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Solarpark
Wo die Energiewende greifbar ist

25 Fußballfelder groß und in der Nutzung auf 30 Jahre angelegt: Günter Lammers (Co-Gründer des Investors Energiekontor AG/r.) mit Maengyoon Kim, EU-Regionalchef des Solarmoduleherstellers QCELLS, und in der Mitte Vize-Amtsdirektor Dirk Siebenmorgen im am Freitag offiziell eingeweihten Solarpark Garzau-Garzin
25 Fußballfelder groß und in der Nutzung auf 30 Jahre angelegt: Günter Lammers (Co-Gründer des Investors Energiekontor AG/r.) mit Maengyoon Kim, EU-Regionalchef des Solarmoduleherstellers QCELLS, und in der Mitte Vize-Amtsdirektor Dirk Siebenmorgen im am Freitag offiziell eingeweihten Solarpark Garzau-Garzin © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 10.06.2018, 06:45 Uhr
Garzau-Garzin Unmittelbar neben der Regionalbahnstrecke ist am Freitagnachmittag offizielle Einweihung des neuen Solarparks Garzau-Garzin gefeiert worden. Die Anlage mit einer jährlichen Nennleistung von 10 Megawatt ist so groß wie fast 25 Fußballfelder.

Was Energiewende in Deutschland, Europa und weltweit als sonst oft sehr anonymer Begriff bedeutet, ist nun auch in der kleinsten Gemeinde des Amtes Märkische Schweiz direkt sichtbar. Dunkel glänzen die Solarmodule in der gleißenden Sonne in einer der bisher heißesten Wochen des Jahres. Fast schien es, als hätten die Gastgeber der Firma Energiekontor AG das Wetter extra zur Feier des Tages bestellt, um zu zeigen, was das, was an dieser Stellen installiert wurde, nun leisten soll. Konkret wurde Günter Lammers, einer der beiden Unternehmensgründer und stellvertretender Aufsichtsratschef. „Die erwartete Jahresleistung ist so viel, dass man damit die Gemeinden Garzin, Rehfelde und die Stadt Müncheberg komplett versorgen könnte“, sagte er in seiner Rede.

Vom Energiekontor-Hauptsitz aus Bremen waren er und etliche weitere Firmenvertreter angereist. Das Gesicht, das so manchem im Ort schon bekannt ist, ist das von Projektleiter Piotr Jankowski. Schließlich war es der heute 35-Jährige, der das Projekt seinerzeit im Jahr 2015 erstmals in der Kommune vorgestellt hatte und gemeinsam mit den örtlichen Stellen alle weiteren Schritte gegangen ist. 51 Monate sind seit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes verstrichen. „Verglichen mit anderen Großprojekten in Berlin-Brandenburg“, konnte sich der stellvertretende Amtsdirektor Dirk Siebenmorgen einen kleinen Seitenhieb auf den ungenannt bleibenden Großflughafen BER nicht verkneifen, sei das ganz ordentlich.

Jankowski sieht das genauso. „Sicher hätte es aus unserer Sicht ursprünglich noch ein paar Monate schneller gehen können“, räumt er freimütig sein. Doch der Zeitplan sei ambitioniert gewesen und alle Beteiligten hätten gut mitgezogen, niemand dem Projekt Steine in den Weg gelegt. Gerade angesichts von Fremdleitungen, die über das Gelände laufen, sei das nicht selbstverständlich. Nicht immer habe aber in der reinen Bauzeit von vier Monaten das Wetter komplett mitgespielt. Und da allein die Kabeltrasse stolze neun Kilometer lang ist, brachte das ein paar Verzögerungen mit sich. Dass im Januar einmal eine ganze Lkw-Ladung Material gestohlen wurde und die Polizei eingeschaltet werden musste, war aber nur eine Begebenheit am Rande.

Die Energiekontor AG ist eines der etabliertesten Großunternehmen im Bereich alternative Energien. 1990 gegründet, hat man bei Windkraft fast 30 Jahre Erfahrung, nun ist auch Solarenergie stark im Kommen und Garzau-Garzin die erste Anlage in diesem Segment, die nicht verkauft wird, sondern im Eigenbestand bleibt. Das, so die Solar-Abteilungsleiterin Evelyn Kessler, eröffne besondere Möglichkeiten. Man wolle am Standort ein wenig experimentieren, beispielsweise in Kooperation mit der Gemeinde Bänke für Wanderer und Radfahrer, vielleicht auch Infotafeln aufstellen.

28,5 Hektar groß ist der zweiteilige, lang gestreckte Solarpark. Hersteller der Module, die keine große Pflege brauchen, ist der südkoreanische Konzern QCELLS. Dessen in Bitterfeld ansässiger Regionaldirektor für die EU, Maengyoon Kim, war in Begleitung zweier Kollegen ebenfalls nach Garzau gekommen. Auch er lobte die gute Zusammenarbeit und betonte wie die anderen Redner, welch wichtiger Schritt in die Zukunft der Stromerzeugung, um den Klimawandel zu bremsen, diese Investition sei.

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