre Lebensaufgabe. Für Tochter Mona, die Siebenjährige ist auf der Baustelle aufgewachsen, ist der Filmdreh natürlich eine aufregende Sache. Gern wäre sie eines der beiden Filmkinder gewesen. Denn die beiden, im Film heißen sie Magda und Adam, kommen aus Berlin.

Nun könnte man meinen, dass  die halbe Gemeinde Neutrebbin, zu der Altbarnim gehört, zum Drehort kommt. Schon um der beliebten Schauspieler willen und weil so etwas nicht eben häufig passiert. Doch Fehlanzeige: „Wir hatten alle Zettel in den Briefkästen, dass hier gefilmt wird. Aber ich habe mir Arbeit vorgenommen und räume die Garage auf“, sagte sogar Steffi Albrecht. Die Ortsvorsteherin von Altbarnim und Gemeindevertreterin unterbricht ihre Arbeit dann doch und kommt quer über den Anger herüber, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Sie bringt sogar noch ein Utensil mit, das sie unter den privaten „Altertümern“ ihres  Bauernhauses gefunden hat – einen Kohlhobel aus Holz. Denn zur Szene gehört es, dass eine alte Polin am Eingang sitzt und Kohl schneidet. Diese Rolle hat Maria Mägdefrau übernommen. Die 81-Jährige hat sichtlich Spaß daran.

Die Szene, die Drehbuchautor und Regisseur Bernd Böhlich dort drehen will, ist emotional recht aufgeladen. Zum ersten Mal kommen die Krause-Geschwister an den Ort ihrer Kindheit zurück. Sie kommen einen fast zugewachsenen Gartenweg entlang und sehen dann den alten Fachwerkgiebel vor sich, davor die alte Frau, die Weißkohl schneidet. Noch während sich Krauses ihrem ersten Eindruck und den Erinnerungen hingeben, stürzen die beiden Kinder aus dem hölzernen Hoftor. Sie spielen Krieg.

Kurz entschlossen nimmt Horst Krause dem Jungen das Spielzeuggewehr weg und ruft damit dessen junge Mutter auf den Plan. Doch Horst Krause wäre nicht Horst Krause, wenn er sich vom Gezeter beeindrucken lassen würde. Er zückt die Geldbörse und zahlt dem Kind den Schaden und meint: „Kauf dir ein Fahrrad und schau dir die schöne Landschaft an!“, gibt er ihm einen Rat.

So, wie Krause unter seinem bürgerliche Namen spielt, hat auch diese Geschichte wieder viel mit ihm zu tun. Er ist 1941 in Bönhof/Pommern geboren. Im Film freilich hat die Fahrt zu den Stätten der Kindheit eine andere Bewandtnis.

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