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Erster Abschnitt B 198 vor Fertigstellung / Montag Start für Asphalteinbau und Bürgerdiskussion in Groß Ziethen

Straßenbau
Land verspricht Freigabe 2018

Bauarbeiten B 198 bei Ziethen
Bauarbeiten B 198 bei Ziethen © Foto: Michael Dietrich
Michael Dietrich / 16.06.2018, 06:45 Uhr
Ziethen (MOZ) Sechs Monate vor der geplanten Fertigstellung derB 198 wird am Montag erster Asphalt gefahren. Der Unterbau der ersten Überholstrecke ist fertig. Anschließend wird Abschnitt 2 gebaut. Ist das 2018 noch zu schaffen? Die Landesregierung bestätigte den Termin zur Verkehrsfreigabe  im Dezember.

Auf der Baustelle herrscht ordentlich Frust. Die Bauarbeiter schimpfen über „Idioten“, die trotz der Sperrschilder und Absperrungen und großen Findlingen auf der Straße jeden Tag versuchen, über die Baustelle zu fahren. Ein Baggerfahrer schimpft: „Die fahren einen fast um, zerfahren die Böschungen, brettern nachts volle Pulle durch und zerstören uns den gerade fertiggestellten Unterbau wieder. Sogar die Findlinge hat ein Anwohner wieder mit einer Seilwinde zur Seite gezerrt.“

In beiden Ziethen-Dörfern herrscht ebenfalls Frust, allerdings nicht über Autofahrer, sondern über die lange Umleitung. Elf Minuten lang ist der Weg nach Angermünde sonst, derzeit knapp 30 Minuten. Den Ärger über die lange und lange dauernde Umleitung teile sie mit tausenden Angermündern und Schwedtern, die Richtung Berlin pendeln und im Glücksfall15 Minuten, oft jedoch 30 Minuten und mehr länger brauchen. Ihren Ärger will der Radiosender Antenne Brandenburg am Montag zum Thema seines Stammtischs machen und lädt ab 18 Uhr in die Gaststätte „Zum Schwanenteich“ in Groß Ziethen ein.

Das interessiert auchSchwedter wie den Geschäftsführer Felix Lösch von Leipa-Logistik, der sein Kommen zugesagt hat. Die neue Landrätin Karina Dörk kommt ebenfalls aus Prenzlau, auch wenn die Baustelle eigentlich im NachbarkreisBarnim liegt. Die Ostuckermark ist von der gekappten Lebensader Richtung Berlin massiv betroffen, deshalb, erklärte ihre Sprecherin Ramona Fischer, mache die Landrätin das Problem zu ihrem.

Das hatte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke getan, als eine Drohung des Baubetriebes Matthäi, die Bauarbeiten sollen bis Sommer 2019 andauern, zu einem Aufschrei der Schwedter Wirtschaft führte. Er werde sich dafür einsetzen, dass der vereinbarte Termin im Dezember eingehalten werde, versprachWoidke damals im MOZ-Interview. Inzwischen hat das Land mit dem Baubetrieb verhandelt und Gespräche zur Bauoptimierung geführt, erklärte ein Sprecher Woidkes. „Wir gehen davon aus, dass die Strecke in diesem Jahr für den Verkehr freigegeben werden kann“, sagteSteffen Streu vom Ministerium für Infrastruktur.

Der Umstand, dass die Asphaltierungsarbeiten des ersten Bauabschnitts eigentlich schon im April/Mai geplant waren und nun erst Mitte Juni starten, will das Ministerium noch nicht als Anzeichen dafür werten, dass es länger dauert. Es könne immer mal Umplanungen geben, hieß es dazu aus dem Ministerium.

Für August kündigte der Landesbetrieb an, dass der Verkehr von und nach Ziethen über den fertigen ersten Bauabschnitt rollen kann. In Richtung Autobahn soll den Ziethenern das Passieren der Baustelle über den neuen Radweg eingeräumt werden, um ihnen die lange Umleitung zu ersparen.

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