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Landeselternbeirat
„Kinder sollten überall im Land gleich behandelt werden“

Daniela Klaus
Daniela Klaus © Foto: Joachim Eggers
Mathias Hausding / 13.06.2018, 06:45 Uhr
Potsdam (MOZ) Seit wenigen Tagen hat Brandenburg erstmals einen Landeselternbeirat für den Kitabereich. Vorständin Daniela Klaus aus Neu Zittau (Oder-Spree) erklärt im Gespräch mit Mathias Hausding, um welche Themen sich das Gremium kümmern will.

Frau Klaus, wie kam es dazu, dass Sie sich als Mutter ehrenamtlich in Kita-Angelegenheiten engagieren?

Eine Erzieherin hatte mich für den Kita-Ausschuss in unserem Kindergarten vorgeschlagen, als die Wahlen anstanden. Sie meinte, ich sei die Richtige, weil ich in ihren Augen diplomatisch auftrete und mir immer alle Seiten eines Problems ansehe. So fing es an. Weil es für Oder-Spree noch keine Elternvertretung gab, habe ich mich dann auch auf Kreisebene eingebracht. Und nun also zusätzlich noch landesweit.

Was treibt Sie um?

Ich möchte, dass Kinder überall im Land gleich behandelt werden. Viele Sachen sind nicht in Ordnung. Es gibt zum Beispiel immer noch Kitas, die Frühstück und Vesper nicht bereitstellen, obwohl es so im Gesetz steht. Eltern fehlt es oft an Informationen, sie machen in einigen Regionen aus Unwissenheit viel mit, werden mit fehlerhaften Beitragskalkulationen benachteiligt.

Sie haben in Ihrer Kommune erreicht, dass Frühstück und Vesper bezahlt werden. Wie geht man in den Auseinandersetzungen vor?

Immer im freundlichen Dialog. Die Dinge ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Meckern bringt nichts.

Was steht nun landesweit auf der Agenda?

Beitragsfreiheit, Betreuungsqualität und der Fachkräftemangel sind die wichtigsten Themen. So nutzt es wenig, den Betreuungsschlüssel zu verbessern, wenn Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Es kann nicht sein, dass junge Leute teilweise für ihre Ausbildung bezahlen müssen. Eine gezielte Ansprache von Schulabgängern nach der 10. Klasse oder nach dem Abitur gibt es bislang nicht. Wir wollen diese Kritikpunkte zusammenfassen, um dann auch auf Bundesebene Elternforderungen stellen zu können.

Haben Sie genug Mitspracherechte?

Nein, wir werden zwar auch im Bildungsministerium akzeptiert, aber einen Landeselternbeirat, wie wir ihn jetzt gegründet haben, sieht das Kita-Gesetz bislang nicht vor. Die entsprechende Gesetzesänderung ist unsere erste und wichtigste Forderung, zumal das nichts kostet und somit sofort umgesetzt werden könnte. Auch damit garantiert ist, dass unsere Nachfolger im Amt ebenfalls eine Stimme haben. Es gibt außerdem noch Landkreise, die sich gegen die Gründung von Elternvertretungen vor Ort wehren. Auch hier muss das Gesetz klarer formuliert werden. Kita-Beiräte sollten etwas ganz Normales sein, so wie im Schulbereich.

Sie wollen eine Menge: Mehr Fachkräfte, mehr Qualität, mehr Mitsprache und dann auch noch die komplette Beitragsfreiheit. Ist das nicht etwas viel auf einmal?

Qualitätsverbesserungen und die Beitragsfreiheit sind zwei Säulen, die parallel laufen müssen. Ganz klar: Kitas sind Bildungseinrichtungen. Sie müssen gebührenfrei sein. So lange das nicht so ist, fordern wir zumindest korrekte Kita-Satzungen. Hier gibt es noch viele Baustellen.

Die Bertelsmann-Stiftung hat jüngst per Umfrage ermittelt, dass Kita-Eltern für mehr Qualität auch gerne mehr zahlen würden.

Das war eine Suggestivfrage, die nicht weiterhilft. Wenn ich in eine Schule gehe und die Eltern frage, ob sie 20 Euro im Monat zuzahlen, damit die Klassen kleiner werden, würden wahrscheinlich auch 80 Prozent der Befragten ja sagen.

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